Freitag, 5. August 2016

[Rezension] Sandrone Dazieri - In der Finsternis

Autor: Sandrone Dazieri
Titel: In der Finsternis
Originaltitel: Uccidi il padre
Übersetzer: Claudia Franz
Teil einer Reihe:
Genre: Thriller 
Erschienen: 1.Juni 2016
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-30913-4
Seitenanzahl: 560
Preis: Taschenbuch 9,99€, Gebundene Ausgabe 19,99€, Ebook 8,99€
Wertung: 5/5
Bildquelle:  © Piper Verlag

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"Dante Torre kann Menschen lesen. Aber er hat teuer dafür bezahlt. Elf Jahre war er eingesperrt in ein Betonverlies, abhängig von dem Mann, den er Vater nennen musste. Als Jahre später erneut Menschen verschwinden, hat Dante einen üblen Verdacht. Doch er vertraut nur Colomba Caselli. Die suspendierte Elitepolizistin hat wie er nichts zu verlieren bei einer Jagd, die alle Regeln und Gesetze sprengt."
Quelle: https://www.piper.de/buecher/in-der-finsternis-isbn-978-3-492-30913-4





Auf diesen Thriller habe ich mich sehr gefreut, der Klappentext war ziemlich interessant und das Cover einfach nur düster und unheilvoll. Ich war unheimlich gespannt, was mich da erwarten würde.
Ich hab ja immer so meine Probleme mit italienischen Thrillern, da sie meist sehr schwere Kost sind.
Aber hier hab ich nicht deshalb so lange gebraucht. Hier musste ich einfach immer mal wieder innehalten, um das Ganze zu verarbeiten und begreifen zu können.
Denn es ist ein ziemlich komplexes Werk, daß man nicht eben mal nebenher lesen kann.
Dante Torre ist eine sehr vielschichtige Persönlichkeit. Er war mir sympathisch. Sein Hintergrund und seine ganze Art und Weise haben mich erschüttert, wütend gemacht, aber ich war sehr fasziniert von ihm. Seine Intelligenz hat mich immer wieder sprachlos gemacht. Wie er seine Schlüsse gezogen hat, hat mir einfach nur Bewunderung abgezollt.
Er ist ein Mann der einfach sehr tief unter die Haut geht, einfach  nur, weil er ist, wie er ist.
Die Polizistin Columba mochte ich auch sehr gern. Anfangs war sie zwar etwas zugeknöpft und nicht ganz greifbar. Doch je mehr ich sie kennenlernte, umso mehr mochte ich sie. Im Laufe des Buches erfuhr ich immer mehr über sie. All der Schmerz, den sie mit sich herumträgt. Ihre Vergangenheit, die einfach völlig mitnimmt. Auch sie ist eine Person, die mich immer wieder in Staunen versetzt hat.
Aber was mich vor allem unheimlich berührt hat, war die Verzweiflung. die Ängste und die immense Wut  , die sie ausgestrahlt haben.
Ich konnte es mit jeder Faser meines Herzens spüren, dadurch gewann das Ganze an Präsenz und Ausdrucksskraft und entfesselte einfach alles.
Was sie im eigentlichen Sinne zu bewältigen hatten, war ziemlich heftig und hat mich immer wieder mit Grauen und Entsetzen erfüllt.
Es ist wirklich alles ziemlich genial aufgebaut und das macht dieses Thriller auch so gut.
Hat man in einem Moment eine Ahnung, wurde diese im nächsten Moment schon wieder zerschlagen.
Die Wendungen die hier eingebaut wurden, haben mich einfach völlig fertiggemacht.
Man musste ständig umdenken, bei dem was sich hier immer wieder herauskristallisiert hat.
"Der Vater" hat in mir Grauen ausgelöst, das kaum zu ermessen war.
Der Hintergrund hat mich immer wieder in den Abgrund gestürzt und einfach nicht mehr auftauchen lassen.
Dabei ging es die ganze Zeit ziemlich actionreich und adrenalingeladen zu. Für Pausen war keine Zeit, weil wirklich immer was passierte. Die Spannung war dabei förmlich elektrisierend und das bis zum Schluss.
Die ganze Ermittlungsarbeit fand ich sehr interessant, da man sich direkt einklinken konnte und eifrig mitermitteln konnte.
Man hofft und bangt soviel in diesem Buch, das ist wirklich unglaublich.
Dazwischen immer nicht zu wissen, was mit den Opfern ist, hat alles noch umso beängstigender und emotionaler gemacht.
Wobei wirklich Das Kopfkino, das eigentliche Grauen zutage fördert. Denn der Vorstellungskraft sind keine Grenzen gesetzt.
Bereits nach den ersten Zeilen wusste ich, dieser Thriller wird unfassbar gut und ich sollte recht behalten.
Doch im Endeffekt war ich nicht darauf vorbereitet, was es letztendlich auch in mir auslösen würde.
Es tun sich Abgründe auf, die sich kaum ermessen und bewältigen lassen.
All die Verzweiflung, die Wut und die Hoffnungslosigkeit haben mich förmlich zerrissen.
Und dann als man wirklich dachte , man wüsste alles.
Bekommt man den nächsten Schock verpasst.
Es ist wirklich ein gewaltiges Auf und Ab , das mich förmlich verschlungen hat.
Ein Thriller, den ich so noch nie erlebt habe und den ich auch so leicht nicht vergessen werde.
Doch ich muss auch sagen, daß es nichts für schwache Nerven ist. Damit ist nicht die Brutalität gemeint, denn das hält sich mehr oder weniger in Grenzen. Es ist viel mehr, daß was dahintersteckt.
Aber lest selbst, ihr werdet es nicht bereuen.

Hierbei erfahren wir verschiedene Perspektiven, zumeist die von Colomba und Dante. Je nachdem , wer gerade im Zentrum des Geschehen liegt. Das verschafft dem ganzen einfach mehr Lebendigkeit, Raum und Tiefe.
Die Nebencharaktere  sind gut gezeichnet, ausdrucksstark und authentisch.
Ihre Handlungen sind stets gut nachvollziehbar gestaltet.
Das Buch ist in mehrere Teile gegliedert, die einzelnen Kapitel sind normal bis lang gehalten.
Der Schreibstil ist fließend und stark einnehmend, aber auch mitreißend und bildgewaltig gehalten.
Das Cover und der Titel passen gut zum Inhalt des Buches.



Ein absolut genial und gut nachvollziehbar gestrickter Thriller, der mich vollkommen fertiggemacht hat.
Selten habe ich etwas so intensives und spürbar abgrundtiefes erlebt. Die Wendungen sind zahlreich und haben mich immer wieder in Erstaunen versetzt und das Grauen fühlen lassen.
Es ist jedoch ziemlich schwere Kost, man kann es nicht mal eben nebenher lesen.
Ein Thriller, den ich so noch nie erlebt habe und den ich auch so leicht nicht vergessen werde.
Unbedingt lesen.
Ich vergebe 5 von 5 Punkten.

1 Kommentar:

  1. Hallo Susanne,

    ich kann deine Rezi zu diesem beeindruckenden und erdrückenden Thriller nur bestätigen. Auch mir ging es beim Lesen der Geschichte so und ich bin froh, dass ich dieses Buch gelesen habe.

    Wenn wir Glück haben, kann es sein, dass im nächsten Jahr ein neues Buch vom Autor erscheint. Ich hoffe, dass ich hier auf der FBM mehr erfahren kann.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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