Samstag, 15. August 2015

[Rezension] Petra Wodtke - Das Anna - Phänomen

Autor:Petra Wodtke
Titel: Das Anna - Phänomen
Teil einer Reihe: /
Genre: Gegenwartsliteratur
Erschienen: 15 August 2015
Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag
ISBN: 978-3-86265-526-7
Seitenanzahl: 232
Preis: Taschenbuch 9,99€
Wertung: 3/5
Bildquelle: © Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag 

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"Jung und selbstbewusst, aber ziellos - herangewachsen zwischen der Entwicklung des World Wide Web und der Markteinführung des ersten iPhones sowie Finanzkrisen und steigender Jugendarbeitslosigkeit, hat sich die Generation Y nicht nur Selbstverwirklichung als oberstes Ziel gesetzt, sondern auch das Lebensgefühl der Unsicherheit verinnerlicht. »Why?« wurde zur Grundsatzfrage. Ihre nicht konservativen Modelle von Beruf, Freizeit und Familie revolutionieren die Gesellschaft im Stillen. Kompromisse sind keine Lösung mehr - Optionen gibt es zuhauf. Als »Digital Natives« legen ihre Mitglieder großen Wert auf eine umfangreiche Bildung und das Ausloten individueller Leidenschaften. Doch im Wirbel der Multioptionsgesellschaft Halt suchend, finden sie mehr Fragen als Antworten und befinden sich auf einer immerwährenden Reise: frei und unabhängig, aber ohne feste Lebensplanung - und irgendwie einsam. So wie Anna ...

Anna wohnt in Berlin-Wedding. Sie ist in einer Beziehung mit Max, der auch ihr Nachbar und ihr Arbeitskollege ist. Außerdem hat sie eine Affäre mit Olli, Jan und Emil, der in Australien wohnt, und ein bisschen auch mit Lisa. Noch nicht ganz angekommen in der eigenen Mitte, will sie nichts verpassen. Doch gleichzeitig merkt sie zunehmend, dass sie in diesen Beziehungen und auch in dieser Stadt nicht mehr glücklich ist. Dass sie einen neuen Nachbarn mit einer wahnsinnigen Katze bekommt, Olli seine Freundin Vera heiraten will, sich zwischen Max und Lisa eine Beziehung entwickelt und Anna merkt, wie sie sich in Emil verliebt, während Jan sich zunehmend als Arschloch entpuppt, macht eine Neuorientierung nicht gerade leichter. Ausschweifende Partynächte und anonyme Clubbekanntschaften helfen Anna auch nur noch bedingt, sich in ihrem Leben zurechtzufinden. So begibt sie sich auf die Suche nach einem neuen Ich. DAS ANNA-PHÄNOMEN handelt ganz grundlegend vom Erwachsenwerden - sich von sich selbst zu emanzipieren nämlich - und stellt die gegenwartsnahe Frage nach der Möglichkeit einer persönlichen Orientierung im überindividualisierten Leben der Großstadt."

Quelle: http://www.schwarzkopf-verlag.net/store/p854/Petra_Wodtke%3A_DAS_ANNA-PH%C3%84NOMEN.html








Ich fand die Kurzbeschreibung recht ungewöhnlich und war gespannt was da auf mich zukommt.
Anna, die Hauptperson, ist sehr zerrissen und verloren.
Ich hatte meine Mühe damit sie sympathisch zu finden. Ihr ganzes Leben ist einfach völlig verworren und sie muss eigentlich erst noch herausfinden was sie möchte und was und wo ihr Platz im Leben ist.
Ihr Leben besteht größtenteils aus Bettgeschichten.
Sie tingelt dabei von einem Bett zum nächsten. Die Konsequenzen egal, das interessiert sie eigentlich nicht besonders.
Ob es dabei um Männlein oder Weiblein geht, ist eigentlich vollkommen egal, sie fühlt sich bei beiden wohl.
Mehr oder weniger handelt der gesamte Inhalt eigentlich über dieses Thema.
Aber hier geht es nicht nur um die geschriebenen Worte, es geht auch darum, was zwischen den Zeilen steht.
Anna fühlt sich einsam und ungeliebt. Dieses Ganze versucht sie mit Bettgeschichten zu kompensieren, aber eigentlich möchte sie viel mehr.
Aber ihre Umgebung sieht das nicht.
Keiner möchte mehr von ihr.
Erschreckend auf den ersten Blick, aber ich denke Anna muss ihr Leben ändern, um etwas in ihrer Umwelt und ihren Mitmenschen ändern zu können.
Man hat eigentlich das Gefühl, sie wird von jedem nur ausgenutzt. Niemand sieht die wahre Anna.
Auch wir als Leser, bekommen davon nicht allzuviel zu sehen.
Das fand ich doch etwas traurig.
Es hat mich gestört das bei Anna so gar keine Entwicklung spürbar war. Sie merkt zwar, daß ihr Leben nicht das ist, was sie will. Aber es ist schwer da rauszukommen und etwas neues beginnen.
In ihren Mitmenschen hat sich jedoch etwas verändert, sie haben sich weiterentwickelt, wenn auch nur etwas.
Für mich war es mühsam quasi immer den gleichen Strudel zu lesen.
Das Ende fand ich dann leider auch etwas abrupt.
Die Charaktere hierbei sind sehr vielschichtig und skurill gestaltet. Das sind Leute dabei, da dachte ich, das gibts doch nicht.
Schön, fand ich das auch auf die Umgebung und die Mitmenschen eingegangen wurde.
Auf den ersten Blick ist das Buch nichtssagend und viele werden sich fragen, was die Autorin eigentlich damit bezwecken soll.
Ihr müsst dafür hineinhorchen, vielleicht findet ihr die Antwort.
Leider fand ich dieses Buch ziemlich vorhersehbar, es gab keine überraschenden Entwicklungen für mich.
Hierbei erfahren wir die Perspektive von Anna, das macht sie menschlicher.
Gewöhnungsbedürftig ist manchmal die Ausdrucksweise, aber irgendwie passt sie dazu.
Die einzelnen Kapitel haben eine kurze Länge.
Der Schreibstil ist fließend, aber stellenweise auch etwas langatmig.
Toll, war die Berliner Sprache mittendrin.
Mir hat hier etwas mehr Nervenkitzel und die Entwicklung Annas gestört.
Das Cover und der Titel passen gut.


Ein Buch über Einsamkeit und Verlorenheit und wie man es zu kompensieren versucht.
Einerseits ziemlich interessant, aber andererseits auch zu vorhersehbar.
Schade.
Mich konnte es nicht völlig überzeugen.
Es gab einige Schwächen, die mich doch gestört haben.
Ich vergebe 3 von 5 Punkten, da mir die Grundidee gut gefällt, es aber noch ausbaufähig ist.




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