Mittwoch, 4. Februar 2015

Rezension: Martin Krist - Engelsgleich


Autor: Martin Krist
Titel: Engelsgleich
Seitenanzahl: 576
VerlagUllstein Taschenbuch (5. Dezember 2014)
ISBN:  978-3548286396
Ebook: 8,99€
Taschenbuch: 9,99€
Erhältlich: hier









Bilderquelle und Infos zum Verlag: hier

Ein sehr komplexer Thriller, der uns das Grauen lehrt.
Er geht wahrlich an die Substanz, mich konnte der Autor damit wieder vollkommen in den Bann ziehen. 
 





Martin Krist ist das Pseudonym eines erfolgreichen Schriftstellers aus Berlin. Geboren 1971, arbeitete er als leitender Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften. Seit 1997 ist er als Schriftsteller tätig und veröffentlichte in unterschiedlichen Genres Bücher. Nach einer Biografie über eine Rotlichtgröße aus dem Ruhrgebiet, über Tattoo-Theo, über die Punk-Diva Nina Hagen, den Rap-Rüpel Sido und die Grunge-Ikone Kurt Cobain sowie zahlreichen anderen Buchprojekten, konzentrierte er sich ab 2005 auf Krimis und Thriller.

www.Martin-Krist.de 


 

Ein verschwundenes Mädchen. Eine verzweifelte Mutter. Eine grauenhafte Entdeckung.
In Berlin wird Hauptkommissar Paul Kalkbrenner zu einem Tatort gerufen. Auf einem Fabrikgelände wurde der verstümmelte Leichnam einer jungen Frau entdeckt. Unweit davon befinden sich stinkende Kloakebecken. Fassungslos müssen Kalkbrenner und seine Kollegin Sera Muth zusehen, wie eine Leiche nach der anderen aus den Gruben geholt wird. Ist unter ihnen auch die verschwundene Merle, die von ihrer Pflegemutter Juliane Kluge verzweifelt gesucht wird?




Auch in seinem neuen Thriller, beginnt Martin Krist mit enorm vielen Handlungssträngen. Zunächst ist auch kein roter Faden erkennbar.
Einmal ist da Juli die ihre Pflegetochter Merle sucht und auf der anderen Seite, werden Kinderleichen geborgen.
Wo liegt da der Zusammenhang?
Zunächst ist in dieser Richtung nichts ersichtlich.
Was mir jedoch am Anfang ziemlich zu schaffen machte, wir werden von einer Szene in die nächste geworfen. Sprich: eben sind wir bei Juli und im nächsten Moment wieder woanders. Was jedoch besonders gemein ist, sind diese Cliffhanger, die meist diese Szenen abschließen.
Ab einer gewissen Zeit jedoch, lichtet sich das Dunkel und man beginnt klarer zusehen. Und der rote Faden wird sichtbar.
Es ist durchweg ziemlich spannend gehalten, Adrenalin pur.
Gegen Ende des Buches wird es hochspannend und explosiv. Jedoch teilt sich der Schlussakt etwas auf. Es geschieht nicht alles auf einmal.
Rückblickend kann man sagen, es ist durchaus nachvollziehbar was da alles geschehen ist.
Aber es geht auch gewaltig an die Substanz, gerade Julis Geschichte ist mir sehr an die Nieren gegangen.
Ihre Verzweiflung war für mich richtig spürbar. Ein Grauen das kein Ende nimmt.
Am schlimmsten an dieser Situation fand ich jedoch, die Reaktionen in ihrem Umfeld.
Da war ich fassungslos und schockiert.
Da fragt man sich doch zwangsläufig.
Sind sie nur in guten Zeiten da?
Auf der anderen Seite war da noch  der Polizist  Paul Kalkbrenner , der mich mit seinem Fall von Kinderleichen auch sehr gefesselt und schockiert hat.
Sein Grauen und seine Mission, den Fall aufzulösen, konnte ich sehr gut nachvollziehen. Es ist schlimm, gerade wenn man selbst Kinder hat.
Aber wir erfahren auch sehr vieles aus seinem Privatleben.
Und dann ist da noch Markus, der sich im Drogenmilieu rumtreibt. Seine Geschichte hat mich auch sehr gebannt. Was ihn jedoch anbelangt, so war ich nicht sonderlich überrascht.
Es gibt hier jedoch auch schöne Ereignisse, die mein Herz erwärmt haben.
Ihr seht , es sind im Prinzip drei aufgeteilte Handlungsstränge, die nach einer gewissen Zeit zusammenlaufen, so das es ein schlüssiges Bild ergibt.
Man muss auch wissen, das es hier 2 Zeitebenen gibt, worauf wir aber erst spät hingewiesen werden.
Sobald das geschieht, erscheint das ganze in einem anderem Licht und man beginnt zu verstehen.
Dem Autor ist hier wieder ein toller Thriller mit einem brisantem Thema gelungen. Es hält den Leser in Atem und lässt ihn nicht mehr los.
Wir blicken hier in tiefe menschliche Abgründe und das Grauen wird für uns spürbar.
Mitunter ist es auch für zartbesaitete Nerven nicht unbedingt geeignet. Da es hin und wieder doch recht anschaulich beschrieben wird.
Die ganze Zeit möchte man eigentlich nur eingreifen in diese entsetzliche Handlung, aber man kann nur hilflos danebenstehen.
Jedoch muss ich auch sagen, das mir hier am Ende Erklärungen gefehlt haben.
Vorhersehbar war es nur bis zu einem bestimmten Punkt, manches erahnt man und manches nicht.
Martin Krist ist es gut gelungen, die Charaktere authentisch und real erscheinen zu lassen, für mich waren sie zu jedem Zeitpunkt greifbar.
Ich habe mit ihnen gefühlt, gelitten und hätte manchmal schreien können vor Wut und vor Ensetzen.
Es ließ sich sehr angenehm und flüssig lesen und man ist wirklich in einem Rutsch durch.
Lediglich die Kapitellänge hat mir nicht so gut gefallen. Weil es einfach keine klare Abtrennung in meinen Augen gab.
Wie schon gesagt, bekommen wir verschiedene Sichtweisen geboten. Was diesem Thriller einen enormen Tiefgang verleiht. Die verschiedenen Personen bekommen dadurch ein Gesicht und wir teilen ihre Gedanken und Gefühle. Was mir jedoch sehr gut gefallen hat, Juli erzählt uns quasi ihre Geschichte. Die zentralen Perspektiven sind die aus Markus´ , aus Julis und aus Paul Kalkbrenners Sicht.
Das Cover und der Titel gefallen mir sehr gut.
Eine absolute Leseempfehlung für jeden Thriller-Fan.
Aber ich muss dazu sagen, man muss den Schreibstil von Martin Krist mögen. Ich für meinen Teil, liebe ihn und bin schon gespannt, welches Thema er als nächstes behandelt.
Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.







Mich hat der Thriller enorm in Atem gehalten, ich konnte einfach nicht aufhören mit lesen.
Er ist enorm spannend, emotionsgeladen und man gerät sehr an seine Substanz.
Das Grauen ist nahezu spürbar.
Auch jetzt  lässt es mich noch nicht los.
Es ist ein Buch voller Qual, Leid und Emotionen.
Ich kann es nur jedem empfehlen.

Kommentare:

  1. Das letzte Buch fand ich gut von ihm, das werde ich mir gleich mal merken :) LG Danni

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    1. Huhu Danni,
      Würde mich ja mal interessieren welches seiner Bücher du gelesen hast ;)
      Lg Susi

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