Dienstag, 1. Dezember 2015

[Rezension] Amy Reed - Abschied für immer und nie

Autor: Amy Reed
Titel: Abschied für immer und nie
Originaltitel: Invincible
Übersetzer: Maike Müller
Teil einer Reihe: /
Genre: Gegenwartsliteratur
Erschienen: 10. November 2015
Verlag: HarperCollins
ISBN: 978-3959670104
Seitenanzahl: 304
Preis: Gebundene Ausgabe 16,90€, Ebook 14,99€
Wertung: 4/5
Bildquelle:  https://www.harpercollins.de/buecher/young-adult/abschied-fur-immer-und-nie

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"Mal im Ernst, Evie, was haben wir schon zu verlieren?" Was die krebskranke Evie noch will, ist eine letzte Reise. Noch einmal das Adrenalin in den Adern spüren. Noch einmal auf den Rat ihrer Freundin Stella hören: Lebe wagemutig. Aber die Flucht aus der Klinik wird alles verändern? Evie fällt es unsagbar schwer, in die Welt der Gesunden zurückzufinden. Bis sie Marcus trifft. In seiner Nähe fühlt sie sich lebendig. In seinen Exzessen, seinen fantastischen Höhenflügen. Nur ahnt sie nicht, dass sie nur einen Schritt vor dem Abgrund steht?"
Quelle: https://www.harpercollins.de/buecher/young-adult/abschied-fur-immer-und-nie





Vor einiger Zeit war Evie noch ein ganz normales 16jähriges Mädchen das es liebte Cheerleaderin zu sein . Sie war einfach glücklich mit ihren Freundinnen und ihrem Freund Will.
Doch dann änderte diese eine Diagnose ihr ganzes Leben.
Evie erkrankt an Krebs.
Dieses Buch ist in zwei Teile unterteilt.
Als erstes erfahren wir von Damals, als sie erkrankte.
In diesem Abschnitt wird sehr eindrucksvoll geschildert was in dieser Zeit mit Evie geschah. Was diese ganze Krankheit mit ihr anrichtete, aber auch wo sie ihren nötigen Halt fand.
Als ich Evie kennenlernte, hatte ich das Gefühl alles durch Watte wahrzunehmen. Ich fand keinen Zugang zu ihr. Ich kann auch nicht behaupten das sie mir sympathisch war. Es gab einige Szenen mit ihr die ich nicht nachvollziehen konnte. Aber ich denke das ist auch nicht so leicht. Nur jemand der dieses Weg ging, kann es nur ansatzweise nachvollziehen, was es mit dem Menschen macht.
Oft kam mir Evie undankbar und teilweise auch etwas depressiv und launisch vor.
Jedoch macht sie auch eine gute Entwicklung durch, die doch gut zu spüren ist. Zwischen all der Unnahbarkeit, der Depressivität und der Agressivität die sie ausstrahlt merkt man wieviel Schmerz,Wut Kummer und Unverstandenheit in ihr brodeln. Sie fühlt sich alleingelassen, nicht wirklich verstanden und einfach nicht sie selbst.
Aber auch für ihre Familie und ihre Freunde ist es nicht einfach. Sie versuchen zu helfen wo sie können, doch es ist nicht so einfach.
Bei Stella, Evies Leukämiekranken Freundin fand ich sofort Zugang, sie hat mich berührt, sie war tough, wusste aber dennoch ständig, was mit ihr geschieht. Sie genoss dem Moment des Augenblicks.
Dieses Mädchen hat mich einfach nicht losgelassen.
Stella ist für Evie ein wichtiger Halt und beeinflusst auch das spätere Geschehen obwohl sie verstirbt (da hab ich echt mal Tränen gelassen)
In der Zeit Damals hätte ich mir gern gewünscht, daß man noch etwas näher auf die Diagnose eingegangen wäre. Mir war zu wenig Tiefe vorhanden. Denn im Großen und Ganzen erfährt man überwiegend, was sie dabei fühlt und wie es ihr dabei ergeht.
Und dann passiert ein Wunder...
Das Jetzt war für mich genauso interessant wie das Damals.
Man könnte meinen Evie müsste Luftsprünge machen und einfach ihr Leben auskosten wollen.
Aber so ist es nicht. Stattdessen wird sie von Zweifeln , Ängsten und und unglaublicher Wut beherrscht.
Es belastet sie, daß niemand sie wirklich sieht, so wie sie ist. Niemand sie versteht.
Aber wie könnten sie auch?
Evie kapselt sich immer mehr ab und merkt dabei nicht, wie sie sich selbst immer mehr dem Abgrund nähert, der sie zu verschlingen droht.
Oft hatte ich das Gefühl, sie verspüre Todessehnsucht.
Man begreift, das der Krebs etwas in ihr zerstört hat und gleichzeitig merkt man, wie sie in Markus Nähe wieder lebendig wird.
Ich empfand ihren Weg als äußerst interessant, aber oftmals auch widersprüchlich.
Dennoch man begreift was hinter den Mauern vor sich geht, was es bedeutet, diesen Weg bestritten zu haben.
Der Abschluss dieser Geschichte hat mir jedoch nicht so gut gefallen, er kam mir zu abrupt und irgendwie auch unvollendet. Das fand ich irgendwie schade.

Die Charaktere wirken teilweise etwas blass, aber strahlen dennoch etwas aus. Ihre Handlungen und Gedanken lösten in mir eine Zwiespältigkeit aus. Teils konnte ich es nachempfinden, teils aber auch nicht.
Dennoch hat mich das Ganze egriffen und auch nicht unberührt gelassen.
Das Buch versprüht eine düstere und depressive Atmosphäre, was aber gut zum Inhalt passt.

Hierbei erfahren wir die Perspektive von Evie was ihr mehr Raum verschafft, nicht aber automastisch mehr Tiefe.
Die einzelnen Kapitel sind eher kurz gehalten, was es uns leicht macht, schnell durch dieses Buch zu kommen.
Der Schreibstil der Autorin ist fließend und stark einnehmend.
Das Cover und der Titel passen gut zum Buch.



Ein eindrucksvoller Roman über das Leben eines jungen Mädchens das an Krebs erkrankt ist. Es zeigt sehr gut auf, was es mit ihrem Leben und mit ihr selbst macht. Wie es sie verändert und auch wie die Umwelt darauf reagiert.
Düster, beklemmend und doch irgendwie zu Herzen gehend.
Ein Buch das auf jeden Fall zun machdenken anregt.
Eine klare Leseempfehlung.
Ich vergebe 4 von 5 Punkten, da mir noch etwas mehr Tiefe und Emotionalität gefehlt haben.

Kommentare:

  1. Huhu, ich hoffe, du hast nichts dagegen, dass ich deine Rezi auf meinem Blog verlinkt habe. Du kannst es dir HIER anschauen.

    Alles Liebe, Nelly

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  2. Auch von mir eine klare Empfehlung, obwohl der Roman wirklich beklemmend wirkt.

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