Dienstag, 20. September 2016

[Rezension] Dania Dicken - Die Seele des Bösen: Stumme Schreie (Sadie Scott 7)


Autor: Dania Dicken
Titel: Die Seele des Bösen: Stumme Schreie
Teil einer Reihe: Sadie Scott - Band 7
Genre: Thriller
Erschienen: 16.September 2016
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
ISBN: 978-1535180474
Seitenanzahl: 274
Preis: Ebook 3,49€, Taschenbuch 9,99€
Wertung: 4/5
Bildquelle: © Dania Dicken

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"Die junge Polizistin Nicky Sheridan bittet FBI-Profilerin Sadie um Mithilfe in einem fast zwanzig Jahre alten Mordfall. Nickys kleiner Bruder Billy wurde als Sechsjähriger auf dem Heimweg von der Schule entführt und Wochen später ermordet und verbrannt aufgefunden. Der Täter konnte nie gefunden werden, weshalb Sadie beschließt, der von Schuldgefühlen geplagten Nicky zu helfen. Gemeinsam fahren sie in Nickys Heimatort am Fuße der südlichen Sierra Nevada und rollen den alten Fall neu auf. Bei ihren Ermittlungen finden sie schnell heraus, dass in der Region über Jahre hinweg immer wieder Menschen getötet und ihre Leichen verbrannt wurden. Nicky und Sadie stoßen auf eine beispiellose Mordserie …"
© Dania Dicken





In ihrem neuen Fall wird Sadie von einer Polizistin damit betraut, den Fall ihres Bruders aufzuklären.
Nicky, die Polizistin findet keine Ruhe, nicht zu wissen wer vor 18 Jahren ihren Bruder umgebracht hat.
Sie muss es wissen, um abschließen zu können.
Doch wird sie es verkraften oder daran zerbrechen?
Wird Sadie ihr dabei helfen können?
Es ist das erste Mal , daß Sadie einen Cold Case bearbeitet. Ich empfand die Ermittlungsweise dabei ziemlich interessant, da es sich ja doch sehr davon unterscheidet, als wenn man in einem aktuellem Mordfall ermittelt.
Man muss jedoch auch dazu sagen, daß gerade der neue Thriller von Dania Dicken dadurch eher ruhig ist. Die Spannung ist dabei eher unterschwellig spürbar, da dabei viel ermittelt wird.
Die eigentlichen Taten bekommt man nicht wirklich mit.
Aber gerade auch die Gespräche hatten es in sich. Wenn alles beschrieben wird, hat man das nackte Grauen vor Augen und gerade deshalb kommt man ungemein an seine eigenen Grenzen.
Man spürt Fassungslosigkeit, Entsetzen und schlimmeres. Es ist kaum in Worte zu fassen wie bestialisch das Ganze ist. Es geht unter die Haut und ja , das Kopfkino tut sein übriges.
Hierbei wird sehr gut die Abgründigkeit der menschlichen Seele offenbart. Man stößt in Gefilde vor, die man nicht sehen möchte, aber sie doch ergründen möchte.
Man will verstehen, nachvollziehen.
Aber kann man das überhaupt?
Hierbei geht es nicht umbedingt nur um die Taten. Es geht auch um das Verarbeiten und Abschließen.
Es geht darum, daß man Gewissheit erlangt und einfach auch das die Angehörigen Ruhe finden.
Aber es zeigt auch auf, was es mit den Personen macht, die unmittelbar damit verbunden sind und was es für Konsequenzen nach sich zieht.
Der Autorin gelingt es mit sehr viel Einfühlsamkeit und gnadenloser Offenheit, all das zum Punkt zu bringen.
Die Furcht, die Ängste, die Zerrissenheit, aber auch die inneren Qualen bleiben da nicht aus, man kann sie am eigenen Leib erfahren.
Man bangt und zittert die ganze Zeit mit und die schiere Verzweiflung macht einen einfach fertig.
Aber auch Sadie verlangt der Fall einiges ab. Sie gerät dabei an ihre eigenen Grenzen und darüber hinaus. Auch für sie ist es wieder eine Bewährungsprobe. Sie muss sich dabei auch ihren Ängsten, ihren Erinnerungen stellen.
Das was man ist und was man erleiden musste, wird nie vergehen. Auf die ein oder andere Weise wird es immer präsent bleiben. Das wird hier wieder sehr deutlich.
Der Cold Case ansich nimmt gewaltige Ausmaße an und man fragt sich immer nur, wann das alles ein Ende hat.
Auch der Täter wird hier sehr gut beleuchtet. Man erfährt auch einiges aus der Vergangenheit, was das Ganze einfach noch präsenter macht.
Der Verlauf war spannend, da es jedoch hauptsächlich um Ermittlungen ging, kamen für mich leider auch ein paar Längen auf.
 Es gab jedoch auch wieder Szenen, die gezeigt haben, das es auch Glück gibt, anhand Sadie, ihrer Familie und Matt. Das sind so Szenen, die das Ganze etwas aufgelockert haben.
Doch obwohl man meinen sollte, es wäre alles vorhersehbar, so wurden doch am Ende Wendungen eingewoben, die ich nicht erwartet hätte, auch wenn man es hätte kommen sehen müssen.
Schlussendlich ist hier ein Thriller entstanden, der sehr interessant und facettenreich war, mir jedoch mit zu wenig Nervenkitzel behaftet war.
Dennoch hat er mir wieder gut gefallen.

Hierbei erfahren wir zum größten Teil die Perspektive von Sadie, aber auch die vom Täter erfährt man.
Man liest sowohl von der Vergangenheit als auch von der Gegenwart.
Die Nebencharaktere sind gut gezeichnet, authentisch und nehmen für sich ein.
Ihre Handlungen und Gedankengänge sind gut nachvollziehbar gestaltet.
Die einzelnen Kapitel sind normal gehalten.
Der Schreibstil ist fließend und stark einnehmend, aber auch mitreißend und bildgewaltig gehalten.
Das Cover und der Titel passen gut zum Inhalt des Buches.


Auch Sadies 7. Fall hat mir wieder gut gefallen.Dadurch das es ein Cold Case ist, kann man die Ermittlungen wunderbar begleiten.
Ein Fall der Ausmaße entwickelt, die kaum zu ermessen sind und dabei noch einige Überraschungen bereithält.
Abgründig, emotional und sehr interessant.
Eine klare Leseempfehlung.
Ich vergebe 4 von 5 Punken.


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