Samstag, 15. Oktober 2016

[Rezension] Bernard Minier - Wolfsbeute (Commandant Martin Servaz 3)

Autor: Bernard Minier
Titel: Wolfsbeute
Originaltitel: N'éteins pas la lumière
Übersetzer: Antoinette Gittinger
Teil einer Reihe:  Commandant Martin Servaz - Band 3
Genre: Psychothriller
Erschienen: 1.August 2016
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3426304587
Seitenanzahl: 640
Preis: Broschiert 14,99€, Ebook 9,99€
Wertung: 5/5
Bildquelle:  © Knaur Verlag

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"Eine Frau verliert die Kontrolle über ihr Leben.
Ein Stalker manipuliert mit perfiden Methoden
Ein Kommissar kämpft mit den Schrecken der Vergangenheit

Wer ist Täter? Wer ist Opfer? Spiegel-Bestsellerautor Bernard Minier spielt mit den Vorstellungen des Lesers, entwirft das eiskalte Psychogramm
eines Stalkers und zieht den Leser in eine Geschichte hinein, deren Facettenreichtum elektrisiert.
Toulouse: Das Unheil beginnt mit einem verstörenden anonymen Brief eines vermeintlichen Selbstmörders. Zunächst glaubt Radio-Moderatorin Christine Steinmeyer an einen Irrläufer, der da in ihrem Briefkasten gelandet ist. Doch dann meldet sich in ihrer Live-Radiosendung ein Mann zu Wort, der Christine für den Tod eines Menschen verantwortlich macht.
Zeitgleich erhält Kommissar Martin Servaz einen Hotelzimmerschlüssel zugeschickt. Zimmer 117, im Hotel Wilson in Toulouse. Dort hatte sich vor einem Jahr eine Künstlerin auf grauenvolle Art das Leben genommen. Angeblich. Wer ist der ominöse Absender dieser Schlüssel-Botschaft?
Der französische Bestseller-Autor hat ein kunstvoll inszeniertes und erstklassiges Psychokammerspiel komponiert - fast wie eine Oper. Denn Minier spielt mit den Vorstellungen der Leser.
Am Ende wird in diesem Psychothriller nichts so sein, wie es anfangs schien."
Quelle: http://www.droemer-knaur.de/buch/8190864/wolfsbeute





Ich mag die Reihe um Commandant Martin Servaz unheimlich gern und daher habe ich mich auch sehr auf den dritten Band der Reihe gefreut.
Voller Vorfreude begann ich mich dem lesen und bereits im ersten Teil erzeugte das Grauen bei mir eine schiere Gänsehaut und meine Nerven waren aufs äußerste angespannt.
Servaz beschäftigt sich hier mit dem Fall einer Selbstmörderin. Ja, eigentlich ein Fall mit dem man sich nicht mehr beschäftigen muss. Denn die Akte ist geschlossen. Doch Servaz bekommt eine Hotelzimmerschlüssel zugeschickt und alles nahm seinen Lauf. Doch wo es ihn letztendlich hinführen würde, hätte er nicht gedacht.
Parallel dazu bekommt die erfolgreiche Radionmoderatorin Christine einen Drohbrief, der Anfang einer unheimlichen Bedrohung.
Wer hat es auf sie abgesehen?
Eine Psychoterror erster Klasse nimmt ihren Lauf und kennt keine Grenzen. Christine hat mich wahnsinnig berührt mit ihrer Art. Man konnte direkt ihre Verzweiflung immens spüren. Man nahm anteil an ihrer Qual und litt unsagbar mit.
Welche Hoffnungslosigkeit und Ängste sich daraus ergaben, war schier unermessbar.
Dabei kommt auch ihre eigene Vergangenheit mit ins Spiel, was gut half ihre Person zu verstehen und zu ergründen. Denn sie ist ein Mensch mit spürbaren Ecken und Kanten. Es weckt sowohl Mitgefühl als auch Anteilnahme.
Das Wissen das ein einziger Baustein, das komplette Leben auseinanderbrechen lassen kann.
Wo beginnt der Wahnsinn und wo mündet es in Besessenheit?
Ich persönlich finde die Thematik des Stalkings immer sehr interessant und muss wirklich sagen, die Umsetzung ist außerordentlich gut gelungen.
Es zeigt auf, was es mit den Menschen macht , aber auch wozu sie in ihrer Verzweiflung fähig sind.
Was tust du wenn dir niemand mehr glaubt und du auf dich allein gestellt bist?
Daran verzweifeln oder ums nackte Überleben kämpfen?
Hier wird uns das alles sehr eindringlich vor Augen geführt.
Auch die Ermittlungsmethoden haben mir sehr gut gefallen, sie waren gut nachvollziehbar gestaltet und man konnte direkt seine eigenen Schlüsse ziehen.
Doch was haben die beiden Fälle miteinander zutun?
Zunächst nicht viel.
Doch je mehr ich erfuhr, umso schockierter und überraschter war ich, welchen Verlauf das Ganze nahm.
Es treten Dinge zutage, die man nie erwarten würde und die doch brilliant und auf gut ausgearbeitete Art und Weise in Szene gesetzt werden.
Dabei wird gekonnt mit den Ängsten der Leser gespielt und die Emotionen ganz gezielt und eindringlich übertragen.
Nicht  ist so wie es scheint.
Die Wahrheit ist noch viel schlimmer und macht das Grauen umso greifbarer und abgründiger.
Dabei ist vor allem die Entwicklung der Charaktere überaus beeindruckend. Aber auch die Hintergründe haben mir eisige Schauer über den Rücken gejagt.
Der Autor arbeitet dabei Wendungen ein, die man nicht kommen sieht und die einfach vollkommen fassungslos machen.
Vor allem die Auflösung war für mich vollkommen überraschend, da ich damit gar nicht gerechnet habe.
Die Spannung ist dabei die ganze Zeit auf hohem Level und man bangt und zittert dabei die ganze Zeit unglaublich mit.
Der Abschluss lässt mich dem nächsten Band entgegenfiebern, denn auch Servaz´ eigene Dämonen sind noch längst nicht besiegt und es scheint einiges auf uns zuzukommen.
Ich freu mich schon jetzt sehr darauf.

Hierbei erfahren wir die Perspektive von Martin und Christine, was ihnen mehr Raum und Tiefe schenkt.
Die Charaktere sind allesamt gut gezeichnet,authentisch, ausdrucksstark und nehmen völlig für sich ein.
Ihre Handlungen und Gedankengänge sind gut nachvollziehbar gestaltet.
Das Buch ist in drei Teile gegliedert, die einzelnen Kapitel sind normal bis lang gehalten.
Der Schreibstil ist fließend und stark einnehmend, aber auch mitreißend und bildgewaltig gehalten.
Das Cover und der Titel passen gut zum Inhalt des Buches.


Der dritte Fall ist sehr komplex, versteht es aber mit seiner Grundthematik und den Charakteren völlig in den Bann zu ziehen.
Ein Pageturner, der vor allem mit seinen Wendungen überaus beeindruckend ist.
Eindringlich, subtil und megaspannnend.
Mich konnte er auf ganzer Linie überzeugen.
Eine mehr als klare Leseempfehlung.


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