Donnerstag, 6. Juli 2017

[Rezension] Charlotte Roth - Weil sie das Leben liebten


Autor: Charlotte Roth
Titel: Weil sie das Leben liebten
Teil einer Reihe: /
Genre: Gegenwartsliteratur
Erschienen: 1.Juni 2016
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3426517291
Seitenanzahl: 512
Preis: Klappenbroschur 9,99€, Ebook 9,99€
Wertung: 3,5/5
Bildquelle/Cover: © Knaur Verlag 









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"Berlin Ende der 1920er Jahre: Die junge Franka hat nur einen Wunsch – sie möchte Zoologie studieren. Ihre strengen Eltern und die Weltwirtschaftskrise machen ihren Traum zunichte, doch immerhin gelingt es ihr, eine Stelle als Tierpflegerin im Berliner Zoo zu bekommen. Die Arbeit mit den geliebten Tieren geht ihr über alles, ihnen schenkt sie ihre ganze Liebe – nicht den Menschen. Nur ganz allmählich fasst sie Zutrauen zu dem Tierarzt Carl, der vom Leben ähnlich gebeutelt wurde wie sie. Dann lernt sie den faszinierenden Adam kennen und lieben. Doch Adam ist Sinti, und inzwischen haben die Nazis die Macht in Deutschland ergriffen. Adams Leben ist in höchster Gefahr, und Franka ist bereit, für ihn zu kämpfen – und für ihre Tiere. Fortan weiß sie nicht mehr, wem sie trauen kann …"
Quelle: © Knaur Verlag





Von den ersten beiden Romanen der Autorin war ich unglaublich begeistert, so daß mein Herz gleich höher schlug, als ein neues erschien.
Doch ich weiß nicht, woran es lag, daß mich dieses Buch nicht ganz so begeistert hat.
Vielleicht lag es daran, daß ich gerade zu Franka keine richtige Bindung aufbauen konnte. Sie war nicht greifbar genug und entglitt mir immer wieder. Bei Kirschla dagegen habe ich die Leidenschaft und die Tiefe ihrer Emotionen sehr gut spüren können.
Wie gewohnt wartet auch hier die Autorin mit einer sehr schmerzlichen und brisanten Thematik auf.
Wir bewegen uns im Zeitraum von 1923 - 1945, dabei ist das Buch in 5 gegliedert, die einzelnen Kapitel sind dabei normal bis lang gehalten.
Sie schreibt sehr lebendig , mit Leidenschaft und ganz viel Herzblut und doch hatte ich das Gefühl mir fehlte etwas.
Der Einstieg gelang mir zunächst recht gut, doch leider hatte ich das Gefühl, Franka nicht näher zu kommen. Obwohl sie eigentlich eine recht interessante und facettenreiche Persönlichkeit ist. Mit Menschen kann sie nicht viel anfangen, mit Tieren dafür umso mehr.
Ihr Elternhaus ist nicht einfach, so wird sie auch immer mehr von ihrem Traum einmal Zoologin zu werden entfernt. Doch für Franka gibt es einen anderen Weg mit Tieren zu arbeiten und man spürt einfach wofür ihr Herz schlägt.
Aber es geht hier nicht nur um Franka.
Es geht um Carl, Kirschla, Tokeli, Anita und auch um Frankas Onkel.
Die Entwicklung von letzterem fand ich besonders interessant und hätte ich so nicht erwartet.
Besonders berühren konnte mich aber Kirschla, sie mochte ich besonders gern.
Wir erfahren hierbei verschiedene Perspektiven, z.b. von Franka, Kirschla und auch Anita.
Was zwar erstmal viel wirkt , aber entgegen meiner Erwartungen , hat mir das keine Probleme bereitet.
Man taucht in eine geschichtliche Zeit ein und erfährt erschreckendes, aber auch bewegendes.
Dabei hat die Autorin wirklich eine sehr tolle und lebendige Art dies alles zu beschreiben. Immer wenn sie mit mir in diese Zeit reist, habe ich das Gefühl dies hautnah mitzuerleben , was es natürlich umso intensiver macht. Sie beleuchtet es sehr gut und lässt dabei nichts außen vor.
Es hat mich fasziniert, gefesselt und mitgerissen. Je mehr man eintaucht, umso weniger kann man sich wieder lösen und doch hätte ich mir teilweise gewünscht man hätte es noch intensiver behandelt.
Leider war es stellenweise aber auch etwas langatmig und die Spannungsmomente kamen an einigen Stellen einfach nicht richtig heraus.
Auch hier gab es wieder Erkenntnisse und Begebungen, die ich noch nicht wusste.
Es hat mich wirklich nicht kalt gelassen, dafür war es zu bewegend und schmerzvoll.
Die Zeit selbst sagt schon viel darüber aus, womit man es hier zutun bekommt.
Die Autorin hat es geschafft mit einigen Wendungen, mich wirklich zu überraschen.
Was sehr gut gelungen war und dem Ganzen nochmal Auftrieb verschafft hat.
Schlussendlich hat sie auch hier wieder einen bewegenden und interessanten Roman zu Papier gebracht.
Er bewegt, macht vieles bewusst und man wird mit allerhand konfrontiert.
Dennoch konnte ich mich nicht ganz fallen lassen.
Ich hoffe, das gelingt ihr mit ihrem nächsten Roman wieder mehr.
Hilfreich fand ich am Ende des Buches, das Glossar, das noch einmal einiges erklärt.



Ein weiterer bewegender, aber auch schmerzlicher Roman aus der Feder von Charlotte Roth.
Obwohl er sehr interessant und emotional war, konnte er mich leider nicht so begeistern, wie ihre vorherigen.
Nichtsdestotrotz hat sie aber auch hier wieder ein sehr gutes Thema erörtert und interessante Charaktere aufs Papier gebracht.
Besonders ihre Liebe zu Tieren spricht sehr heraus.
Ich hoffe einfach, ihr nächster gibt mir einfach wieder mehr.
Von mir gibt es daher nur 3,5 Punkte.
Trotzdem gebe ich eine klare Leseempfehlung aus, denn auch diesen Roman finde ich sehr wichtig und lesenswert.

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