Mittwoch, 1. März 2017

[Rezension] Amy Gentry - Good as Gone

Autor: Amy Gentry
Titel: Good as Gone: Eine Mädchen verschwindet. Eine Fremde kehr zurück
Originaltitel: Good as Gone
Übersetzer: Astrid Arz
Teil einer Reihe: /
Genre: psychologischer Spannungsroman
Erschienen: 27.Februar 2017
Verlag: C. Bertelsmann
ISBN: 978-3570103234
Seitenanzahl: 320
Preis: Broschiert 12,99€, Ebook 9,99€
Wertung: 4/5
Bildquelle: © C. Bertelsmann Verlag 

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"Tom und Anna haben das Schlimmste erlebt, was sich Eltern vorstellen können: Ihre 13-jährige Tochter Julie wurde entführt, alle Suchaktionen waren vergebens, die Polizei hat den Fall längst zu den Akten gelegt. Acht Jahre später taucht plötzlich eine junge Frau auf und behauptet, die vermisste Tochter zu sein. Die Familie kann ihr Glück kaum fassen. Doch schon bald spüren alle, dass die Geschichte der Verschwundenen nicht aufgeht. Anna hegt einen furchtbaren Verdacht. Sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit über die junge Frau, von der sie inständig hofft, dass es ihre Tochter ist, die ihr gleichzeitig aber auch fremd erscheint und das gesamte Familiengefüge gefährlich ins Wanken bringt …

Good as Gone ist ein von Anfang an atemberaubend spannendes Buch darüber, wie wenig wir die kennen, die wir lieben. Amy Gentry spielt grandios mit verschiedenen Erzählperspektiven und führt die Leser auf zahlreiche falsche Fährten – bis zum fulminanten Finale."
Quelle: https://www.randomhouse.de/Paperback/Good-as-Gone/Amy-Gentry/C.-Bertelsmann/e509639.rhd





Auf dieses Buch war ich ja unheimlich gespannt. Die Grundidee dabei ist nichts neues und tauchte schon hier und da mal auf.
Dennoch war ich gespannt, was es hiermit auf sich hatte und begann mich ins Geschehen zu stürzen.
Der Beginn war recht spannend , doch zunächst nicht besonders nervenaufreibend.
Nach und nach passierte es mir, daß ich immer verwirrter wurde und erstmal sortieren musste, wo ich mich eigentlich befinde.
Denn das Ganze ist ziemlich komplex aufgebaut, so das man ziemlich schnell die Orientierung verlieren kann. Ging mir zunächst auch so.
Doch ich musste wissen, was steckt hinter allem und somit kam ich auch ins grübeln.
Die verschiedenen Erzählstränge bereiteten mir zunächst einige Probleme. Doch irgendwann begann ich zu verstehen. Ja und ab da gab es kein Halten mehr für mich.
Ich war unwiderruflich gefesselt und wollte unbedingt hinter die Fassade blicken und einfach mehr erfahren.
Über den Inhalt möchte ich auch gar nicht viel verraten. Denn diese Erfahrung beim lesen, ist ein Teil des Zaubers und dem muss man sich einfach stellen.
Hierbei handelt es sich um einen psychologischen Spannungsroman, der nach und nach an Thrillerelementen gewinnt. Als Thriller würde ich ihn jedoch nicht einstufen, da fehlt einfach meiner Meinung nach einiges.
Hierbei geht es um ein verschwundenes Mädchen, daß nach Jahren wieder bei ihrer Familie auftaucht.
Doch die Frage stellt sich schnell, ob es tatsächlich dieses Mädchen ist.
Wir begleiten eine Mutter auf ihren Weg, auf der Suche nach ihrer Tochter.
Man kann ihrer Verzweiflung, aber auch ihre Hoffnung dabei sehr gut spüren. Dabei wird auch sehr gut die innere Zerrissenheit spürbar.
Die Zweifel die dabei auftauchen, sind irgendwann auf mich übergegangen und man sinniert einfach nur darüber.
Man begreift nach und nach , was der Verlust der Tochter auch letztendlich für die Familie bedeutet. Ja, wss sie quasi aus ihr macht und welch Konsequenzen es nach sich zieht.
Auch die einzelnen Charaktere sind wirklich gut ausgearbeitet. So das ich nach und nach in ihre Gefühlswelt eintauchen konnte und vieles verstehen konnte.
Auch über die Hintergründe erfährt man mehr, was dem Ganze die nötige Tiefe verleiht.
Die Abgründigkeit die hinter allem schlummert, kommt sehr gut zum Vorschein. Man kann es förmlich sehen, wie das Ganze eine Eigendynamik entwickelt, der man sich kaum entziehen kann.
Mir persönlich hat dieser Roman wirklich gut gefallen. Die Spannung die dabei eher unterschwellig spürbar war, passt wirklich sehr gut zum gesamten Roman.
Es ist ein interessanter Roman darüber, was Identität eigentlich bedeutet.
Wer sind wir und würden die Menschen die uns kennen, uns auch immer wieder auf den ersten Blick wiedererkennen?
Wer sind wir und was macht uns zu dem , was wir letzendlich sind?
Aber es geht auch darum, sich selbst nicht zu verlieren und man ist auch auf der Suche nach sich selbst.
Dieser Roman ist wirklich tragisch und hat mir gerade zum Ende einiges abverlangt.
Er ist nicht brutal, das nicht. Aber er geht unter die Haut mit seiner Thematik.
Es ist der Punkt, wo man begreift und all die seelischen Qualen und das Leid spürt.
Es gab hier einige Wendungen, die man so nicht erwarten würde und die mich dementsprechend doch ziemlich überrascht haben.
Schlussendlich hat mir auch das Ende gut gefallen.

Hierbei erfahren wir zum größten Teil die Perspektive von Anna, was ihr mehr Raum verschafft.
Die Charaktere sind ausdrucksstark und nehmen für sich ein.
Ihre Handlungen und Gedankengänge sind gut nachvollziehbar gestaltet.
Die einzelnen Kapitel haben eine normale Länge.
Der Schreibstil ist fließend und stark einnehmend.
Das Cover und der Titel passen gut zum Inhalt des Buches.



Ein interessanter und fesselnder Spannungsroman, der psychologisch gesehen wirklich gut aufgebaut ist.
Verwirrend, facettenreich und wendungsreich.
Es ist nicht das, was man erwarten würde. Man blickt hinter die Fassade, die Abgründe und auch in die menschliche Seele.
Ein Roman der mit jeder Zeile mehr fesselt und dessen Geschehen man sich einfach nicht entziehen kann und welches auch zum nachdenken anregt.
Ein klare Leseempfehlung.


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