Donnerstag, 3. November 2016

[Rezension] Susanne Leuders - Angels Fall

Autor: Susanne Leuders
Titel: Angels Fall
Teil einer Reihe: /
Genre: Jugendbuch
Erschienen: 1.Oktober 2015
Verlag: Verlagshaus El Gato 
ISBN: 978-3943596908
Seitenanzahl: 400
Preis: Taschenbuch 13,90€, Ebook 4,99€
Wertung: 4/5
Bildquelle: © Verlagshaus El Gato 

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"Die siebzehnjährige Amelie von Engelsbach hat alles, was man für einen Start in ein vermeintlich erfolgreiches Leben braucht: Ein finanzstarkes Elternhaus, das ihr neben dem traditionsreichen Namen eine exzellente Ausbildung garantiert und die Tür zur Welt der Schönen und Reichen öffnet.

Nach einem Unfall gerät Amelies Welt allerdings vollkommen aus dem Ruder und sie verliert sich in einer selbst gewählten Isolation.

Von Angel:
„Ab und zu starre ich auf diese Buchstaben an der Wand im Mädchenklo und weine ohne Tränen in mich hinein.“
Amelie nennt sich lieber Angel, läuft mit Second-Hand-Klamotten herum und rebelliert, wo sie nur kann. Dementsprechend herrscht zu Hause ständig dicke Luft. Völlig allein gelassen bringt sie sich selbst immer wieder in gefährliche Situationen.

Von Angel:
„Wenn ich da morgens liege und mir vor Angst das Adrenalin durch den Körper jagt, dann spüre ich wenigstens für einen kleinen Augenblick, dass ich noch lebe …“
Im Internet lernt sie Striker kennen, mit dem sie täglich chattet. Er gibt ihr Halt und wird zu ihrem einzigen Freund. Als sie während eines Treffens erfährt, wer wirklich hinter diesem Nickname steckt, droht auch diese Freundschaft zu zerbrechen.

Von Striker:
„Pffff, was soll ich dazu sagen? Angel, jetzt mal ehrlich! Findest du nicht, dass das ein bisschen krank ist?“
Doch dann erschüttert die nächste Katastrophe Amelies Leben und ihr wird klar, dass sie außer Striker niemanden hat, der zu ihr steht.
Der Junge hat allerdings seine eigenen Probleme. Auch er verbringt einen Teil seiner Freizeit im Internet. Dort gerät er an einen ziemlich üblen Typen, der ein Spiel vorschlägt, das nicht nur Striker in höchste Lebensgefahr bringt.
„Du oder ich, Striker? Wir sind die Letzten …“"
Quelle: http://verlagshaus-el-gato.de/Verlag/product_info.php?products_id=66





Der Klappentext dieses Buches hat mich ja besonders gereizt. Wobei ich ja nicht wirklich schlau daraus wurde, meine Neugier wurde jedoch sofort entfacht.
Amelie kommt aus einem gutem Elternhaus und eigentlich sollte man meinen, sie wäre glücklich.
Doch ist sie es tatsächlich?
Wie glücklich kann man sein, wenn man aus der gehobenen Gesellschaftsschicht kommt?
Was fehlt ihr und wonach sehnt sie sich im geheimen?
Amelie ist der typische Rebell. Sie wehrt sich und bricht aus ihren Glashaus aus. Sie eckt überall an, wo sie nur kann. Sie versucht aus der Masse herauszustechen und einfach anders zu sein.
Doch inwieweit wird sie damit auch wirklich angesehen?
All ihr Schmerz und Verzweiflung schreit sie in die Welt hinaus. Die Hoffnung auf Erlösung ist immer da und doch unerreichbar fern.
Einzig Striker ist ihr Halt und gibt ihrem Leben etwas Beständigkeit und Zusammengehörigkeit.
Doch wie echt , wie wahr ist das Ganze?
Mich hat besonders Amys Zerrissenheit und ihr tiefer Schmerz berührt. Auf ihre Art und Weise versucht sie es zu kompensieren und damit auf sich aufmerksam zu machen.
Man könnte auch sagen, es ist ein einziger Hilfeschrei.
Doch wird er erhört?
Als die Schicksalsschläge mal wieder mit völliger Unbarmherzigkeit zuschlagen, bricht alles auseinander und Amelie wird in eine neue Welt gezogen. Eine Welt aus Ängsten und Verzweiflung.
Aus Manipulation und Geltungsbedürfnis.
Alles wird immer mysteriöser und gefährlicher und irgendwann muss sie sich fragen, wem sie überhaupt noch vertrauen kann.
Doch in diesem Roman dreht sich auch vieles um die Thematik Freundschaft und was sie bedeutet.
Kann man sie leichtfertig vergeben oder ist sie die einzige Stütze die man haben kann?
Dieses Buch wird ja auch als Jugendthriller eingeliedert. Da es sich hier um "das Spiel " dreht, ist es durchaus nachvollziehbar. Doch ich muss ehrlich gestehen, mir war es zu wenig Thrill. Es gab sehr viel geheimnisvolles und man wollte unbedingt wissen, was es damit auf sich hat.
Man spürt die Ängste und die innere Zerrissenheit sowie den Schmerz der Charaktere recht deutlich, was dem ganzen viel mehr Leben eingehaucht hat. Doch gerade über das Spiel hätte ich mir mehr Hintergründe gewünscht.
Auch über Amelie die zentrale Protagonistin erfährt man meiner Meinung nach viel  zuwenig, was ich wirklich sehr schade fand. denn ich mag sie als Mensch wirklich sehr. Über ihren Hintergrund hätte ich mir mehr Details gewünscht. Auch gab es da Szenen, die ich nicht wirklich nachvollziehen konnte.
Ihr Schicksal und auch das von Striker werden recht deutlich hervorgebracht. Zwei Seelen, die nicht so sind, wie es auf den ersten Blick scheint.
Man hat Wünsche, Hoffnungen und Sehnsüchte und man spürt gleichzeitig, das es auch den Charakteren so geht.
Sie möchten ausbrechen, mehr haben und einfach leben.
Manchmal hatte ich wirklich das Bedürfnis einfach loszuschreien und zu helfen. Einfach weil es doch ins Herz sticht, bei de was man hier erfährt.
Es zerreißt einen und lässt einen innehalten und resümmieren.
Schlussendlich hat mir dieser Roman trotz seiner Schwächen sehr gut gefallen. Einfach weil ich ständig am mitfiebern und mitzittern war. Ich war gefangen in meinem Emotionen und war die ganze Zeit nur am hin- und herdenken.
Die Autorin zeigt hier recht deutlich wie leicht die Seelen zerbrechen können und das man manchmal vielleicht mehr hinschauen sollte.
Und gleichzeitig zeigt sie auch auf, das nicht alles was schön und toll wirkt, es auch wirklich ist.
Es steckt immer mehr dahinter, als man vermuten würde.
Hierbei haben mir besonders die Zitate und Dialoge von Angel und Striker sehr gut gefallen, sie haben mehr über sie verraten, als man denken würde.

Hierbein erfahren wir die Perspektive von Amelie , was ihr mehr Raum und Tiefe schenkt.
Die Charaktere sind ausdrucksstark, lebendig und nehmen für sich ein. Einige von Ihnen wirken jedoch etwas blass.
Ihre Handlungen und Gedankengänge sind gut nachvollziehbar gestaltet.
Die einzelnen Kapite sind normal gehalten.
Der Schreibstil ist fließend und stark einnehmend, aber auch mitreißend und bildgewaltig gehalten.
Das Cover und der Titel passen gut zum Inhalt des Buches.



Ein Jugendthriller mit leider zu wenig Thrill, dafür sticht es umso mehr mit den Schicksalen heraus.
Die innere Zerrissenheit, die Ängste, die Pein werden sehr gut hervorgebracht.
Nicht immer ist alles gold, was glänzt.
Schmerzvoll, emotional und absolut lebendig.
Es regt doch auch in einem gewissen Maß zum nachdenken an, was mir sehr gut gefällt.
Eine klare Leseempfehlung.


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