Samstag, 10. Oktober 2015

[Rezension] Dominik Seiberth - Ein totes Leben

Autor: Dominik Seiberth
Titel: Ein totes Leben
Teil einer Reihe: Band 1
Genre: Thriller
Erschienen: 15. März 2015
Verlag: Bookshouse
ISBN: 978-9963527991
Seitenanzahl: 298
Preis: Broschiert 12,99€, Ebook 4,99€
Wertung: 5/5
Bildquelle:  http://www.bookshouse.de/buecher/Ein_totes_Leben/

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"Ein Unbekannter, der Kinder aus ihren Betten entführt.
Ein Kommissar, der den Halt im Leben verloren hat.
Ein Fall, in dem jede Entscheidung ein Leben kosten kann.

Das spurlose Verschwinden eines kleinen Jungen, dessen Schicksal nie aufgeklärt werden konnte, hat Hauptkommissar Jonathan Weitzäcker in tiefe Depressionen gestürzt. Nach zwölf Monaten wieder für diensttauglich erklärt, kehrt er in seinen Beruf zurück. Kurz darauf verschwindet ein weiterer Junge unter nahezu identischen Umständen. Jonathan Weitzäcker nimmt den Kampf gegen die Zeit und seine Krankheit auf – und gegen einen Täter, der mehr als nur ein Leben zerstört ..."
Quelle:http://www.bookshouse.de/buecher/Ein_totes_Leben/






Bereits der Prolog hat uns schon gut darauf vorbereitet, was auf uns zukommen würde.
Kommissar Jonathan Weitzäcker verfiel in tiefe Depressionen und dem Alkohol, als er im Fall eines vermissten Jungen nicht zur Aufklärung beitragen konnte.
Der Fall ist bis heute ungelöst.
Nun tritt er wieder in den Polizeidienst ein und bekommt es prompt wieder mit einem vermissten Jungen zutun.
Haben diese beiden Fälle etwas miteinander zutun?
Dabei werden die Jungen nachts aus ihren Betten entführt und es gibt keinerlei Spuren, die auf den Täter hinweisen.
Das stellt die Polizei vor ein großes Rätsel.
Im aktuellen Fall ist der Vater des Jungen ein Staatsanwalt, was es natürlich nochmal etwas brisanter macht.
Ich muss ganz ehrlich sagen, der Fall an sich, löst schon so das pure Grauen aus.
Es muss schrecklich sein, das eigene Kind auf solch schreckliche Art und Weise zu verlieren und nicht zu wissen, ob es lebt oder bereits tot ist.
Ich denke am schlimmsten ist diese unbändige Ungewissheit.
Dem Autor gelingt es hervorragend, dieses Gefühl rüberzubringen. Man erlebt ansatzweise, wie sich die Eltern der Jungen fühlen.
Dabei ist die Verzweiflung, aber auch die Wut sehr gut spürbar.
Aber auch für Kommissare, ist so etwas nicht einfach.
Es nimmt mit und es macht wütend und unglaublich hilflos wenn man im Trüben fischt.
Hierbei verfolgen wir in ersten Linie die gesamte Ermittlung und wie dabei vorgegangen wird.
Das fand ich überaus interessant und auch sehr authentisch.
Dabei gibt es so manche Geheimnisse zu entdecken, die hinter verschlossenen Türen lauern.
Dabei ist nicht immer alles schwarzweiß.
Es gibt viele Seiten einer Geschichte. Sei es bei der Polizei , als auch bei den Eltern der Opfer.
Sie werden uns als Menschen nähergebracht , damit wir sie verstehen und spüren, was sie spüren.
Es sind nicht nur Gesichter, es sind Seelen mit einer Geschichte.
Das wurde sehr gut nachvollziehbar gestaltet, dadurch fiebert und zittert man die ganze Zeit mit.
Aber hierbei geht es auch um Sein und Schein.
Was ist es , was wir sehen?
Das Tatsächliche, oder ist es vielmehr , daß was wir sehen wollen?
Oftmals traut man sich nicht hinter die Fassade zu blicken, weil man Angst vor dem hat, was man entdecken könnte.
Uns wird auch sehr gut wieder die menschliche Abgründigkeit präsentiert, die uns wirklich an unsere eigenen Grenzen bringt. Dabei verspürt man Wut als auch unglaubliche Verzweiflung.
Die Ermittlung an sich fand ich in keinster Weise langatmig oder zäh, die Spannung war mit jeder Zeile spürbar.
Durch Wendungen schafft es der Autor nochmal zu überraschen und so den Blickwinkel zu erweitern.
Der Showdown ist nochmal sehr explosiv und emotional gehalten.
Der Abschluss hat mir gut gefallen.
Jonathan Weitzäcker habe ich sofort ins Herz geschlossen, einfach weil er normal ist,mit Ecken und Kanten. Er geht mit Leib und Seele in seinem Beruf auf und das spürt man einfach. Auch über seine Vergangenheit erfährt man etwas, was Ihn uns noch näher bringt.
Die Handlung an sich war gut durchdacht und die Fäden liefen langsam zusammen, so das sich am Ende ein schlüssiges Bild ergab.
Durch die guten Beschreibungen, kann man sich auch alles sehr gut vorstellen und sich somit gut in die Handlung hineinversetzen.
Das zentrale Thema hat mir gut gefallen, auch wenn ich sagen muss, das es sehr schwer zu ertragen oder überhaupt umzusetzen ist. Aber dem Autor ist dies hervorragend gelungen.
Dieses Buch erzählt von Qual, Manipulation, aber auch von Neid und Hoffnungslosigkeit.

Hierbei erfahren wir die Perspektive von Jonathan Weitzäcker. Das hat mir überaus gut gefallen. Da er doch im Zentrum des Geschehen liegt. Er hatte eine angemessene Tiefe und ich bin gespannt, wie es in Band 2 mit ihm weitergeht.
Aber wir erfahren auch hin und wieder andere Sichtweisen, was den Blickwinkel erweitert und man so andere Perspektiven erfahren kann.
Als Thriller würde ich dieses Buch jedoch nicht bezeichnen, es ist in meinen Augen eher ein Kriminalroman.
Die Kapitel sind normal gehalten. Aber dadurch das man dieses Buch nicht weglegen kann, ist man in einem Rutsch durch.
Der Schreibstil des Autors ist sehr fließend und mitreißend.
Das Cover und auch der Titel sind gut zum Buch gewählt.



Vermisste Kinder und ein Kommissar, der schweres hinter sich hat.
Ein gelungener Kriminalroman, der uns an unsere eigenen Grenzen bringt.
Er besticht vor allem mit viel Einfühlungsvermögen für dieses schwierige Thema und intensiver Ermittlungsarbeit.
Mir hat er überaus gut gefallen und ich bin gespannt auf den nächsten Band.
Eine mehr als klare Leseempfehlung.
Für mich eines meiner Highlights in diesem Monat.
Ich vergebe 5 von 5 Punkten.


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