Montag, 26. Oktober 2015

[Autoreninterview] Dominik Seiberth

Hallo meine Lieben,

heute möchte ich euch auf einen Autor aufmerksam machen, dessen Kriminalroman mich positiv überrascht hat. Darin geht er mit großem Einfühlungsvermögen auf ein sehr schwieriges Thema ein. Er besticht vor allem durch Ermittlungsarbeit.



Hierbei handelt es sich um Dominik Seiberth und ich bin sehr gespannt, wie sich seine Krimireihe weiterentwickeln wird. Ich bleibe auf jeden Fall dran.

Der Autor war dazu bereit, mir ein paar Fragen zu beantworten und das hat mich wirklich sehr gefreut.



Der Autor


"Dominik Seiberth wurde 1989 in der Nähe von Heidelberg geboren. Nach seinem
© Dominik Seiberth
Abitur absolvierte er ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem kleinen Dorf im Western Cape, Südafrika. 2010 begann er mit einem Studium der Psychologie.

Aktuell studiert er M.Sc. Psychologie (Schwerpunkt Sozial- und Kognitionspsychologie) an der Universität Mannheim. Neben dem Studium schreibt er bevorzugt in den Genres Thriller, Young Adult und Phantastik."
Quelle:http://www.bookshouse.de/autoren/Dominik_Seiberth/


Seine Bücher







Hallo Dominik, ich danke Dir, daß Du dir Zeit genommen hast um mir ein paar Fragen zu beantworten.
In "Ein totes Leben" greifst du ein sehr schwieriges Thema auf.
Warum hast du gerade dieses gewählt?
Bevor ich auf das Thema kam, hatte ich zunächst einmal die Figur eines Kommissars im Kopf, der durch seinen Beruf stark geprägt und beeinflusst wurde. Zudem wusste ich, dass es einen Fall in seiner Vergangenheit gab, der ihn nie losgelassen und sein Leben voll und ganz aus den Fugen gerissen hat. Doch was für ein Fall konnte das sein? Was konnte einen gestandenen Kommissar mit langjähriger Berufserfahrung derartig aus der Bahn werfen, dass er den Halt im Leben verloren hat? Die Antwort erhielt ich schließlich während eines Psychiatrie-Seminars im Rahmen meines Psychologie-Studiums. Mir war von Anfang an bewusst, dass das Thema des Romans ein sehr heikles ist, aber gerade aus diesem Grund war es mir auch wichtig, die Geschichte mit dem nötigen Einfühlungsvermögen zu schildern und auf zu detaillierte Grausamkeiten zu verzichten.

Mit Jonathan Weitzäcker hast du einen Ermittler geschaffen, der über einige Ecken und Kanten verfügt. Außerdem ist er mit Leib und Seele Polizist und das merkt man auch.
Was schätzt du an ihm besonders?
Ich schätze an Jonathan, dass er ein Mensch wie Du und Ich ist. Er ist kein Superheld, der den Fall im Alleingang löst, ebensowenig wie er der durch und durch schwermütige Kommissar ist, der permanent über die Sinnlosigkeit und Grausamkeit des Lebens nachdenkt. Nein, er versucht einfach einen guten Job zu machen. Dabei hadert er manchmal, zweifelt an sich und seinen Mitmenschen – aber trotz allem findet er immer wieder die Kraft, um aufzustehen und weiterzumachen. Es ist seine Hartnäckigkeit und Beharrlichkeit sowieso sein unerschütterlicher Glauben daran, dass alles wieder einmal gut werden kann, die ich an ihm besonders schätze.

Du planst ja eine Reihe mit ihm, hast du schon eine Ahnung wieviele Bände entstehen werden?
Das hängt von vielen Faktoren ab: Einerseits, wie lange mir der Verlag die Möglichkeit gibt, die Geschichte von Jonathan weiterzuerzählen. Andererseits davon, wie viele Ideen für Kriminalfälle mir in nächster Zeit kommen werden. Sicher ist, dass Teil 2 im Frühjahr 2016 erscheinen wird und sich ein dritter Fall bereits in Planung befindet. Alles, was danach kommt, steht noch in den Sternen. Mir ist es auf jeden Fall wichtig, die Geschichte um Jonathan nicht zu sehr auszureizen – ich möchte den richtigen Zeitpunkt für das Ende nicht verpassen. Vom Ende der Reihe wünsche ich mir, dass die Leser sagen können: „Das passt zum Charakter. Das passt zur Geschichte. Das ist ein Ende, mit dem ich zufrieden bin.“

War es schwer dafür einen Verlag zu finden?
Tatsächlich ist das Thema des Romans nicht für jeden etwas gewesen. Zuerst hatte ich die Idee meiner damaligen Agentur präsentiert, die allerdings nur wenig Chancen für den Roman gesehen hat. Daraufhin habe ich mich selbstständig bei mehreren Verlagen beworben und bin schließlich bei Bookshouse unter Vertrag gekommen. Dem Verlag und seinen Mitarbeitern bin ich sehr dankbar, dass sie mir ermöglicht haben, die Geschichte zu erzählen, die ich auch tatsächlich erzählen wollte.

Welcher der Charaktere war für dich am schwierigsten zu entwickeln und welcher ging dir leicht von der Hand?
Jonathan Weitzäcker ging mir tatsächlich sehr leicht von der Hand – das musste er aber auch, weil der Roman größtenteils aus seiner Perspektive geschildert wird und ich mich so ständig in seine Situation hineinversetzen musste. Eher schwer fiel mir die Perspektive von Maria Schneider. Ihr Sohn wurde entführt und sie weiß nicht, ob er noch lebt oder nicht – das muss eine der schlimmsten Situationen sein, in der sich eine Mutter befinden kann. Ihre Verzweiflung, Trauer, Angst und Wut auch nur halbwegs authentisch zu schildern, war sehr schwer, aber ich hoffe, dass es mir trotzdem zumindest halbwegs gelungen ist.

Schreibst du nur in diesem Genre oder möchtest du dich noch in anderen Bereichen versuchen?
Zur Zeit schreibe ich überwiegend in den Bereichen Krimi und Thriller. So wird Jonathan Weitzäckers 2. Fall im Frühjahr 2016 erscheinen und ein Psychothriller, der unabhängig von der Weitzäcker-Reihe zu lesen ist, wird von meiner Agentur auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt werden. Davon abgesehen schreibe ich auch gerne im Bereich Young Adult, aber das steht erst an zweiter Stelle.

Was bist du selbst für ein Mensch?
Wie würdest du dich charakterisieren?
Ich würde mich selbst als einen sehr offenen und humorvollen Menschen bezeichnen. Ich unternehme
Lieblingsort von Dominik: Kapstadt, vom Tafelberg aus gesehen
gerne etwas mit Freunden, gehe ins Kino und versuche Freizeit, Schreiben und meinen eigentlichen Beruf unter einen Hut zu bekommen. Ich habe Ziele im Leben, von denen ich weiß, dass ich sie gerne erreichen will, aber im Gegensatz zu Jonathan würde ich nicht alles dafür riskieren, sondern rechtzeitig die Notbremse betätigen.

Auf was kannst du beim Schreiben auf keinen Fall verzichten?
Um ganz ehrlich zu sein: Auf Ruhepausen und auf Ablenkung ☺ Nach ein paar Stunden vor dem Laptop muss ich etwas unternehmen, Sport machen, einfach raus gehen, um den Kopf wieder freizubekommen. Wenn ich das nicht machen würde, würde ich früher oder später den Spaß am Schreiben verlieren, und das will ich natürlich nicht.

Hast du einen ordentlichen oder einen chaotischen Arbeitsplatz?
Ich habe keinen festen Arbeitsplatz. In meinem Arbeitszimmer sieht es eher chaotisch aus, oftmals sitze zum Schreiben aber auch am Tisch im Esszimmer. Das wichtigste ist, dass ich beim Schreiben einen Ausblick habe und aus dem Fenster schauen kann, um meine Gedanken kreisen zu lassen.

Was inspiriert dich und wie kannst du dich am besten entspannen?
Was mich am meisten inspiriert, sind neue Umgebungen, darum reise ich gerne, wenn ich die Zeit und das Geld dafür habe. Neue Landschaften, neue Gesichter, den Alltag einmal hinter sich lassen – da kommen mir immer die besten Ideen.

Wie gehst du mit Lob und Kritik um?
Ich freue mich sowohl über Lob als auch über Kritik, denn egal, ob der Roman einem Leser nun gefallen hat oder nicht, hat er zumindest irgendetwas ihn ihm ausgelöst, das ihn dazu bewogen hat, seine Meinung zur Geschichte mit anderen teilen zu wollen. Als Autor bin ich natürlich dankbar über positives Feedback, heißt das doch, dass man nicht alles falsch gemacht hat. Aber auch Kritik ist wichtig – solange sie konstruktiv vorgebracht wird.

Was liest du selbst am liebsten und welche Hobbies hast du noch?
In den letzten Monaten habe ich viel Fachliteratur für meine Masterarbeit lesen müssen und bin kaum dazu gekommen, auch einmal in einen Roman hineinzuschauen. Ich lese gerne Gesellschaftsromane – Jonathan Franzen & Donna Tartt, um einmal zwei Autoren zu nennen – aber bin auch anderen Genres nicht abgeneigt.

Arbeitest du schon an einem Folgeband und kannst uns schon etwas darüber verraten?
Der zweite Fall für Jonathan ist tatsächlich bereits geschrieben und befindet sich aktuell im Lektorat. Was kann ich darüber verraten? Nun, vielleicht zumindest so viel: Wer Teil 1 gelesen hat, weiß, dass die Geschichte um Jonathan ein offenes Ende hatte. In Teil 2 werden definitiv die Ereignisse des Epilogs aufgegriffen und weitererzählt werden. In Jonathans Leben wird es einige gravierende Veränderungen geben. Im Mittelpunkt von Teil 2 steht aber natürlich ein Kriminalfall und diesmal bekommt es Jonathan mit einem grausamen Verbrechen im Herzen Heidelbergs zu tun. Auf den ersten Blick scheint der Täter schnell gefunden zu sein, doch dann ist alles vielleicht ganz anders. Ich hoffe, die Leser auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitnehmen zu können.

Lieblingszitat von Dominik


Wann wird er in etwa erscheinen?
Aller Voraussicht nach wird der Roman im März oder April 2016 erscheinen.

Welche Ziele, Träume und Hoffnungen hast du im Leben?
Zu viele, als dass ich sie hier alle aufzählen könnte ☺

Lieber Dominik,für die Zukunft wünsche ich dir alles Gute und vor allem das du immer Spass an dem hast, was du tust.

Ich hoffe euch hat mein Beitrag gefallen und ihr seid neugierig auf das Buch geworden.
Über euer Feedback freue ich mich sehr .

Eure Susi Aly 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen