Montag, 24. August 2015

[Autoreninterview inkl. Gewinnspiel] Veit Etzold

Hallo meine Lieben,

heute habe ich wieder ein ganz tolles Interview für euch :)
Ihr alle kennt ja bestimmt die Clara Vidalis Reihe von Veit Etzold.
Und genau um diesen Autor geht es heute bei mir.
Ich mag diese Reihe unglaublich gern.
Immer wenn sie erscheinen, muss ich sie gleich lesen.
Aber ihr bekommt heute nicht nur ein Interview, am Ende gibt es sogar was zu gewinnen :)

Es hat mich total gefreut, daß sich Veit Etzold bereit erklärt hat, mir ein paar Fragen zu beantworten.
Für mich ist er eine Respektperson, er ist auf dem Boden geblieben und wirkt auch sehr sympathisch.
Aber nun lest selbst.
Ich wünsche euch viel Spass und würde mich wieder sehr über eure Meinungen freuen.




Der Autor

"Veit Etzold, geboren 1973 in Bremen, studierte Anglistik, Kunstgeschichte,
© Veit Etzold
Medienwissenschaften und General Management in Oldenburg, London und Barcelona. 2005 promovierte er zum Kinofilm "Matrix". Während und nach seinem Studium arbeitete er für Medienkonzerne, Banken, in der Unternehmensberatung und in der Management-Ausbildung. Veit M. Etzold lebt in Berlin."
Quelle: https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/autoren/veit-etzold/id_2715856


Weitere Informationen 
www.veit-etzold.de/
https://www.facebook.com/veit.etzold
 https://twitter.com/StrategyStory





Hallo Herr Etzold, ich freue mich sehr, daß sie sich Zeit für mich nehmen um ein paar Fragen zu beantworten.

Soeben habe ich den vierten Teil der Clara Vidalis Reihe gelesen und bin wieder hellauf begeistert.
Sie befassen sich überwiegend mit Ermittlungsarbeit und das Privatleben von Clara Vidalis gerät eher in den Hintergund.
Warum gehen Sie so vor?

Naja, ein bißchen Hintergrund und familiäres gibt es ja schon und das wird möglicherweise auch in den nächsten Thrillern noch etwas vertieft werden. Andererseits nerven mich aber auch diese typischen Tatort Plots, wo alle Ermittler geschieden, Alkoholiker, depressiv und sonst was sind und die ganze Folge über darauf herumgeritten wird. Das trifft einfach auf die meisten Ermittler nicht zu. Viele haben sogar sehr stabile Familien, sonst würden sie diesen harten Job gar nicht aushalten. Daher lege ich den Fokus lieber auf die Ermittlungen, statt nur auf das Privatleben. Eine tolle Mischung aus Privatleben und Ermittlungen kriegt die Serie „Homeland“ hin. Eine meiner absoluten Lieblingsserien.

Die Taten sind jedesmal überaus brutal und blutig beschrieben.
Was geht in Ihnen vor, wenn Sie diese Zeilen schreiben?
Das ist manchmal schon heftig. Aber da ich die Szenen ja auch im Kopf überlege, sind sie für mich dann nicht mehr neu, wenn ich sie aufschreibe und deswegen auch weniger schockierend, als wenn sie einen abrupt treffen würden. Angst vor mir selbst habe ich jedenfalls nicht, wenn ich die Zeilen schreibe. Angst habe ich eher, wenn ich merke, dass ich spontan „Atemlos“ von Helene Fischer pfeife. Und dann sofort damit aufhöre. Gewisse Sachen darf man einfach nicht tun!

Wie entstand die Idee zur Clara Vidalis Reihe?
Kurz gesagt: Ich wollte eine Thriller Reihe mit Ermittlern und Serienkillern schreiben, die es mit den harten, englischen und amerikanischen Thrillern aufnehmen kann.
Das kam so: Eigentlich wollte ich zunächst damals bei Kiepenheuer & Witsch eine Fortsetzung für „Das Große Tier“, meinen ersten Thriller, schreiben. Das war eher ein Verschwörungsthriller. Das wollte der Verlag aber nicht und ich war so sauer, dass ich dachte: OK, ihr kriegt jetzt „zur Strafe“ etwas ganz heftiges. Das wurde dann Final Cut. In der Zwischenzeit bin ich dann zu Lübbe gewechselt, wo die Clara Vidalis Reihe ihre Heimat gefunden hat. Kiepenheuer & Witsch bin ich aber nach wie vor sehr dankbar, denn das war mein allererster Verlag. Und so etwas ist und bleibt etwas besonderes.

Können Sie uns schon sagen, wann der fünfte Teil erscheinen wird und vielleicht etwas darüber verraten?
Es wird im Sommer 2016 erst einmal einen Standalone Thriller geben, damit Clara Vidalis etwas verschnaufen kann. Der fünfte Teil erscheint dann also 2017, wenn sich nichts ändert.
© Veit Etzold

Wenn Sie schreiben, wie ist das für Sie?
Welche Emotionen löst es aus?
Jetzt werde ich wahrscheinlich einige Illusionen zerstören, aber Thriller Schreiben ist ein sehr kalkulierter Prozess, wo jede Szene sitzen muss, damit es für den Leser spannend ist. Emotionen haben da nur bedingt etwas zu suchen. Selbstverständlich muss ein guter Autor in der Lage sein, Emotionen gut zu schildern, aber sobald es zu emotional wird, wird es zu subjektiv. Und dabei verliert man den Leser schnell.

Hat das Schreiben Sie verändert?
Ein wenig schon. Aber insgesamt ist das Schreiben ja das Resultat meiner Person, nicht umgekehrt. Vielleicht hat es dazu geführt, dass ich eine Art Jäger und Sammler von spannenden Storys und Informationen werde und ständig irgendwelche Artikel überall ausreiße. Die dann in unserer Wohnung verstreut rumliegen, worüber sich meine Frau dann aufregt.

Welche Auswirkungen hat es auf ihr Privatleben?
Zum Beispiel die oben erwähnten Zeitungsschnippsel. Als Schriftsteller verbarrikadiere ich mich zudem gerne mal und bin dann auch nicht sehr gesprächig, was dann manche Freunde und Familienmitglieder nicht immer verstehen. Aber ich kann einen Thriller nun einmal nur in Ruhe schreiben. Und nicht, wenn 10 Leute auf mich einreden. Und ich kann meinen Lesern auch schlecht sagen: Hey, dieses Jahr gibt es keinen Thriller, weil ich mich die ganze Zeit mit allen möglichen Leuten über Fußball, Mieten und Fernsehshows oder was auch immer unterhalten habe. Ein Buch zu schreiben ist ein sehr konzentrierter Prozess, der nicht immer gesellig ist.

Sie bringen ihre Romane bei verschiedenen Verlagen raus.
Hat das einen besonderen Grund?
Mein erster Thriller erschien bei Kiepenheuer & Witsch. Dann gab es „Dem Tod auf der Spur“ mit Michael Tsokos bei Ullstein. Die hatten damals einfach angebissen. Die Psychothriller mit Clara Vidalis erscheinen allerdings seit dem Final Cut, dem ersten Teil, seit 2012 bei Bastei Lübbe und dann gibt es ab Herbst 2015 (mit „Todesdeal“) eine Reihe mit Polit Thrillern bei Droemer Knaur. Der Grund ist, dass dann die zwei Genre bei verschiedenen Verlagen sind, was sicher die Orientierung für die Leser erleichtert.

Lieblingszitat des Autors


Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie ihren ersten Roman auf den Markt gebracht haben?
Super ! Das ist ein großer Moment! Und ich bin meiner damaligen Agentur Scripts for Sale sowie dem Verlag Kiepenheuer & Witsch noch immer extrem dankbar! Denn selbstverständlich ist das nicht, dass man als Autor sein Buch an einen guten Verlag bringt.

Wie gehen Sie mit Lob und Kritik um?
Positive freut mich natürlich, negative, die berechtigt ist, bringt mich weiter und macht meine Bücher noch besser. Was ich aber nicht mag, sind Belehrungen von selbsternannten Experten, die mir einreden wollen, dass solche schlimmen Dinge wie ich sie beschreibe ja nicht möglich sind. Aus dem, was ich in der Rechtsmedizin gesehen habe, aber auch von Ermittlern, Polizisten und Spezialeinheiten höre, kann ich nur sagen: Die Realität ist noch viel schlimmer als in meinen Büchern.

Was sind Sie selbst für ein Mensch?
Wie würden Sie sich selbst charakterisieren?
Engagiert, zupackend, humorvoll, manchmal pessimistisch und paranoid; die letzten beiden Charaktereigenschaften sind aber auch notwendig bei einem Thriller Autor.

Haben Sie einen ordentlichen oder einen chaotischen Arbeitsplatz?
Der Arbeitsplatz des Autors © Veit Etzold
Eher ordentlich. Auch wenn es sicher ordentlichere Büros gibt. Aber wenn es mir zu chaotisch wird, fange ich an aufzuräumen, bis es dann irgendwann wieder chaotisch ist. Und so weiter.

Wo sammeln Sie Inspiration und bei was können Sie sich am besten entspannen?
Inspiration kommt oft in Gesprächen mit interessanten Menschen, bei anderen Büchern, beim Zeitunglesen, beim Reisen.
Entspannen kann ich mich am besten mit einem guten Buch, einer guten Zigarre und einem guten Glas Wein oder Whisky.

Was haben Sie für Hobbies?
Lesen (natürlich), gute Filme, gutes Essen und Wein, Reisen, Fitness, Karate, interessante Leute treffen, Kunst, Kultur, Musik (Klassik, Rock, Heavy Metal)

Gibt es etwas wovor Sie Angst haben?
Ja natürlich. Krieg, Gewalt, gewaltsamer Tod, Folter, schwere Krankheit, Privatinsolvenz. Da gibt es ja nun genügend Dinge, vor denen man Angst haben kann. Jedenfalls, wenn man noch nicht tot ist.

Abschließend wünsche ich Ihnen viel Erfolg und vor allem Spaß auf ihrem weiteren Weg. Danke, daß Sie sich Zeit für mich genommen haben.
Gerne!




Beantwortet mir dafür eine Frage und schon seid ihr im Lostopf

Was macht für einen guten Thriller aus?

Meine Rezension zum aktuellen Clara Vidalis Thriller könnt ihr >> Hier << nachlesen.



Teilnahmebedingungen

Das Gewinnspiel läuft bis zum 15.9.2015 um 23:59 Uhr
Hinterlasst mir bitte eine Emailadresse, damit ich euch im Gewinnfall benachrichtigen kann. Die Gewinner werden per Losverfahren ermittelt.
Nur Teilnehmer mit Wohnsitz in Deutschland
Teilnahme ab 18
Keine Barauszahlung des Gewinns.
Kein Ersatz beim Verlust auf dem Postweg.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.Persönliche Daten werden nur für das Gewinnspiel verwendet und anschließend wieder gelöscht.


Ich drücke euch ganz feste die Daumen :)
Eure Susi Aly

Kommentare:

  1. Er muss auf jeden Fall spannend sein!

    LG Martina

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    1. Hab meine emailadresse vergessen :) martina189@freenet.de

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    2. Liebe Martina :)

      Das finde ich auch :)
      Vielen Dank für deine Teilnahme.
      Liebe Gtrüßer
      Susi Aly

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  2. Ich habe schon recht viele Krimis & Thriller gelesen und dabei festgestellt, daß es für mich sehr wichtig ist, daß sowohl Täter als auch Ermittler authentisch sein müssen und komplex. Der schlicht böse Täter ohne weitere Facetten und Hintergründe ist mir viel zu schlicht, Beweggründe müssen immer nachvollziehbar sein.
    Wenn es sich um eine Reihe handelt, sollten die wiederkehrenden Figuren auch eine Chance zur Entwicklung erhalten, Peronengefüge sollten sich verändern, wie z.B. bei Adler Olsen.

    Wie vermutlich jeder, weiß ich überraschende Wendungen sehr zu schätzen. Leider gibt es davon selten mal so richtig überraschende, aber das würde ich niemandem vorwerfen, weil gerade Leser, die schon viel in der Richtung konsumiert haben, bestimmte Schemata einfach erkennen. Das ist so ein bißchen wie beim Tatort, wenn man schon daran erkennt, wie prominent die Rolle besetzt ist, ob es sich um einen möglichen Täter handelt oder nicht.

    Wenn der Autor es dann noch schafft, eine Atmosphäre zu schaffen, die einfach rund ist und zum Setting passt, ist das dann noch das I-Tüpfelchen. Das ging mir zum Beispiel bei den Fällen so, in denen J.K. Rowling als R. Galbraith schreibt.Da wird der Fall schon (fast) zur Nebensache, weil die Stimmung so perfekt ist, daß man immer weiter lesen möchte.

    Na ja, genug geschrieben, zur dem Thema ließen sich sicher Bände schreiben. Vielleicht habe ich ja Glück. Ich kenne das Buch nicht, nur einige Rezis und würde mich freuen.

    Liebe Grüße, Melanie
    lotti_karotti74 at gmx.de

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    1. Hupsi, sollte Personengefüge heißen oben, sorry

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    2. Hallo Melanie :)
      Das hast du schön und vor allem ausführlich geschrieben :)
      ich drücke die Daumen.
      Liebe Grüße
      Susi Aly

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  3. Hallo und vielen Dank für das interessante Interview und die tolle Verlosung!l Ein guter Thriller muss für mich ein richtiger Pageturner sein, wo man das Buch nicht zur Seite legen kann und einfach wissen muss, wie es weitergeht. Außerdem finde ich es gut wenn der Thriller ein besonders einprägsamen Titel hat und nicht auf gewisse Klischees zurückgreift (z. B. Frau, die alleine im Dunkeln unterwegs ist, dann ein Geräusch hört und erst mal nachsehen muss, was das war). Ich finde es schön, wenn die Protagonisten nicht nur sympathisch oder charismatisch, sondern auch clever sind.

    Viele liebe Grüße
    Katja

    kavo0003[at]web.de

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    1. Hallo Katja,
      Ich danke dir , auch für deine schöne Antwort :)
      Ich drücke die Daumen :)
      Liebe Grüße
      Susi Aly

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  4. Jetzt nochmal vom PC aus ;-) ein Thriller muss von der ersten Seite im ersten Kapitel los gehen, ich muss direkt wissen worum es geht, am besten aus der Sicht vom Killer oder Opfer. Der Spannungsbogen muss sich kontenuierlich aufbauen und darf nicht durch zu viel bla bla abflachen. Einige unerwartete Wendungen dürfen auf keinen Fall fehlen. Zu viel Ermittler finde ich auch nicht gut.
    Danke für das tolle Gewinnspiel, hab einen schönen Tag.
    LG Kirsten K.

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    1. Hallo Kirsten,
      danke für deine Antwort :)
      Ich kenn dich ja und bei dir ist das nicht immer so einfach mit den Thrillern ;)
      Liebe Grüße
      Susi Aly

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  5. Hallo,

    ein guter Thriller sollte den Leser gleich zu Beginn des Buches fesseln. Er sollte den Leser in die Irre führen, unerwartete Wendungen haben und keinesfalls langatmig werden. Sehr gerne mag ich Psychothriller, gerne auch einen Wechsel der Erzählperspektive, z.B. Ermittler und Täter.

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama

    Cappuccino-Mama@onlinehome.de

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    1. Hallo Heidi ,
      Danke für deine Teilnahme :)
      Liebe Grüße
      Susi Aly

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  6. Hallo,
    ich möchte nicht am Gewinnspiel teilnehmen, weil ich den 4. Teil schon hier habe (mir fehlt der 2. oder 3. in der Sammlung bevor ich starte).
    Ich wollte dir nur sagen, dass mir dein Interview sehr gefallen hat. Der Autor wirkt sehr offen und freundlich und ich freue mich schon auf diese Reihe.

    LG,
    Bücherfee

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    1. Hallo Bücherfee ,
      ui du bist wohl wie ich, erst anfangen wenn man alles hat "gg"
      Ich finde auch er macht einen sehr sympathischen und offenen Eindruck :)
      Danke für dein Feedback :)
      Liebe Grüße
      Susi Aly

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  7. Ich mag es, wenn ich direkt in der Handlung drin bin, ohne langatmige Personen- und Ortsbeschreibungen.
    Ganz ganz wichtig ist mir eine Sache, die ein guter Thriller NICHT haben sollte: Widersprüche. Ich habe schon sehr häufig das Gefühl gehabt, daß so einiges mehrfach umgeschrieben und dann beim Korrekturlesen übersehen wurde. Sorgfalt ist mir da sehr wichtig.

    Netten Gruß, Josie

    josie1103(at)web.de

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  8. Hallo.

    ein Thriller muss vor allem fesselnd und spannend geschrieben sein. Man muss sich beim lesen wohlig gruseln können :)

    Liebe Grüße
    SaBine

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  9. Hallo Susi,

    ich mache nicht beim Gewinnspiel mit. :)
    Das Interview ist toll, sehr interessant. Vielen Dank dafür!

    Viele Grüße
    Sabrina

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  10. Hallo ,

    Tolles und interessantes Interview.Dankeschön .
    Ein guter Thriller muss spannend , interessant , von Anfang an fesselnd sein .
    Er muss auch dafür sorgen das ich nicht aufhören kann bis ich zu Ende gelesen habe.

    Liebe Grüße Margareta
    margareta.gebhardt@gmx.de

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  11. Er muss mich direkt fesseln , das ich ihn gar nicht mehr weglegen möchte
    snny-hair@web.de

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