Sonntag, 13. November 2016

[Rezension] Timo Leibig - Totenschmaus (Goldmann & Brandner 3)

Autor: Timo Leibig
Titel: Totenschmaus
Teil einer Reihe: Goldmann und Brandner - Band 3
Genre: Kriminalroman
Erschienen: 12.Mai 2016
Verlag: Leibig - Verlag und Werbung
ISBN: 978-3981707649
Seitenanzahl: 318
Preis: Taschenbuch 9,99€, Ebook 2,99€
Wertung: 5/5
Bildquelle: © Timo Leibig

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"Der etwas delikate dritte Fall für Leonore Goldmann und Walter Brandner.

Ein Restaurantkritiker verschwindet nach einem Streit in der Sterneküche spurlos. Unter den Gästen des Dreierlei befindet sich auch Kommissarin Leonore Goldmann. Sie ist überzeugt: Etwas Schlimmes ist passiert, und die drei Köchinnen haben irgendetwas damit zu tun.
Doch die Ermittlungen führen in eine Sackgasse, und bald schon stellt sich für Goldmann und ihren Kollegen Walter Brandner die Frage: Wie unterscheidet man zwischen Gut und Böse, wenn Gut nicht weiß und Böse nicht schwarz ist, sondern alle Verdächtigen sehr weiße Kochjacken tragen?

Die Reihe um Goldmann und Brandner. Bisher sind folgende Thriller erschienen:
Mädchendurst – Der erste Fall für Goldmann und Brandner
Fußabschneider – Der zweite Fall für Goldmann und Brandner
Totenschmaus – Der etwas delikate dritte Fall für Goldmann und Brandner
Herznote – Wer ist der ominöse Doktor Bernhard Richter? Eine Geschichte in der Welt von Goldmann und Brandner.

Weitere Titel von Timo Leibig:
Blut und Harz – Mysterythriller

Alle Bücher von Timo Leibig können unabhängig voneinander gelesen werden.

Mehr über den Autor finden Sie auch unter:
www.timoleibig.de
www.facebook.com/TimoLeibigAutor"
Quelle: https://www.amazon.de/Totenschmaus-Goldmann-Brandner-Timo-Leibig/dp/3981707648/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1478914792&sr=8-1&keywords=timo+leibig





Endlich ein Wiedersehen mit dem smarten Ermittlerduo. Vorweg möchte ich anmerken, das man die Bände der Reihe nach lesen sollte. Da die Ermittler doch eine ziemliche Entwicklung durchmachen.
Auch im dritten Fall geht es hoch her und das auf sehr delikate Art und Weise.
Bereits der Einstieg gelang mir unglaublich leicht.
Dabei möchte ich anmerken, daß von vornerein nichts verborgen bleibt. Das heißt, man muss den Täter nicht großartig suchen. Dennoch gibt es einige Überraschungen, die dem ganzen mehr Spannung verleihen.
Viel mehr geht es darum, das man an der Seite der Ermittler, den Mörder auch dingfest macht.
Hierbei handelt es sich um einen ziemlich komplexen Fall. Denn er beginnt schon weit vorher. Man erhält auch immer wieder Hintergrundinformationen, was das ganze viel nachvollziehbarer macht. Auf schmerzliche Art und Weise erfährt man eine dramatische Geschichte, die unter die Haut geht. Dabei zieht sie sehr weite Kreise, die auf den ersten Blick nicht erkennbar ist.
Dabei kommt auch die Zwischenmenschlichkeit nicht zu kurz und man bekommt auch da einiges geboten, was man nicht erwarten würde.
Unsere drei Hauptprotagonisten sind hierbei die drei Köchinnen Elli, Bärbel und Kerstin. Ich würde lügen, würde ich sagen, ich mochte sie alle. Mir hatte es besonders Elli angetan. Die ganze Qual und der Schmerz der aus ihr herausfließt, ist fast greifbar. Ich hab besonders mit ihr mitgelitten. Vielleicht weil sie es nie einfach hatte. Sie hatte einfach eine Art an sich, die in mir den Beschützerinstinkt geweckt hat. Sie ist sympathisch, authentisch und man fühlt sich ihr einfach besonders nah. Jede von ihnen zeichnet sich durch ihre eigene Attribute aus und das macht das ganze Geschehen auch viel abwechslungsreicher.
Die Kreise die das ganze mit sich zog, waren schockierend, kaum ermessbar und hat mich immer wieder aufs neue fassungslos dasitzen lassen.
Dabei wird auch der Grundstein des Kochens nicht aus den Augen verloren. Der Autor beschreibt die kulinarischen Genüsse auf sehr bildreiche Art und Weise, so das mir immer wieder das Wasser im Mund zusammenlief.
Es hat mir Freude bereitet, diese Geschichte zu verfolgen.
Und doch war ich auch wütend, entsetzt und konnte kaum glauben, was mir da wiederfuhr.
Die Abgründigkeit kennt einfach keine Grenzen und das muss man auch hier wieder aufs neue erkennen. Aber es zeigt uns auch sehr gut auf, wozu Menschen in der Lage sind, wenn sie in die Enge getrieben werden.
Doch ist es der richtige und vor allem der einzige Weg?
Es ist dramatisch, tragisch und schafft es Facetten ans Licht zu bringen, die einfach mitleiden und mitfühlen lassen.
All die Verzweiflung, die innere Zerrissenheit, aber auch die Dominanz und Abgeklärtheit einiger Personen ist sehr gut spürbar.
Dabei schafft es der Autor mit Wendungen aufzuwarten, die ich so nicht erwartet habe. Sie haben mich stellenweise doch entsetzt und auch traurig gemacht.
Denn es geschehen Dinge, die nicht einfach sind und die darum umso trauriger machen.
Besonders gut gefallen hat mir auch die sarkastische Art an der ein oder anderen Stelle, das brachte noch mehr Auftrieb in das ganze Geschehen.
Dank dem smarten Ernittler Walter, den ich unglaublich gerne mag, durfte ich an der ein oder anderen Stelle auch schmunzeln, was das Ganze doch merklich aufgelockert hat.
Auch die Ermittllungen konnte man wieder sehr gut verfolgen. Auch wenn in diesem Band der Fokus mehr auf Leonore lag. Denn bei ihr passieren auch neue Dinge, die mich wieder ergriffen haben. Die Zeichen sehen auf Sturm und sie muss endlich Entscheidungen treffen.
Wird sie sich dazu durchringen können?
Alles in allem hat Timo Leibig mit dem dritten Band nicht nur etwas sehr delikates, sondern auch etwas berührendes, facettenreiches und tragisches zu Papier gebracht, das mich immer wieder an meine eigenen Grenzen stießen ließ.
Ich freu mich schon jetzt sehr auf den vierten Band.

Hierbei erfahren wir zum größten Teil die Perspektiven von Elli und Leonore. Aber auch andere Charaktere kommen zu Wort, je nachdem wer gerade im Zentrum des Geschehen liegt. Das verschafft dem ganzen viel Raum und Tiefe.
Die Charaktere sind allesamt gut gezeichnet, ausdrucksstark und nehmen für sich ein.
Ihre Handlungen und Gedankengänge sind gut nachvollziehbar gestaltet.
Die einzelnen Kapitel sind normal gehalten, was mich durch dieses Buch fliegen ließ.
Der Schreibstil ist locker und fließend, aber auch mitreißend und bildgewaltig gehalten.
Das Cover und der Titel passen gut zum Inhalt des Buches.


In seinem dritten Band um das smarte Ermittlerduo Goldmann und Brandner, entführt uns der Autor in die Welt der Sterneköche.
Es wird delikat, dramatisch und unheimlich komplex.
Nicht ist schwarz weiß, es sind die Nuancen dazwischen, die alles so abgründig und berührend machen.
Es ist ein Buch, das mich wieder an meine eigenen Grenzen stießen ließ.
Eine klare Leseempfehlung.

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