Sonntag, 16. August 2015

[Autoreninterview] Julia Dessalles

Hallo meine Lieben,

heute möchte ich euch wieder eine Autorin näher bringen.
Erst kürzlich habe ich "Rubinsplitter:Funkenschlag" von Julia Dessalles gelesen und war wirklich begeistert.


Sie greift dabei eine sehr interessante und faszinierende Idee auf.
Es ist mal etwas völlig neues und es hat Charme und viel Lebendigkeit.
Sie führt uns in eine Welt der Phantasten und lädt uns ein, auch selbst unsere Fantasie spielen zu lassen.
Es vereint Abenteuer, Fantasy und Liebe.
Eine Reihe die ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen solltet.
Das hat mich dazu veranlasst die Autorin etwas näher zu beleuchten.
Und sie ist einfach total lieb, sympathisch und hat das Herz auf dem rechten Fleck.



Die Autorin

"Dr. med. Julia Dessalles arbeitete bereits als Bartender in einer korsischen Strandbar,
©Julia Dessalles
sang in einer Rockband und studierte Medizin in Würzburg, Toulouse und Bordeaux. Während ihrer Tätigkeit als Kinderärztin auf einer Intensivstation, ging sie ihrer Leidenschaft, Geschichten zu erzählen, nach. Seit der Geburt ihres Sohnes hat sich ihr Lebensmittelpunkt wieder auf die Familie verlegt, was ihr die Möglichkeit gibt, ihre phantastischen Geschichten für junge und junggebliebene Leser zu schreiben. Julia lebt mit ihren drei internationalen Männern (französischer Mann, deutsch-französischer Sohn und Islandpferd Pittur) an der französischen Grenze."
Quelle: Amazon




Hallo Julia,

Ich freu mich mehr sehr, daß du dir etwas Zeit für mich nimmst.
Hallo Susanne, es ist mir ein Vergnügen.

Stell dich doch am besten erstmal kurz vor.
Ich heiße Julia Dessalles, bin 33 Jahre alt, von Beruf Kinderärztin und Autorin. Ich habe einen kleinen Sohn, ein Islandpferd und einen französischen Ehemann.

Was bist du für ein Mensch.
Wie würdest du dich selbst charakterisieren?
Quirlig, Quasselstrippe, Quatschkopf (Schluss mit Q!) Kaffeetante, übersprudelnd, nervig, zielstrebig, sensibel ... So, das reicht erst einmal.

Was bedeutet dir das Schreiben?
Schreiben ist gar keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Ich liebe es, meine Gedanken und Gefühle zu Papier zu bringen. Das muss auch oft sein, wenn mich etwas beschäftigt oder ärgert. Dann schreibe ich es auf, gebe die Last an das Papier weiter und es geht mir besser. Ich finde es einfach herrlich, so richtig rumzuspinnen und meiner Phantasie freien Lauf zu lassen. Es ist ein geniales Gefühl, wenn man das perfekte Bild für ein Gefühl findet.

Das ist Julias Heimat im Herzen, Korsika - Ihr Liebingsort, das ist der Grund weswegen Julia gern ein Hochsitz hätte. Ich finde es atemberaubend. Ich kann sie so gut verstehen :) © Julia Dessalles


Ich hab soeben den Rubinsplitter Auftakt gelesen und bin hellauf begeistert.
Wie entstand die Idee dazu?
Das ist schon lange her. Ich hatte diese komische Idee mit zwei verrückten, bunthaarigen Jungen, die allergisch auf Gummibärchen sind. Und von einem einsamen, unsicheren Mädchen in einer phantasiegesteuerten Welt. Das war alles. Ursprünglich sollte es auch ein Kinderbuch werden, aber das genügte mir schon bald nicht mehr.

Die Idee der Parallelwelt Salvya ist originell. Warum hast du dich für die Phantasten entschieden?
Meine Schwester und ich waren große Fans von der "Unendlichen Geschichte" von Michael Ende. Als Kinder erfanden und zeichneten wir Fantasiefiguren, wir gaben ihnen Namen und erstellten Bücher voller Steckbriefe. Der Gedanke, dass das Unterdrücken der Fantasie eine ganze Welt auslöschen könnte, hat mich ein Leben lang begleitet. Ich musste das Thema einfach aufgreifen, es gibt da ja noch so viele Möglichkeiten.

Die Charaktere sind facettenreichen und interessant.
Wer war am schwierigsten zu entwickeln?
Puh ... das ist schwer. Ruby vielleicht, weil sie einerseits am meisten beleuchtet wird, andererseits aber ein eher zurückhaltender Mensch ist, der nicht gern im Mittelpunkt steht. Dabei durfte sie nicht langweilig werden. Auch die Entwicklung vom unsicheren Mauerblümchen zur Heldin ist ein schmaler Grad. Ansonsten hatte ich am Anfang etwas Schwierigkeiten, dass Ali neben diesen schillernden Charakteren nicht zu blass wurde, aber ich glaube, es gelingt ihm selbst ganz gut, mit seinem mysteriösen Geheimnis auf sich aufmerksam zu machen. Kai war einerseits leicht zu skizzieren, andererseits finden ihn viele anfangs hart und etwas unsympathisch. Das soll er aber auch sein, Ruby findet ihn ja auch ziemlich ätzend. Dafür kann man dann nach und nach wunderbar eintauchen in seine tausend tiefsitzenden Probleme, die ihn zu diesem unsicheren und gegensätzlichen Charakter geformt haben.

Es ist ja eine Reihe.
Wieviele Bände hast du geplant?
Es sind 4 Bände geplant.

Das Cover wirkt kraftvoll aber auch verletzlich.
Warum hast du dich für dieses Cover entschieden?
Was möchtest du damit ausdrücken?
Das Cover war ein absoluter Glücksgriff. Ich hatte genau diese Szene und auch das Mädchen, das so nach unten schaut so ähnlich (deutlich weniger schön und weniger professionell) schon skizziert. Es beschreibt ja eine Szene im Buch, wie Du weißt (Feuerdrachen auf dem Kopf). Dass Claudia Toman von Traumstoffdesign es so perfekt umgesetzt hat, macht mich sprachlos. Das ist ja fast ein bisschen wie so ein "Wechselbild", man sieht Ruby auf den ersten Moment gar nicht, sondern nur die Drachen. Erst beim näheren Hinschauen entdeckt man sie dann und es ist ein genialer Aha-Effekt. Dass sie verletzlich und gleichzeitig kraftvoll wirkt, ist genau das, was Ruby ausmacht. Sie ist sehr verwundbar, unsicher und oftmals hilflos, aber sie entdeckt ihre innere Stärke und als sie anfängt, sich selbst zu trauen, wird sie zur Heldin

Was denkst du, wie wichtig sind die sozialen Netzwerke für die Vermarktung eines Buches?
Ich denke, dass es die Vermarktung um einiges leichter macht. Früher war es um einiges aufwändiger, sich einer breiten Menge vorzustellen. Es bleibt aber ein Ort an dem Anonymität und mangelnde Erziehung die Menschen oft dazu verleitet, Dinge auszusprechen, die sie einer Person niemals ins Gesicht sagen würden. Das finde ich schade. Man sollte sich immer überlegen, dass hinter dem Profil ein Mensch mit Gefühlen steckt. Ich bin deshalb dankbar für Facebook und Co, vor allem, da ich so liebe Menschen kennengelernt habe, nicht zuletzt meine phantastische Lektorin Claudia Winter. Aber ich bleibe auch vorsichtig und überlege gut, was ich schreibe und wie das nach außen wirkt.

Lebensmotto der Autorin


Wie wichtig ist dir der Kontakt zu den Lesern?
Sehr wichtig, schließlich sind sie diejenigen, die mir wichtige Denkanstöße geben. Außerdem habe ich so wahnsinnig liebe Leser/innen kennengelernt, das ist total herrlich. Ich habe den Eindruck, in letzter Zeit ständig wie so einem Smiley mit Herzaugen rumzurennen.

Wie gehst du mit Lob und Kritik um?
Kritik ist immer hart. Ich musste schon einiges einstecken, als ich anfing, mit meiner Lektorin zu arbeiten, auch wenn sie dabei eine sehr süße Art hat, die Kritik zu verpacken und zu 99,9% recht hatte. Dennoch ist es etwas, das ich erst lernen musste. Ich habe mir angewöhnt, Kritik kommentarlos anzuhören, eine Nacht darüber zu schlafen und dann noch einmal mit etwas Abstand darüber nachzudenken. Meistens ist es dann schon weniger schlimm und man sieht klarer, was davon persönlicher Geschmack ist - und man kann es einfach nicht jedem recht machen - und wohinter sich doch ein Problem versteckt, zB ein Plotloch. Lob versetzt mich natürlich in pure Euphorie. Ich renne dann wie ein Grinsekeks durch die Gegend und muss es allen erzählen.

Ist dein Arbeitsplatz chaotisch oder ordentlich?
Uh ... welcher? Zu Hause ist mein "Schreibplatz" (Bett, Couch, Garten) grundsätzlich extrem chaotisch. Ich nenne es "das atomare Endlager". Ich brauche das Chaos um mich herum, es verfolgt
einer von Julias Arbeitsplätzen © Julia Dessalles
mich. Wo ich stehe und gehe bin ich eine wandelnde Klamotten-Kaffeebecher-Schokipapierchen-Schleuder. Im Krankenhaus brauche ich dafür extrem viel Ordnung, damit ich nichts vergesse und nicht durcheinanderkomme. Da bin ich sogar eine derjenigen, die die Kaffeetassen wegräumt.

Arbeitest du schon an dem Folgeband und kannst uns etwas dazu sagen?
Ja, der Folgeband ist schon mächtig in Arbeit, allerdings ruht er gerade etwas, weil ich mich im Moment mehr auf die Taschenbuchveröffentlichung von Funkenschlag konzentriere. Ich will nicht zu viel verraten, aber das Geheimnis, was mit Kai im Wasser passiert ist, spielt eine sehr wichtige Rolle ;)

Liebe Julia, ich danke dir für dieses Gespräch und wünsche dir viel Erfolg und vor allem Spass auf deinem Weg.
Ich danke Dir, es hat sehr viel Spaß gemacht.

Ich hoffe euch hat mein kleines Interview mit Julia gefallen und ihr habt richtig Lust auf ihr Buch bekommen.
Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, könnt ihr >> hier << meine Rezension nachlesen .

Ich würde mich sehr über euer Feedback freuen :)

Eure Susi Aly 

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