Montag, 11. September 2017

[Rezension] Louise Voss, Mark Edwards - Stalker

Autor: Louise Voss, Mark Edwards
Titel: Stalker
Originaltitel: Killing Cupid
Übersetzer: Beate Brammertz
Teil einer Reihe: /
Genre: Thriller
Erschienen: 14.August 2017
Verlag: btb Verlag
ISBN: 978-3442745715
Seitenanzahl: 416
Preis: Taschenbuch 9,99€, Ebook 8,99€
Wertung: 4/5
Bildquelle/Cover: © btb Verlag  






 
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"Alex Parkinson ist wie vom Blitz getroffen, als er seine Dozentin aus dem Schreibkurs zum ersten Mal sieht. Siobhan ist wunderschön, intelligent und teilt auch noch seine große Leidenschaft: das Schreiben. Niemals zuvor hat er jemanden so sehr geliebt. Doch wie kann er Siobhan davon überzeugen, dass sie zusammengehören? Besessen von der Idee, sein Leben mit ihr zu teilen, findet Alex heraus, wo Siobhan wohnt, verliert seinen Job für sie, macht ihr Geschenke, kümmert sich um ihre Katze, liest in ihrem Tagebuch. Alex würde alles für Siobhan tun – bis plötzlich eine junge Frau tot vor ihrem Haus liegt …"
Quelle: © btb Verlag





Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut. Nicht nur weil ich es interessant fand, sondern weil mich die Thematik des Stalkings immer wieder fasziniert und ich wirklich gespannt darauf war, wie es hier umgesetzt werden würde.
Doch eins ist klar, die Thematik des Stalkings ist sehr facettenreich und jeder setzt diese anders um. Doch was ich hier erlebt habe, habe ich noch nie gelesen und hat dem Ganzen eine völlig neue Bedeutung gegeben.

Mit dem Einstieg selbst hatte ich keinerlei Probleme. Um ehrlich zu sein , war ich zunächst sogar etwas gelangweilt. Was aber ganz einfach daran lag, das zunächst kein Thrill aufkam. Auch mit dem Schreibstil musste ich mich erst anfreunden. Er ist sehr einnehmend und klar, aber zugleich auch etwas emotionslos. Das klingt jetzt etwas seltsam, aber je mehr ich in dieser Geschichte voranschritt, umso mehr passte diese Kühle zu dem Ganzen.
Die Atmosphäre hatte es deprimierendes und trostloses an sich, was aber perfekt passt.
Das Ganze ist in Form von Tagebucheinträgen verfasst, aber zugleich hat man das Gefühl, sich mittendrin im Leben der Protagonisten zu befinden. Interessant empfand ich hier, das man von beiden Hauptcharakteren die Sichtweisen erfährt. Es half mir dabei, in ihre Psyche einzutauchen und ihr Innerstes nach Außen zu kehren.
Alex und Siobhan sind wahrlich keine einfachen Protagonisten. Sie sind sonderbar. Im übrigen scheint das wohl ein Liebelingswort der beiden Autoren zu sein, was ich aber mit einem schmunzeln hinnahm. Denn ich fand es mitunter doch etwas amüsant.
Zurück zu Alex und Siobhan. Beide sind etwas speziell, schwierig und unzufrieden mit ihrem Leben. Beide haben sie eine völlig eigenartige Wahrnehmung, was sie jedoch nur interessanter macht.
Sie machen während der Story eine ziemlich Wandlung durch, vor der man sich nicht verschließen kann. Und mitunter hab ich mich ernsthaft gefragt, wo ich hier wohl gelandet bin.
Es wird alles so lebendig beschrieben, das man das Buch irgendwann gar nicht mehr aus der Hand legen kann und man sich einfach nur wundert, wie man es so schnell fertig gelesen hat.

Das Buch selbst ist in zwei Teile gegliedert, was sehr gut zum Ausdruck kommt. Das Lesen ging mir leicht von der Hand und ich wurde in einen Sog aus Wahnsinn, Macht, Rivalität und Liebe gezogen.
Anfangs wirkte alles noch so klar. So verrückt und gleichzeitig auch nachvollziehbar, das man völlig darin aufgeht.
Am Anfang hatte ich wirklich nicht den Eindruck es wäre etwas besonderes. Doch was wurde es ab einem bestimmten Punkt und ganz ehrlich , ich wusste gar nicht mehr wohin mit meinen ganzen Gedanken und Emotionen.
Es ist wirklich beängstigend , welche Richtung das Ganze einschlägt. Aber noch beängstigender sind die Folgen dessen, die man einfach nicht ermessen kann.
Doch klar ist, es bedeutet nichts gutes. Auch wenn ich immer wieder Hoffnung verspürte.
Genauso seltsam waren meine Emotionen. Denn ich mochte sie beide. Sie haben mich wirklich tief im Inneren berührt mit ihrem Leben und mit ihrer Vergangenheit.
Mitunter habe ich wirklich Mitgefühl empfunden und Beschützerinstinkt erwachte in mir.
Aber gleichzeitig haben sie sich ihre eigene Welt gebaut, die ich einfach nicht durchschreiten wollte.
Denn es macht wirklich Angst, aber gleichzeitig hat es mich auch enorm fasziniert und einfach nicht losgelassen.
Die Handlung selbst ist sehr abwechslungsreich gestaltet und man taumelt von einer Situation in die andere und wartet einfach nur darauf, das alles eskaliert.
Und das tut es, aber ganz anders als man erwarten würde.
Ich kann nicht sagen, das ich mitgefiebert habe. Es ist viel mehr so, das ich einfach nicht fortkam und immer mehr wollte.

Eins ist diese Story auf gar keinen Fall. Vorhersehbar.
Denn hier werden Wendungen eingebaut, die erstmal nach Luft schnappen lassen. Sie sind teilweise etwas abstrus, aber gleichzeitig wirkt es auch sehr glaubwürdig.
Wäre es nicht wirklich so traurig, hätte ich tatsächlich gelacht.
Was hier auf die Beine gestellt wurde, ist wirklich enorm und hat mich unglaublich mitgerissen.
Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und die Story behält immer ihren roten Faden bei.
Das einzige was ich wirklich etwas vermisste, war der Thrill.
Denn die richtige Stimmung dessen kam bei mir leider nicht auf.
Was aber nicht unbedingt schlecht zu werten ist. Ich würde ihn als psychologischen Spannungsroman einstufen.
Und Spannung gibt es eine ganze Menge, wenn auch unterschwellig spürbar.
Alles in allem ein wirklich gut ausgearbeiteter Roman, der völlig anders ist , als gedacht. Und gerade deswegen ist er auch so gut und sticht gleichzeitig enorm heraus.
Ein Roman bei dem Liebe und Stalking eine völlig neue Bedeutung bekommen.




"Stalker" ist ein mitreißender und beängstigender Roman über eine Thematik , die mich seit jeher fasziniert.
Eine Geschichte die völlig anders ist, als ich erwartet habe. Die, die Grenzen ineinander verschwimmen lässt und etwas völlig neues zutage fördert.
Beängstigend und doch hat es bei mir einen immensen Sog ausgelöst.
Ein Roman in dem die Charaktere besonders sind und einen Weg durchschreiten, der sonderbar aber auch sehr böse enden kann.
Schlussendlich kann ich gar nicht mal sagen, warum ich so schnell durch war. Außer, daß es mich einfach nicht mehr losgelassen hat.
Absolut lesenswert.



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