Dienstag, 6. Oktober 2015

[Autoreninterview] Barbara Leciejewski

Hallo meine Lieben,

heute möchte ich euch wieder eine Autorin vorstellen.
In "Vergiss nicht, dass wir uns lieben" hat Barbara Leciejewski eine ungewöhnliche Liebesgeschichte verfasst, die vor allem durch das innere Leben und die Gefühle hervorsticht.
Ein sehr interessanter Gedanke, den sie in ihrem Buch hervorbringt, wie ich finde.



Ihr solltet es unbedingt lesen, denn es ist so ganz anders als man erwarten würde.
Um dieses Buch geht es:


Vergiss nicht, dass wir uns lieben

Inhalt:

"Ohne die geringste Erinnerung an ihre Vergangenheit und Identität treffen Paula und Johannes aufeinander - im einzigen Haus einer wunderschönen, aber menschenleeren Gegend am Meer. Sie sind einander fremd, aber auf irgendeine Weise auch unendlich vertraut. Aus Angst, Unsicherheit und Verzweiflung wird innerhalb weniger Tage Liebe – eine unerklärliche Liebe. Doch was geschieht, wenn eines Tages alle Rätsel gelöst werden, wenn die Vergangenheit zurückkehrt und wenn nur noch eine einzige Frage bleibt: Wie stark ist die Macht der Liebe wirklich? "
Quelle: http://www.amazon.de/Vergiss-nicht-dass-lieben-Liebesroman-ebook/dp/B014UTFQZA/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1444159148&sr=8-1&keywords=vergiss+nicht%2C+das+wir+uns+lieben






"Barbara Leciejewski schrieb ihren ersten Roman mit zwölf. Einen Liebesroman. Kitschig, naiv, etwa vierzig krakelige DIN A5 Blockseiten, kariert. Kariert war ihr
© Barbara Leciejewski
immer lieber als liniert. Der Berufswunsch danach war klar: Schriftstellerin. Ebenso klar war: Das wird man nicht, das ist kein Beruf.
Also dann: Abitur, vom Land in die Großstadt München gezogen, studiert (Germanistik und Theaterwissenschaft), Jobs am Theater (Regieassistenzen, Statisterie, Bühnenkram), Magisterarbeit über Kriminalromane geschrieben, Synchroncutterin geworden, Familie gegründet. Karierte Blöcke gekauft ... da war doch was.
Man muss nicht Schriftstellerin sein, um zu schreiben, aber nur wenn man schreibt, kann man es werden. Computer gekauft (das hilft), geschrieben, verworfen, die Festplatte zugemüllt, geschrieben, den zweiten Roman beendet ... Wurde auch Zeit!
Bisher haben drei Romane ihren Weg zu Verlagen gefunden. Nach wie vielen sich die Autorin Schriftstellerin nennen wird, ist ungewiss, gewiss ist nur: Sie schreibt weiter.
Mehr Informationen auf www.barbara-leciejewski.de/
sowie auf www.facebook.com/leciejewski.barbara"
Quelle: http://www.amazon.de/Barbara-Leciejewski/e/B015J0U4JM/ref=ntt_athr_dp_pel_1

Die Autorin macht einen sehr sympathischen und offenen, aber auch selbstbewussten Eindruck auf mich.
Überzeugt euch selbst davon beim Interview.
Viel Spaß :)




Liebe Barbara, ich danke dir, dass du dir etwas Zeit für mich nimmst, das freut mich sehr.

In deinem aktuellem Buch erfahren wir eine ungewöhnliche Lovestory, die vor allem von den inneren Gefühlen gelenkt wird.
Wie entstand die Idee dazu?
Die Lovestory ist eigentlich als ‚Nebenprodukt’ entstanden, obwohl sie schließlich zur Hauptsache wurde und obwohl sich alles letztlich um diese Liebe dreht, aber die Idee, die zuerst da war, war der Gedächtnisverlust.
Ich bin in meinem privaten Umfeld damit konfrontiert worden, mit der langsamen, schleichenden Form, der Demenz, und habe erlebt wie Menschen sich verändern, welchen Einfluss es auf die Persönlichkeit hat. Ich will hier nicht näher darauf eingehen, aber das ist eine einschneidende Erfahrung.
Dass es auf der anderen Seite tatsächlich die Möglichkeit gibt, das Gedächtnis gezielt zu manipulieren, speziell im Hinblick auf die Behandlung von Traumata, die medikamentös sozusagen einfach gelöscht werden können, davon habe ich zum ersten Mal vor einigen Jahren gehört. So entstand die Idee: eine Frau wacht ohne Gedächtnis in einem Wald auf: was passiert? Und um das Ganze noch ein bisschen komplizierter zu machen erlebt ein Mann genau das Gleiche. Daraus hat sich alles entwickelt. Auch die Liebesgeschichte.

Sicher manchmal möchte man Schmerz oder negative Gedanken einfach vergessen. Aber es hängt so viel mehr daran, man vergisst dabei auch das Gute.
Wie stehst du selbst dazu?
Zwiespältig. Einerseits finde ich die Vorstellung grauenhaft, Erlebnisse einfach ‚auslöschen’ zu können, denn jede Erfahrung, an die wir uns erinnern, ist ein Puzzleteil zu unserem Leben und unserer Persönlichkeit. Aber wer wäre ich, jemandem, der eine wirklich traumatische, schreckliche Erfahrung gemacht hat, zu sagen: Damit musst du aber leben, das bildet deine Persönlichkeit. Ich glaube, einige Menschen, die in so einer Situation sind, würden alles geben, um eine solche Erfahrung vergessen zu können, damit sie überhaupt das Gute wieder genießen können. Aber das ist Stoff für intensive Diskussionen. Und man sollte sie führen, denn die Wissenschaft ist schon sehr weit.

Welche Person war für dich am schwierigsten zu entwickeln?
Es war bei beiden schwierig, denn wie charakterisiert man eine Figur, die sich selbst nicht kennt? Das konnte nur ganz langsam geschehen. Ich musste genau diese Entwicklung mitmachen. Am Anfang zeigen sich Ansätze ihrer Persönlichkeit nur in der Art, wie strukturiert oder unstrukturiert sie versuchen, aus diesem Wald herauszukommen. Die Figuren spüren zunächst eine Distanz zu sich selbst, bevor sie die eigene Persönlichkeit, einander und das Leben wieder entdecken und damit auch klarer Konturen erhalten. Es ist viel einfacher, sich als Autor in einer Figur und ihrer Charakteristik von Anfang an auszubreiten, als sich damit bewusst zurückzuhalten und nur allmählich die Annäherung der Figur an ihre eigene Persönlichkeit mitzumachen.

Wie lange hat es gedauert von der Idee bis zum fertigen Buch?
Einen Monat, wobei das ein sehr intensiver Monat war. Danach kam natürlich noch die
Einer ihrer Lieblingsorte an der Nordsee © privat
Überarbeitung.

War es schwer dafür einen Verlag zu finden?
Ja. Verlage, große Verlage, schätzen Klarheit im Genre und konnten den Roman wohl nicht so recht einordnen. Wie verkauft man so was? Es hat Elemente eines Krimis, ist aber keiner, und auch die Liebesgeschichte entspricht nicht unbedingt irgendeinem wohlbekannten gut verkäuflichen Muster. Da muss man einen Verlag finden, der gewillt ist, über Schubladen hinaus zu denken. Das war der FeuerWerke Verlag.

Wie beurteilst du die momentane Resonanz deines Buches.
Bist du noch immer etwas aufgeregt oder hat sich das etwas gelegt?
Die Resonanz ist toll. Viele Leute sind richtiggehend begeistert – vor allem von der Liebesgeschichte –, aber was mich fast noch mehr freut ist, dass ich bisher eigentlich in jeder einzelnen Rückmeldung – und völlig unabhängig davon, wie viele ‚Sterne’ vergeben wurden – eine intensive Auseinandersetzung mit dem Buch spüre. Es bringt Leute zum Nachdenken und beschäftigt sie nachhaltiger, als ich es mir hätte vorstellen können. Und das ist ein tolles Kompliment. Von daher bin ich jetzt relativ entspannt und beruhigt.

Was bist du selbst für ein Mensch?
Wie würdest du dich charakterisieren?
Kompliziert, fürchte ich. Extrem emotional (in jeder Richtung) aber gleichzeitig kontrolliert und rational. Ich bin nett, herzlich und harmoniebedürftig, würde mir aber eher die Zunge abbeißen, als etwas anderes zu sagen als meine Meinung; etwas, womit ich nicht einverstanden bin, würde ich nicht unwidersprochen schlucken oder stillhalten, wenn mich etwas stört, und ich bin entsprechend direkt. Ich wirke sehr selbstbewusst und bin oft unsicher. Perfektionistisch, diszipliniert, zuverlässig, akribisch, organisiert, wenn es um meine Arbeit geht und gleichzeitig im Alltag chaotisch und relativ unordentlich. Allerdings, pünktlich und zuverlässig bin ich immer. Aber alles in allem ein wandelnder Widerspruch in sich. Das kann man nur ertragen mit viel Humor und Selbstironie. Also ich. Meine Umwelt wahrscheinlich auch.

Was ist dein absolutes Lieblingsbuch und warum?
Das wäre wahrscheinlich Stolz und Vorurteil von Jane Austen. Und der Grund heißt natürlich Mr. Darcy.

Ihr Arbeitsplatz ©privat
Hast du einen chaotischen oder einen ordentlichen Arbeitsplatz?
Siehe oben: einen chaotischen. Ich muss da endlich mal aufräumen.

Auf was kannst du beim schreiben nicht verzichten?
Ich brauche nichts als mein Macbook und die Möglichkeit zur Konzentration.

Was inspiriert dich?
Musik, aber nicht (oder nur sehr selten) während des Schreibens.

Was oder wer gibt dir Kraft, wenn du mal nicht weiter weißt?
Beim Schreiben oder im Leben? Auch wenn es abgedroschen klingt: das Schreiben gibt mir tatsächlich Kraft und Ruhe. Ich bin ein eher nervöser Typ, aber wenn ich schreibe, bin ich völlig ausgeglichen und ruhig und ganz weit weg.

Was ist deine ganz persönliche Leidenschaft?
Außer Schreiben? Schlafen. Ich bin eine leidenschaftliche Schläferin, ich habe in Japan sogar schon mal ein Erdbeben verschlafen. Alle haben am nächsten Tag davon erzählt, dass alles gewackelt hat. Ich hab geschlafen.

Barbara findet, man sollte immer diese goldene Regel im Hinterkopf behalten.


Arbeitest du schon an einem neuen Projekt und wenn ja, kannst du uns etwas darüber verraten?
Momentan nicht. Ich muss mich völlig darauf konzentrieren können und stecke noch zu sehr in den gerade erst veröffentlichten beiden Projekten drin; zudem kommt noch ein Roman im Januar voraussichtlich. Aber ich merke, wie es mir fehlt zu schreiben, und es gibt eine Idee, die sich allmählich in meinem Kopf zu formen beginnt, aber ich rede vorher nie über diese Ideen. Erst wenn sie fertig sind.

Welche Träume und Wünsche hast du für die Zukunft?
Dass ich weiterhin schreiben kann wäre mein Wunsch. Dass ich auch in Zukunft Romane schreibe, mit denen ich selbst so zufrieden bin und die mir so viel bedeuten, wie die ersten drei. Und natürlich, dass ich irgendwann einmal auf der Spiegelbestsellerliste ganz oben stehe. Aber das fällt wohl eher unter die Kategorie Traum.

Liebe Barbara für die Zukunft wünsche ich dir alles erdenklich Gute und vor allem, dass du immer Spaß an dem hast, was du tust.


Ich hoffe euch hat das Interview gefallen und ihr habt Lust auf das Buch bekommen :)

Eure Susi Aly 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen