Sonntag, 31. August 2014

Rezension: Anna Fricke - Versprich mir einen Kuss




















Quelle: amazon


Julias Geschichte hat mich tief berührt und in ein Strudel von Emotionen gestürzt.
Ein Roman der einfach gelesen werden muss.

Seitenanzahl: 274 (Taschenbuch 9,90€)
Verlag:  CreateSpace Independent Publishing Platform (2. Juli 2014)
ISBN-10:  1500199540
ISBN-13:  978-1500199548
Kindle Edition: 2,99€

Klappentext:
 Zwei Menschen, verbunden durch eine grausame Fügung.
Julias Glück zerbricht, als sie ihren Mann verliert. Ihr Leben scheint sinnlos geworden zu sein, bis sie auf Stephan trifft. Eine heilende Verbindung entsteht, doch dann schlägt das Schicksal erneut zu.

Julias Entscheidung, ihrem Mann zu folgen, kann und will Stephan nicht akzeptieren. In einer Zeit voller Schmerz, Angst und Trauer beginnt eine zarte Liebe zu erblühen. Werden die Gefühle stark genug sein, der verzweifelten Julia neue Hoffnung zu schenken?

Dieses Buch ist der Auftakt zu einer gefühlvollen und nachdenklichen Trillogie, rund um die Themen Liebe, Angst und Tod. 

Aufbau und Handlung:
Dieser Roman ist vielmehr als nur eine Geschichte, es ist eine Offenbarung.
Julia Fuchs und Stephan Rabe verlieren durch einen Autounfall ihre beiden Ehepartner.
Anfangs erschien es mir etwas schnell wie sich beide annäherten. Aber ich habe schnell erkannt, daß es für die Geschichte der beiden wichtig war.
Denn kurz darauf hat Julia ihren nächsten Schicksalsschlag zu verkraften, sie erkrankt an Krebs und Stephan steht ihr unerbittlich zur Seite.
Julias Geschichte ist vielmehr als zunächst angenommen.
Ich war sehr gespannt auf diesen Roman, der sich um das Thema Krebs dreht.
Von Anfang an, war ich sofort in der Geschichte drin. Ich konnte alle direkt vor mir sehen.
Julias und Stephans Sichtweisen haben der Geschichte viel Leben eingehaucht. Und wir konnten gute Einblicke auf beide Seiten bekommen.
Die Kapitel sind relativ kurz und der Schreibstil sehr flüssig.
Es ist ein sehr emotionales Buch, daß uns völlig in seinen Bann zieht.
Fängt man diesen Roman erstmal an, so kommt man nicht mehr davon los.
 Die Autorin hat es sehr gut verstanden, daß ich zwischendurch völlig vergessen konnte. Das es hier um Krebs geht.
Die beiden Hauptpersonen wirken auf mich absolut glaubhaft und sehr real. Muss ja auch so sein, bin ja förmlich in dieses Buch reingesogen worden.
Julia macht in ihrem ganz eigenem Prozess eine enorme Wandlung durch. Man hat das Gefühl aus einem Kind wird eine erwachsene Frau. Und auch Stephan reift. Er ist jedoch auch von Selbstzweifeln geplagt.
Denn man darf nicht vergessen. Beide haben erst kurz zuvor ihre Partner verloren und Stephan zudem noch sein Kind.
Ich kann dieses Buch nur jedem ans Herz legen. Seht selbst, ob Julia den Kampf gegen den Krebs gewinnen wird und ob sich etwas zwischen Stephan und Julia entwickeln wird.
Und vor allem wird Julia wieder Leben wollen?

Meine Meinung:
Ich bin auch hier wieder ohne große Erwartungen rangegangen. Aber die Autorin hat mich positiv überrascht. Ihr ist eine sehr komplexe Geschichte gelungen. Die uns zwischenzeitlich vergessen lässt, um was es eigentlich geht.
Ich glaube, ich wurde manchmal schon komisch von meiner Familie angesehen. Denn ich musste lachen sowie auch weinen.
Ein sehr emotionsgeladenes Buch, das mich total in seinen Bann geschlagen hat.
Ich geb zu, ich bin doch ziemlich traurig, das die Geschichte jetzt  zu Ende ist. Ich habe Stephan und Julia tief ins Herz geschlossen.
Ein Roman den ich jedem empfehlen kann. Aber ihr solltet Taschentücher bereithalten. Ihr werdet sie brauchen.
Von mir gibts volle Punktzahl, für dieses Werk einer vielversprechenden Autorin.

Wollen sie mehr über die Autorin erfahren?
Besuchen sie ihre Seite auf Facebook: Anna Fricke

Vielen Dank Anna Fricke, daß ich dein Buch lesen durfte. Ich bin absolut überzeugt worden.

Donnerstag, 21. August 2014

Rezension: Ingrid Schmitz - Liebeskiller: Mia Magaloff ermittelt























 Quelle: amazon

Ein leichter Kriminalroman der herzerfrischend anders ist . Er glänzt durch Witz und Charme

Seitenanzahl: 256
Verlag:  Leda-Verlag; Auflage: 1., Auflage (8. Mai 2014)
ISBN-10: 393678356X
ISBN-13: 978-3936783568 


Über die Autorin: 
Ingrid Schmitz wurde 1955 in Düsseldorf geboren, arbeitete dort als Speditionskauffrau bei einer kanadischen Reederei und im sowjetischen Außenhandel.Seit 2000 ist sie hauptberufliche Autorin. Begonnen hat sie mit Krimikurzgeschichten, von denen bisher an die fünfzig veröffentlicht wurden. Zwischendurch folgten Herausgaben (kulinarischer) Kriminalanthologien. Die 15. Anthologie "Tortillas, Tapas und Toxine" - eine kriminell-kulinarische Reise nach Spanien - erschien im Mai 2014.
Ingrid Schmitz ist dem Krimischreiben verfallen und machte bisher nur einen ... Abstecher ... in ein anderes Genre. Sie schrieb die Biographie "Currywurst & Dolce Vita" über die beiden VOX-Goodbye Deutschland Auswanderer Didi und Hasi - aber nur, weil deren Lebensgeschichte spannend wie ein Krimi ist.
2006 begann sie mit dem Romanschreiben und erfand die niederrheinische Privatermittlerin Mia Magaloff. Sie ist Künstlerin und Trödelmarkthändlerin und gerät durch ihre Neugier und ihr Helfersyndrom immer wieder an neue Fälle.
LIEBESKILLER ist der vierte Kriminalroman. Darin geht es um Love Scammer, Liebesbetrüger im Internet.Auch im eBook-Bereich findet man ihre Kriminalgeschichten. Seit 2012 veröffentlicht Droemer Knaur/neobooks die Kurzgeschichtenreihe "Ingrid Schmitz - Mörderisch liebe Grüße". In jedem eBook stecken drei Kurzkrimis. Bisher sind 5 Bände erschienen: "Nicht nur Wein muss atmen", "Die Grabrede", "Abwrackprämie", "Ein Schritt in die Ewigkeit" und "Um Schlips und Kragen".
Ingrid Schmitz ist Mitglied bei "Mörderische Schwestern", "Syndikat" und "International Association of Crimewriters".
Auf facebook findet man sie unter "Krimiautorin Ingrid Schmitz", bei Twitter unter: "Krimischmitz" und Google+ unter "Ingrid Schmitz"

Klappentext:
Vorsicht, Liebesbetrüger!
Mia Magaloff ermittelt
in eigener Sache.
Auf der Traumpartner-Seite
im Internet sucht sie nach einem Mann, der wirklich zu ihr passt.
Treu, witzig und weltoffen
soll er sein – wie Leo von Stein.
Vor dem ersten Treffen erhält Mia eine Warnung: In diesem Forum sollen sich auch Romance-Scammer herumtreiben. Diese Liebesbetrüger schwören ewige Liebe,
doch sie treiben ihre Opfer in den finanziellen Ruin.
Manchmal sogar in den Tod.


Aufbau und Handlung:
Dieser Kriminalroman ist mal etwas anders als gewohnt.
Leichte Krimikost, die überzeugt.
Ein doch immer wieder aktuelles Thema, das uns hier aufgezeigt wird.
Gegen das man letztendlich nicht viel tun kann.
Hier handelt es sich um eine Reihe der Hobbydedektivin Mia Magaloff.
Das ist der 4. Fall
Mia ist herzerfrischend anders und mitten aus dem Leben gegriffen, ebenso wie alle anderen Personen.
Es lässt sich leicht lesen, Spannung ist durchaus die ganze Zeit vorhanden. Wenn auch nicht immer spürbar.
Schade, daß man von Anfang an wusste, wer der Täter war.
Das hat dem Ganzen ein bisschen den Reiz genommen.
Aber man kommt dennoch auf seine Kosten.
Ich musste mir desöfteren doch schonmal ein Grinsen verkneifen.
Und das war letztendlich ein Grund mit, warum mir das Buch gefallen hat.
Leider kamen hier auch Personen vor, die mich überhaupt nicht überzeugen konnten. Sie waren mir nicht authentisch genug.
Überwiegend wurde aus der Sicht von Mia erzählt.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und da es eine eher kurze Lektüre ist.
War man auch schnell durch.
Fazit: Eine durchaus spannende und humorvolle Lektüre für einen gemütlichen Abend.

Meine Meinung:
Das Thema ansich ist nichts neues. Hat man immer wieder mal. Aber die Geschichte hat mir gut gefallen.
Sie wurde mit Spannung, Witz und Charme sehr gut rübergebracht.
Mia ist total sympathisch, man muss sie einfach mögen.
Was mir weniger gefallen hat. Einige Personen haben mich einfach nicht überzeugt und leider wusste man von Anfang an, worauf es hinaus läuft.
Trotzdem empfehle ich diesen Kriminalroman weiter. Weil er einfach herzerfrischend anders ist und zu einem gemütlichen Leseabend einlädt.
Und letztendlich geht es um folgendes: Hat mich der Roman gut unterhalten?
Ja, das hat er.

Mittwoch, 20. August 2014

Interview: Sabine Ibing

Vor kurzem habe ich "Zenissimos Jagd" von Sabine Ibing gelesen.
Und da mich dieses Thema brennend interessiert.
Habe ich die Autorin interviewt.
Ich fand es sehr informativ und interessant.
Aber lest selbst.

Biografie:
 
Wie alles anfing:
1998, in den Anfängen der ersten Chats, Internet war noch nicht sehr verbreitet, wurde ich gebeten, eine Kurzgeschichte über Chats zu schreiben. Diese Geschichte wurde in drei Zeitschriften veröffentlicht. Die Leser fragten, wo man den Roman kaufen könne.
Mit der Lea aus meiner Kurzgeschichte hatte eine Protagonistin Gestalt angenommen. Der Roman wurde 1999 unter dem Namen "Ch@tlove" im Glaré Verlag in Frankfurt veröffentlicht, unter meinem alten Namen Sabine Rieger. Ich war zu der Zeit nach vier Jahren Teneriffa wieder nach Deutschland zurückgekehrt und wohnte in Dietzenbach. Ursprünglich stamme ich aus Hannover und bin 1959 geboren. In der Zeit im Rhein-Main-Gebiet arbeitete ich wieder als Sozialpädagogin. Die Arbeit mit Menschen hat mich geprägt, mit allen ihren Schattierungen.
Seit 2011 lebe ich in der Schweiz. Der Liebe wegen bin ich nochmals umgezogen und habe hier geheiratet. Nun habe ich auch wieder ein wenig Zeit, mich neben meiner Arbeit um das Schreiben kümmern zu können.
Mein neuer Roman heißt "Zenissimos Jagd", erschienen im C.F. Portmann Verlag, Erlensee am Zürichsee.


M.M.: Wie und Wann hast du das Schreiben für dich entdeckt?
S.I.: Jetzt kommt eine Standartantwort: Ich habe gute Aufsätze geschrieben, mit Fantasie. Und ich lese seit Bilderbuchzeiten immer gern. In allen Einrichtungen in denen ich arbeitete hat man mir das Verfassen von Pressetexten, Flyern usw. überlassen. In meinem Beruf musste ich viel schreiben, allerdings Berichte. Das  waren Sachtexte. Auf Teneriffa besaßen wir nebenbei eine Gratiszeitschrift für Kleinanzeigen. Im Inneren befanden sich kleine Artikel: Kulturelle Ereignisse, Buchtipps, Restauranttipps und Inselgeschichten. Neben meiner Kolumne schrieb ich die kulturellen Artikel. Damals besaßen die ersten Leute einen Internetanschluss und fern ab der Welt chattete man recht häufig. Ein Chatfreund fragte mich, ob ich Lust hätte für eine österreichische Zeitung eine Kurzgeschichte über das Chatten zu verfassen. Die wurde sogar in zwei Blättern veröffentlicht und die Leser wollten wissen, wo man den Roman dazu kaufen könne. So entstand mein erstes Buch, Ch@tlove.

M.M.: Kann man einfach so losschreiben, oder sollte man etwas dabei beachten?
S.I.: Man kann losschreiben oder strukturiert arbeiten. Jeder Schriftsteller hat seinen eigenen Weg. Ich persönlich bin ein Planer im Groben. Vorab mache ich mir Gedanken wie die Geschichte verlaufen soll. Ich zeichne den roten Faden mit Verästelungen, kritzele drin herum. Ich male mir ev. Geländezeichnungen. Dann entwickele ich zu den Protagonisten Namen. Hin und wieder wird mitten in der Story auch mal ein Name geändert, jedoch nur bei Randfiguren. Mit dem Namen entsteht der Protagonist, den ich ankleide: Haarfarbe, Augen, Gesicht, Größe, Alter, Beruf, Charakter, Eigenarten usw. Nun erwacht die Figur in meinem Geist, ich habe sie vor mir stehen. Schauplätze und Personen stehen nun vor meinem Auge. Nebenbei mache ich mir Notizen, sobald mir eine Idee einfällt, die aber erst später zum Tragen kommt. Unter der morgendlichen Dusche komen mir die besten Einfälle.

M.M.: Die Thematik: Stalking finde ich persönlich schon als Herausforderung. Warum hast du dich gerade für dieses Thema entschieden?
S.I.: Durch meinen Beruf als Sozialpädagogin habe ich immer Menschen beraten. Solernte ich viele Varianten des Stalkings kennen und erfasste, wie Betroffene darunterleiden. Männer wie Frauen, hier kann man nicht sagen eine Gruppe wäre stärker vertreten. Sie isolieren sich Stück für Stück in ihrer Angst, andere suchen rege Gesellschaft, trauen sich nicht mehr allein zu sein. Interessant war für mich, wie verschieden Personen damit umgehen. Einige bekommen bereits Panik, wenn sie nach Beendigung einer Beziehung mit SMS- Mail-und Telefonterror belästigt werden, lassen das Licht aus, damit niemand sieht, wenn sie zu Hause sind. Andere nervt es schlicht, aber sie denken, das hört auf irgendwann. Fast alle reagieren ängstlich (auch Männer), sobald sie mit dem Tod bedroht werden. Habe welche erlebt, die in eine andere Stadt umgezogen, ständig in der Angst, der Stalker findet sie. Manche Leute sind äusserst robust, zumindest nach aussen, sind trotzdem psychisch von der Rolle, wollen das nicht eingestehen. Mich hat es regelmäßig geärgert, dass die Justiz wenig eingreift. Andererseits ist es eben nicht verboten, Menschen anzurufen, ihnen zu schreiben, Geschenke zu schicken … Was soll die Polizei machen? Solange keine Gewalt oder Sachbeschädigung vorliegt, wird es schwierig. Beispiel: Ich gehe zur Polizei und sage, ich werde bedroht, einer will mich umzubringen. Ja und? Hat er es gemacht? Reden ist nicht verboten. Ok. Es könnte eine Nötigung sein. Wer ist es? Können Sie das beweisen? – Nun hat das Opfer schlauerweise das Telefongespräch aufgenommen. Kein Beweismittel, da der Gesprächsteilnehmer nicht vorher informiert wurde, dass das Gespräch aufgezeichnet wurde …

M.M.: Auch über Teneriffa zu lesen, fand ich sehr interessant. Wir waren deine Erfahrungen in Teneriffa? Haben sie dein Leben beeinflusst und wenn ja, wie?
S.I.: Alles was ich tue beeinflusst mein Leben. Täglich mache ich neue Erfahrungen und lerne etwas dazu. Wir alle leben in verschiedenen Rollen: Kind, Partner (Expartner), Eltern, Nachbarn, Arbeitskollege, Chef, Staatsbürger … Wechselt die Rolle bzw. die Örtlichkeit, prasseln neuartige Erlebnisse auf uns ein. Man macht gute und schlechte Erfahrungen. Ich würde über die bösen Episoden in meinem Leben nicht jammern. Sie haben mich bereichert, mich schlauer und stärker gemacht.
Wir sind damals nicht blauäugig nach Teneriffa gezogen. Neben dem Urlaub haben wir im Vorfeld drei Monate dort gelebt und Spanisch gelernt, alles vorbereitet. Davor hatten wir beruflich schon alles abgecheckt und in die Wege geleitet und zu Hause Spanischkurse belegt. Von der IHK bekamen wir zwei Bücher, die rechtliche Aspekte beschrieben wie z. B. Erb- und Immobilienrecht, die unterschiedlich zu Deutschland sind. Das andere Buch beschäftigte sich mit Behördenkram, was man machen / bedenken muss, wenn wann umsiedelt. Genug Geld hatten wir auch dabei. Für meinen Ex-Mann war es schliesslich doch so, dass sein geplanter Berufsweg nicht realisierbar war. Er war beruflich völlig unterfordert. Mir fehlten die Jahreszeiten und mein Geschäft wurde gebremst, da mein Zehnjahresvertrag (Mietvertrag für Geschäftsräume) im Hotel nach 3 Jahren zu Ende war, ziemlich pöltzlich. Ich hatte mich gerade gut etabliert. Der Vertrag war über Nacht aus meinem Büro verschwunden, man behauptete, es hätte nie einen gegeben. Ich erfuhr, dass meine Räumlichkeiten seit Jahren anderweitig verplant waren. Aber ich erinnerte mich an den Namen des Gestors, der den Vertrag erstellt hatte und siehe da, er hatte eine Kopie. Nun musste ich von der Hotelkette erfahren, dass man dort darüber nichts wisse und der Direktor gar nicht befugt war den Vertrag abzuschliessen. Dieser Mann wurde gekündigt wegen diverser anderer Delikte und ich musste mich neu aufstellen, konzentrierte mich auf die Zeitung, diese auszubauen. Mein Job war nun unter anderem die Akquise von Anzeigen und das Kassieren. Man zahlte bar, Rechnungen wurden bar kassiert. Wer nicht energisch forderte und sich an der Sekretären vorbeitrickste, der wartete damals ewig. In dem Bereich habe ich einiges dazugelernt, denn ich hatte keine Lust wegen 60 bis 100 Mark zig mal irgendwo hin zu fahren. Oder es lief so wie bei einem großen Supermarkt in Privatbesitz: Um Neun reihte ich mich in die Schlange der Bittsteller mit meiner Rechnung in der Hand. Warten wie beim Arzt. Stunden später war ich dran, durfte zum Buchhalter, der sehr genau die Rechnung prüfte, abstempelte. Im nächsten Zimmer warteten wir erneut, bis man vom Don persönlich aufgerufen wurde. Der schaute die Rechnung nochmals durch und reichte mich zum Zahlmeister weiter. 300 Mark reicher war der ganze Tag versaut. Wir entschieden uns irgendwann zurückzugehen. Mein Ex-Mann erhielt sofort einen tollen Job in Deutschland und ich hatte nach dem Umzug auch gleich wieder eine Führungsposition.

M.M.: Wo bekommst du deine Ideen zum Schreiben her? Gibt es etwas oder ein Ort, der dich dabei besonders inspiriert?
S.I.: Mich inspiriert die Realität. Mich fasziniert ein Thema oder ein Ereignis, über das ich gern eine Geschichte ranken würde. Zuerst ist ein Motiv präsent, dann folgt die Recherche, Erforschung der Nebenstränge und am Ende wird die Story aufgebaut.

M.M.: Wie lange hast Du an "Zenissimos Jagd" geschrieben?
S.I.: Das kann ich nicht genau sagen. Ich habe es zu einer Zeit geschrieben, in der ich einen harten Job hatte, eine Familie, konnte nur  nebenbei schreiben, dann blieb das Skript zwei Jahre liegen bis ich wieder daran gewerkelt habe. Den fertigen Roman habe ich in der Schweiz überarbeitet und Verlagen angeboten. Herr Portmann fand es interessant und wir haben es umgesetzt.

M.M.: Wie gehst du mit Feedback um? Sei es positiv oder negativ.
S.I.: Ich denke, du beziehst die Frage auf das Schreiben. Grundsätzlich habe ich mein ganzes Leben mit Menschen gearbeitet und dort eine Feedbackkultur erlernt. Ich musste in der Sozialarbeit damit umgehen, nicht immer erfolgreich zu sein. Wer hiermit nicht leben kann, wird in seinem Beruf scheitern. Was ich für richtig halte, mag ein anderer nicht verstehen oder verstehen wollen. Sobald wir in den Kulturbereich kommen, geht es um Geschmack. Magst du jedes Musikstück, jedes Bild, jedes Buch? Ich nicht. Und das ist gut so. Über Kunst kann man nicht streiten. Nur über Handwerk. Ist ein Kunstwerk handwerklich schlecht gemacht, dann ist das Fakt. Das muss man zu Kenntnis nehmen und sich freuen, wenn es jemand merkt, dir sagt. Auch Schriftsteller arbeiten an sich. Wem mein Buch zu langweilig ist, dem gestehe ich das zu, natürlich. Kritik muss sachlich formuliert sein. Sobald ein Künstler in seiner Person beschimpft wird, geht mir das zu weit. Das habe ich in letzter Zeit ein paar Mal bei anderen gesehen. Das ist nicht fair.

M.M.: Arbeitest Du bereits an einem neuen Buch?
S.I.: Im Prinzip ist es gerade fertig. Ich sitze nun an der Überarbeitung. Das Thema Narzissmus war bei mir noch nicht abgeschlossen. Jeremias ist ein Narzisst. Mein neuer Hauptprotagonist ist eine Frau. Soviel kann ich schon verraten: Es wird ein humorvolles Buch. Das wäre allerdings zu einfach beschrieben. Selbstverständlich steckt eine ernstzunehmende Story dahinter, eine mitten aus dem Leben.

M.M.: Legst du dich auf ein Genre fest oder bist du da relativ offen?
S.I.: Ich bin offen, für alles was das Leben schreibt. Fantasy, Horror usw. wäre bei mir nicht zu finden. Sicher kann Liebe in meinen Romanen eine Rolle spielen. Gleichwohl einen klassischen Liebesroman würde ich nicht schreiben wollen. Ein Krimi oder ein Thriller mag aus einer Geschichte entstehen, indes garantiert kein Abstechen am Fliessband.

M.M.: Ich mag an deinem Buch:
Jeremias, Ruben und Laura besonders gern. Gerade bei Laura empfand ich, dass sie eine große Entwicklung durchgemacht hat. Welche Person in deinem Buch magst du besonders gern und warum?
S.I.: Ein Autor sollte doch alle seine Figuren lieben, wie eine Mutter die Kinder, oder? In diesem Fall ist Jeremias mein Lieblingskind. Die Gefühle von Gestalkten waren mir klar, ich wusste worüber ich schreibe. Bei Jeremias musste ich versuchen, mich in einen Narzissten hineinzuversetzen, das brauchte ein wenig Zeit. Solche Typen kenne ich auch. Aber wie denken sie? Wie ticken sie? Warum verletzen sie andere? Narzissten können nur sich selbst lieben, ihnen fehlt jegliches Mitgefühl und Schuldbewusstsein. Sie sind eigentlich beziehungsunfähig. Das heißt, sie berücksichtigen nicht die Gefühle anderer. Sobald man an ihrem Ego kratzt, sie verlässt, ihnen deutlich erklärt, nichts mit ihnen zu tun haben zu wollen, werden sie bösartig. Da sie sich als genial und vollkommen wahrnehmen, müssen sie sich an denen rächen, die sie ignorieren oder verstoßen. Sie sind eifersüchtig, nachtragend und von Rache besessen, können nicht loslassen, wenn sie jemand ablehnt, vor die Tür setzt. Ich wurde kürzlich gefragt, ob ich Jeremias Handlungen aus seiner Sicht nicht besser hätte beschreiben können, man versteht nicht, weshalb er das alles tut. Nein. Er denkt darüber nicht nach. Er will alle bestrafen, die nicht nach seiner Pfeife tanzen und er probiert alles, damit er wieder Macht über diese Menschen bekommt. Macht über andere zu haben, eine wichtige Sache für Narzissten. Mehr steckt nicht dahinter. Er hat keine Gefühle gegenüber Menschen.

M.M.: Abschließend möchte ich mich bei dir bedanken. Dafür das ich dein neues Buch vorablesen durfte. Es hat mir wirklich sehr viel Freude bereitet.
Danke auch, für dieses schöne Interview
 
Besuchen Sie die Autorin auf ihrer Website:  Sabine Ibing:
auf Facebook: Sabine Ibing
 
Rezension: Zenissimos Jagd
 
 
Quelle:  amazon und Sabine Ibing



Montag, 18. August 2014

Rezension: Thomas Dellenbusch - Verstecktes Herz






















Quelle: Mein KopfKino und amazon

Eine kurzweilige Lektüre die fesselt und so ihre Überaschungen zu bieten hat.
 

Format: Kindle Edition:
Seitenanzahl der Printausgabe: 76
Verlag: KopfKino-Verlag Thomas Dellenbusch (13. April 2014)


Über den Autor:
Thomas Dellenbusch wurde 1964 in Düsseldorf geboren.

Der ehemalige Kriminalbeamte und jetzige Werbetexter schreibt und textet seit fast zwanzig Jahren aus unterschiedlichen Anlässen. Der Großteil der Anforderungen kam aus der Werbung. Darüber hinaus stammen aus seiner Feder jedoch auch öffentliche Reden für Minister, Gedichte für Mitmenschen, Drehbücher, Reflexionen, Spielregeln, Zeitungsartikel, Sketche und vieles mehr, was sich in lebendige Worte kleiden lässt.
Informationen, News und Leseproben der KopfKino-Reihe finden Sie auf MeinKopfKino.de

Kurzbeschreibung:
Eine junge, hübsche und alleinerziehende Mutter zieht im Sommer 1963 in ein kleines niederbayerisches Dorf. Sie sucht weder eine Anstellung, noch sucht sie Kontakt. Als die Dorfbewohner verschiedene Herrenbesuche feststellen, sind sie entsetzt. Sie halten die Fremde für eine Prostituierte und suchen nach Möglichkeiten, sie zu verjagen. Nur ein junger, im Dorf lebender Journalist ergreift ihre Partei und hält zu ihr. Er vermutet, dass sie sich hier versteckt. Aber vor wem oder was ...? Und ist seine Solidarität echt, oder wurde er auf sie angesetzt, um hinter ihr Geheimnis zu kommen?

Ablauf und Handlung:
Sehr eindrucksvoll wird ein kleines Dörfchen in Niederbayern in den 60er Jahren beschrieben.
Man kennt das ja, Die Dörfler sind unter sich und Neue werden nicht geduldet.
So auch hier.Ich kann mir das richtig vorstellen, denn es wird absolut realistisch und glaubhaft dargestellt. Der Anfang war für mich etwas holprig. Anfangs hatte ich das Gefühl ich würde mich in einem Heimatroman befinden. Und das ist ja so garnicht meins.
Zu Beginn war mir auch alles ein bißchen zu detailliert beschrieben.
Aber für mich kam der Wendepunkt als ich Yvonne und Benedict kennelernte.
Yvonne hat mich sofort fasziniert und gefesselt. Irgendwie hatte sie von anfang an mein Mitgefühl und auch bei Benedict spürte ich, er ist etwas Besonderes.
Und bei beiden wusste ich einfach, daß sie sich vielleicht gar nicht so unähnlich sind.
Von da an wurde es auch für mich spannend.
Zugegeben eine doch etwas kurzweilige Geschichte, aber sie hat alles was sie brauch um ein guter Roman zu werden: Liebe, Geheimnisse, Verbrechen.
Ich kann ihn nur empfehlen denn er wartet mit einem überaschendem Ende auf.
Der Schreibstil ist sehr flüssig , man kommt gut voran mit dem Lesen.
Die Sichtweise der Personen ist sehr interessant und aufschlussreich, da wir hier alles aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten können.

Meine Meinung:
Insgesamt hat mir dieser Roman doch recht gut gefallen.
Yvonnre und Benedict waren mir von Anfang an sehr sympathisch.
Ich kann ihn jedem empfehlen der keine allzu lange Lektüre mag.
Aber auch alle anderen kommen auf ihre Kosten :)
Ein Roman den man gut man zwischendurch lesen kann.

Sonntag, 17. August 2014

Interview mit Emma S. Rose

Die sympathische Autorin Emma S. Rose habe ich vor kurzem kennengelernt ohne zu wissen das sie Autorin ist, nun hab ich mir heute Nacht ihren Debütroman "Lina - Hoffnung auf Leben" zu Gemüte geführt.
Bei neuen Autoren gehe ich immer ohne große Erwartungen ran.
Aber hier hat sich ein echtes Sahneschnittchen herauskristallisiert.
Ihren Roman find ich einfach unglaublich gut.
Und deshalb möchte ich Euch die Autorin hier etwas näher bringen.



Biografie:
Geboren und aufgewachsen ist Emma S. Rose im schönen Ostwestfalen. Im Mai 2014 verwirklichte sie ihren langgehegten Traum und veröffentlichte ihren Debutroman "Lina - Hoffnung auf Leben". Seitdem schreibt sie fleißig an neuen Werken.
Sie hat zuerst Soziale Arbeit studiert und auch in dem Bereich gearbeitet, hat sich mittlerweile aber beruflich umorientiert und studiert Deutsche Literaturen und Medienwissenschaften. Neben dem Schreiben ist sie im Korrektorat/Lektorat tätig.
Sie lebt mit ihrem Lebensgefährten im schönen Paderborn.



Hallo liebe Susi. Ich freue mich sehr, dass ich mich Deinen Fragen stellen darf! Ich mag Deinen Blog und freue mich, nun auch dort vertreten zu sein! :)

1. Wie und Wann hast Du das Schreiben für dich entdeckt?
Das „Wann“ ist eigentlich eine einfache Frage. Ich schreibe schon Geschichten, seitdem ich dazu in der Lage bin. Genaugenommen habe ich schon Geschichten ersponnen, als ich noch nicht richtig schreiben konnte; damals mussten grausam schlechte Zeichnungen in Comicform herhalten! :) Im Alter von zwölf Jahren vollendete ich dann mein erstes Manuskript, das ich sogar verwegen an einen Verlag schickte. Natürlich ohne Erfolg. Es handelt sich dabei um ein ziemlich aktuelles Thema; Mobbing und die erste große Liebe. Irgendwann werde ich die Geschichte überarbeiten und veröffentlichen!
Das „Wie“ – hm. Ich habe schon immer gerne gelesen und hatte auch immer schon eine rege Fantasie – meinen Eltern sei Dank, denn diese haben mich schon früh zum Lesen animiert. Es war irgendwie eine Selbstverständlichkeit für mich, selber zu schreiben. Es hat mich so sehr fasziniert, Welten mit Worten zu erschaffen, das musste ich einfach auch machen!

2. Dein erstes Buch umfasst ein sehr schwieriges und verschwiegenes Thema.
Warum hast Du dich gerade dafür entschieden?

Das ist eine schwierige Frage, die ich bei den meisten meiner Geschichten nicht einfach so beantworten kann. In der Regel kommen die Geschichten mir einfach so zugeflogen – und bleiben. So war es auch mit Lina. Irgendwann spukte sie in meinem Kopf herum. Dann kam Eric dazu und die beiden verselbstständigten sich. Ich musste einfach nur noch zu Blatt bringen, was mein Köpfchen ersponn. Manchmal träume ich Storys, manchmal kommen sie mir in den komischsten Situationen (beim Stallmisten zum Beispiel). Und manchmal sind sie einfach da.
Ich denke, ich habe viel Inspiration durch meine Arbeit als Sozialarbeiterin bekommen, denn ich hatte viel mit betroffenen Menschen zu tun. Zudem ist sexuelle Übergriffigkeit leider auch in meinem Freundeskreis nicht unbekannt. Ich finde einfach, dass bestimmte Themen zu wenig Beachtung in der heutigen Gesellschaft finden – und sexueller Missbrauch in der Familie gehört dazu. Es ist mir ein Anliegen, solche Themen offen zu machen!

3. Lina und Eric haben mich sehr berührt,  ich fand es interessant zu beobachten, wie die beiden sich weiterentwickelt haben.
Wie betrachtest du die beiden?

Eine schöne Frage :) Zunächst einmal freut es mich sehr, dass Lina und Eric Dich berührt haben, denn ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass die Beiden mir verdammt wichtig sind. Lina – ihre Geschichte liegt mir am Herzen. Sie wurde mit viel Herzblut geschrieben und ich komme auch nur schwer von den Beiden weg. Ich kann nicht sagen, wie viele Stunden ich nachts wach lag und mich mit ihnen beschäftigt habe. Es wurde fast zum Selbstläufer. Dialoge, Situationen, bis weit in die Zukunft. Wenn ich wollte, ich könnte ihr gesamtes (gemeinsames) Leben niederschreiben.
Ich finde, dass Lina vielschichtig und interessant ist und auch wesentlich stärker, als sie selber es manchmal glaubt. In ihr steckt sehr viel und sie braucht einfach nur Zeit und Vertrauen, um sich und ihre Möglichkeiten kennenzulernen und auszuschöpfen.
Und Eric? Ich finde, er kommt einem Traummann schon recht nahe. Dennoch ist er nicht perfekt. Perfekt wäre ja auch langweilig, nicht wahr?
Manchmal erhalte ich die Kritik, dass die Geschichte zu klischeehaft wäre; erst müsse ein hübscher Junge kommen, der die arme, arme gefangene Prinzessin errettet. Aber ganz ehrlich – ich wünsche jeder Lina auf der Welt einen Eric: jemanden, der dabei hilft, dieser Situation zu entfliehen. Viele Betroffene haben einfach nicht die Kraft, sich alleine zu lösen und auch wenn es kaum zu glauben ist – Schicksale wie Lina gibt es häufiger, als man denkt.

Ich kann euch versprechen: Die Geschichte der beiden ist noch nicht zu Ende erzählt. Es gibt noch einiges, worüber ich schreiben kann – und ich bin auch schon dabei. Mich von den Beiden zu verabschieden kommt einfach noch nicht in Frage!

4. Wie genau recherchiert man bei diesem Thema und wieviel Zeit nimmt das in Anspruch?
Also gerade bei diesem Thema ist es natürlich sehr schwer, so zu recherchieren, dass es realitätsnah ist. Ich will auf gar keinen Fall, dass Betroffene das Buch lesen und empört sind; genauso sehr möchte ich, dass Nicht-Betroffenen die Augen geöffnet werden.
Vieles hat sich in meiner Arbeit ergeben, in der Suchthilfe hat man mit einigen Frauen zu tun, die Missbrauch erlitten haben oder sogar noch erleiden. Man muss gut zuhören. Ich bin ein extrem empathischer Mensch. Das hat seine Nachteile (ich leide viel mit), aber auch seine Vorteile, denn so kann ich die Empfindungen meines Gegenübers aufnehmen, nachempfinden und dann wiedergeben. Ich denke, das hat mir viel geholfen.
Hinzu kamen Gespräche mit einer Freundin, die vergewaltigt wurde, und meine Fantasie. Die Stunden lassen sich nicht messen, aber ich habe vier Jahre für dieses Buch gebraucht und das soll, denke ich, schon was heißen.
Mittlerweile bin ich gereifter und ich kann mit meiner „Gabe“ dosierter und reflektierter umgehen, weshalb ich nicht mehr so lange brauche, selbst wenn ich über schlimmes schreibe. Aber egal was ist – ich lese immer größten Wert auf die Realitätsnähe. Das erfordert insbesondere bei der Fortsetzung viel Recherche. (Gericht, Polizei…)

5. Wie hast du dich gefühlt, als das Buch erschienen ist?
Es war unfassbar, unglaublich. Ich fühlte mich, als würde mein Grinsen einmal meinen Kopf umfassen, so breit war es. Gleichzeitig kamen aber auch Müdigkeit dazu und die Angst, dass Lina nicht ankommt. Beim ersten Buch ist das völlig normal, denke ich, wird vermutlich nie ganz aufhören. In jedem Fall war es irgendwie schwer realisierbar. Jahre hat man über die „Was-wäre-wenns“ nachgedacht, daran geschrieben – und dann ist es öffentlich. Einfach wow! Immerhin war es seit frühester Kindheit mein Traum, einmal selber zu veröffentlichen…
Es ist definitiv ein Gefühl, das süchtig macht und ich dränge nach mehr! Die nächste Veröffentlichung steht kurz bevor!

6. Spielen persönliche Gefühle und Erfahrungen eine Rolle wenn du schreibst?
Oder ist alles fiktiv?

Ich bin der Meinung, dass Bücher nur – oder gerade dann erst – authentisch werden, wenn etwas eigene Erfahrung mit drin steckt. Egal wie, ein Quäntchen Wahrheit sollte dabei sein. Von mir ist das definitiv jedes Mal der Fall und daran wird sich auch nichts ändern. Aber: Ich wurde niemals sexuell missbraucht. Weder in der Familie, noch sonstwie. Das möchte ich betonen!

7. Wenn du schreibst, entsteht da erst das Thema und dann die Personen?
Oder umgekehrt?

Irgendwie ist beides gleichzeitig da, das eine mehr, das andere weniger. Der Entstehungsprozess meiner Geschichten ist ja nur schwer zu beschreiben, wie ich weiter oben schon erläutert habe. Ich kann gar nicht genau bestimmen, was wann wo und wie zuerst da war, in jedem Fall entwickle ich alles erst eine ganze Weile in meinem Kopf, bevor ich es niederschreibe. Wenn ein Grundstock da ist, fange ich an zu schreiben. In der Regel weiß ich, wo es hingehen soll und in etwa den roten Faden. Ich gehöre aber nicht zu den Autoren, die sich hinsetzen und jedes Kapitel vorher minutiös planen. Ich liebe vielmehr den Zauber des Schaffensprozesses und die Tatsache, dass ich und meine Figuren immer wieder für Überraschungen sorgen können, die ich bei Beginn der Schreibeinheit nicht auf dem Schirm hatte.

8. Arbeitest du bereits an einem neuen Buch?
Oh ja. Genauer gesagt sind schon zwei soweit geschrieben und warten auf die Überarbeitung (eines liegt beim Verlag, eines gerade bei den Testlesern und erscheint spätestens Anfang Oktober im Eigenverlag). Zudem arbeite ich an der Fortsetzung von Lina und an einem anderen Buch.
JA – ich liebe Multitasking! :D Es ist einfach schön, nach Lust und Laune sagen zu können, was man gerade machen möchte.

9. Legst du dich auf ein Genre fest?
Derzeit ja; ich schreibe im Bereich Liebe/Drama/Schicksal – und das mit Leidenschaft. Aber Ausflüge in den Bereich (Psycho)Thriller und Dystopie sind definitiv geplant! :)

10. Wann kannst du am besten Schreiben und in welcher Atmosphäre?
Eigentlich kann ich immer gut schreiben, Hauptsache ich habe etwas zu schreiben dabei. Am allerliebsten sitze ich jedoch auf meinem Sofa, in meiner Ecke, eingekuschelt in meine Decke und mit Kaffee. Mein Maskottchen Eulalia guckt mir über die Schulter und (Achtung, jetzt wird es sehr übertrieben, aber nicht unrealistisch) mein Freund massiert mir motivierend die Füße. Hihi. Das ist der Idealfall! Ach ja – und ich habe einen Ordner mit Musik, extra zum Schreiben. Beispielsweise hat mich bei dem Verlagsmanuskript immer das Lied „Here with me“ von Dido begleitet.

Ich wünsche dir viel Erfolg als Autorin und ich bin sicher du hast noch Grosses vor dir.
Ich danke dir für das Interview


Vielen lieben Dank, liebe Susi! Ich danke dir für die tollen Fragen; das Interview hat mir sehr, sehr viel Freude bereitete! :)
 
Der Arbeitsplatz der Autorin

Besuchen sie die Autorin auf ihrer Website: Gedankenschloesser
und auf Facebook: Emma S. Rose

Quelle: amazon und Emma S. Rose

Rezension: Emma S. Rose - Lina Hoffnung auf Leben




















Quelle: amazon

Lina - erschütternd, fesselnd einfach unglaublich.
Dieses Buch hat mich tief berührt.

Seitenanzahl: 253
Verlag:CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 1 (2. Mai 2014)
ISBN-10: 1499318251
ISBN-13:  978-1499318258


Über die Autorin:
Geboren und aufgewachsen ist Emma S. Rose im schönen Ostwestfalen. Im Mai 2014 verwirklichte sie ihren langgehegten Traum und veröffentlichte ihren Debutroman "Lina - Hoffnung auf Leben". Seitdem schreibt sie fleißig an neuen Werken.
Sie hat zuerst Soziale Arbeit studiert und auch in dem Bereich gearbeitet, hat sich mittlerweile aber beruflich umorientiert und studiert Deutsche Literaturen und Medienwissenschaften. Neben dem Schreiben ist sie im Korrektorat/Lektorat tätig.

Klappentext:
Lina ist anders – irgendwie. Schon vor langer Zeit hat sie eine unsichtbare Mauer aufgebaut, um jeden Menschen von sich fernzuhalten, der näheres Interesse an ihr zeigen könnte. Das bemerkt auch Eric, der für sein letztes Schuljahr auf Linas Schule wechselt und schon in seiner ersten Stunde auf sie prallt. Im Gegensatz zu seinen neuen Mitschülern weckt Linas abweisende Art bei dem attraktiven Jungen jedoch Interesse, weshalb er fortan versucht, ihren Schutzwall zu durchbrechen. Dass er dabei gerade zur richtigen Zeit kommt, kann er nicht ahnen, auch wenn er immer häufiger spürt, dass etwas nicht stimmt. Schließlich schafft er es, ihr Vertrauen zu gewinnen und zwischen den beiden entwickeln sich zarte Gefühle. Doch erst, als es zu einem dramatischen Vorfall kommt, kann Eric wahrhaftig hinter ihre Mauer schauen – und muss feststellen, dass manche Fassaden nur dazu da sind, um dunkle Geheimnisse zu verdecken. Geheimnisse, an denen Lina zu zerbrechen droht…

Aufbau und Hanldung:
Für ihr erstes Werk greift die Autorin, ein sehr schwieriges Thema auf.
Ein Thema bei dem eigentlich immer geschwiegen wird. Weil sich die Betroffenen zu sehr schämen und weil siesich selbst als Schuldige fühlen.
Mit Lina erleben wir ein junges Mädchen das tief berührt und wir sie am liebsten selbst beschützen und in den Arm nehmen wollen. Einfach um ihr zu zeigen. Es wird alles wieder gut.
Aber wird wirklich alles jemals wieder gut?
Ist es nicht vielmehr so, daß es zwar leichter werden kann.
Aber vorbei sein, wird es niemals.
Das Erlebte ist einfach zu prägend.
Auch mit Eric lernen wir einen jungen Mann kennen, der uns auch sehr berührt, er geht über seine Grenzen hinaus, um das Mädchen das er liebt zu beschützen.
Lina sowie Eric wachsen an dieser Geschichte und lernen dabei, es gibt noch mehr Seiten im Leben. Die es wert sind, betrachtet zu werden.
Dieses Buch fesselt von der ersten bis zur letzten Seite.
Es ist unglaublich wie tief man in dieses Buch eintaucht.
Man hat einfach das Gefühl, man steckt mittendrin.
Emma S. Rose versteht es geschickt, den Leser bei seinen Emotionen zu packen.
Man schmunzelt, man leidet und man ist wütend.
Möglich, das man durch dieses Buch, die Welt ein wenig anders betrachtet.
Dieses Buch rüttelt auf, es zeigt uns die Sonnen- wie auch die Schattenseiten des Lebens.
Es geht sehr an die Substanz, das alles zu lesen.
Vor allem fühlt man sich so hilflos. Es ist wirklich erdrückend realistisch.
Erzählt wird alles überwiegend aus Linas Sicht, aber hin und wieder wird uns auch ein Blickwinkel aus Erics Sicht gestattet. Dadurch geraten wir noch tiefer ins Buch. Wir erleben von beiden die Gefühle. Und können so beide noch besser erleben.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und die Kapitellänge ist überschaubar, so das man förmlich durch das Buch fliegt.
Ich kann dieses Buch zu 100% weiterempfehlen.
Es ist einfach ein Buch das man unbedingt lesen sollte.

Meine Meinung:
Lina-Hoffnung auf Leben - Das bringt es auf den Punkt.
Das Schicksal von Lina hat mich förmlich sprachlos gemacht, gefesselt und ich musste weinen.
Ich kann gar nicht beschreiben, was für Emotionen das Buch bei mir ausgelöst hat. Selbst jetzt wo ich hier sitze und schreibe muss ich weinen. Das Thema ist einfach zu erdrückend. Und Lina tut mir in tiefster Seele weh.
Es ist einfach schrecklich wenn ein Mensch sowas erleiden muss und oftmals merkt niemand etwas davon.
Wieviele Menschen mag es geben, die genau das gleiche Schicksal durchmachen?
Ich möchte es mir nicht mal ansatzweise vorstellen.
Ein sehr gutes Buch, das uns alles vor Augen führt. Es ist realistisch und glaubhaft.
Dennoch finde ich, es ist ein schwieriges Thema, daß hier umgesetzt wurde.
Aber das ist Emma S. Rose auf ganzer Ebene zu 100% gelungen.
Und alleine dafür hat die Autorin schon meine Hochachtung und mein Respekt.
Ich bin wirklich gespannt, welche Thematik sie als nächstes aufgreift.

Samstag, 16. August 2014

Ihr wisst ja, ich liebe bücher <3
Aber auch an mir geht der Fortschritt nicht vorüber.
Vor einiger Zeit hab ich es mal getestet, ebooks auf einer Handyapp und am Laptop zu lesen.
Was soll ich sagen?
Es hat mir Spass gemacht.
Also hab ich beschlossen mir einen Ebookreader zu kaufen.
Ich habe mich für den Tolino Shine entschieden.

Nun gut, an die fehlende Farbe und das kurze Flackern beim Bildaufbau muss ich mich erst noch gewöhnen.
Aber ansonsten, einfach toll.
Ich liebe meinen Tolino und möchte ihn nicht mehr missen.
Mit Printbüchern ist es ja so, das ich da sehr pingelig bin. Ich lese damit nicht überall.
Aber mit dem Tolino ist einfach alles möglich.
Sicher auch am anfang war ich gegen sämtliche Ebooks, weil ich mir einfach nicht vorstellen konnte. Das mir das gefallen könnte.
Ich rate euch, testet es aus und seht ob es was für euch ist.
Was habt ihr für Erfahrungen diesbezüglich gemacht?

Rezension: Sabine Ibing - Zenissimos Jagd



















 Quelle: amazon


Stalking..., ein Thema das immer interessant ist und hier sehr realistisch und glaubhaft dargestellt wird.
Ein Buch das mich nicht mehr losgelassen hat und  das ich ohne Bedenken weiterempfehlen kann.


Taschenbuch: 392 Seiten
Verlag:  C.F. Portmann Verlag; Auflage: 1
ISBN-10:  3906014193
ISBN-13: 978-3906014197



Über die Autorin:
Wie alles anfing:
1998, in den Anfängen der ersten Chats, Internet war noch nicht sehr verbreitet, wurde ich gebeten, eine Kurzgeschichte über Chats zu schreiben. Diese Geschichte wurde in drei Zeitschriften veröffentlicht. Die Leser fragten, wo man den Roman kaufen könne.
Mit der Lea aus meiner Kurzgeschichte hatte eine Protagonistin Gestalt angenommen. Der Roman wurde 1999 unter dem Namen "Ch@tlove" im Glaré Verlag in Frankfurt veröffentlicht, unter meinem alten Namen Sabine Rieger. Ich war zu der Zeit nach vier Jahren Teneriffa wieder nach Deutschland zurückgekehrt und wohnte in Dietzenbach. Ursprünglich stamme ich aus Hannover und bin 1959 geboren. In der Zeit im Rhein-Main-Gebiet arbeitete ich wieder als Sozialpädagogin. Die Arbeit mit Menschen hat mich geprägt, mit allen ihren Schattierungen.
Seit 2011 lebe ich in der Schweiz. Der Liebe wegen bin ich nochmals umgezogen und habe hier geheiratet. Nun habe ich auch wieder ein wenig Zeit, mich neben meiner Arbeit um das Schreiben kümmern zu können. Mein neuer Roman heißt "Zenissimos Jagd", erschienen im C.F. Portmann Verlag, Erlensee am Zürichsee.

Klappentext:
 Jeremias will Carina vergessen, die Frau die ihn enttäuscht hat. Ausgerechnet auf Teneria, mitten in seinem Urlaub, entdeckt er sie in einer Gruppe Touristen und die Wunden brechen wieder auf. Jeremias freundet sich unerkannt mit ihrer Schwägerin Laura an, und horcht diese aus, während sie gemeinsam die Insel erkunden. Allmählich entwickelt er einen perfiden Plan und die Jagd auf Carina beginnt ... Er dringt immer tiefer in Carinas Leben ein, besessen davon, sich an ihr zu rächen. Dank allerlei technischer Hilfsmittel gelingt es ihm dabei, falsche Fährten zu legen und selbst unerkannt zu bleiben. Sein Opfer wähnt sich von einer Person bedroht, die sie nicht zu kennen glaubt, was die Ermittlungen erschwert, denn gegen wen sollte die Polizei vorgehen und wegen was? Carina ist psychisch immer mehr isoliert, sie kann sich nicht gegen Ihren Peiniger wehren ... Ein spannender, vielschichtiger Roman.

Ablauf und Handlung:
Hier handelt es sich um einen Roman, der das Thema Stalking behandelt.
Sehr eindrucksvoll geschildert. Spannung von der ersten bis zur letzten Seite.
Einerseits durch die doch relativ überschaubaren Kapitel ein flüssiger,gleichzeit aber auch ein etwas trockener Schreibstil. Es ist schwer zu beschreiben. Normalerweise gebe ich bei dieser Art von Schreibstil sofort auf. Aber hier blieb ich am Ball. Einfach weil mich die Thematik immer brennend interessiert. Vor allem die Umsetzung find ich immer spannend.
Sabine Ibing, ist es gelungen, das Thema realistisch und authentisch darzustellen. Gleichzeitig ist man direkt im Buch drin. Manche mag man, andere weniger. Ich muss gestehen, teilweise war ich so tief drin. Das es selbst bei mir Angstzustände ausgelöst hat.
Aber nicht nur das, auch weitere Emotionen kamen durch.
Minimal, aber ja ich durfte auch mal schmunzeln. Das hat das ganze für mich etwas aufgelockert.
Aber natürlich gibt es nicht nur Lobeshymnen, geht leider nicht immer.
Ich kann nicht weiter ins Detail gehen, sonst würde ich spoilern. Und das gibt es bei mir nicht.
Manches schien mir zu perfekt.
Anderes wiederum schien vor Naivität nur so zu strotzen.
Das sind so die einzigen Sachen, die mir persönlichen auffielen
Hier erfahren wir alles überwiegend aus der Sicht des Täters. Hat mich wiederum jetzt sehr interessiert.
Da ich sonst immer nur aus der Sicht des Opfers lese.
Ja, es war sehr aufschlussreich und glaubhaft..
Fest steht für mich, so einem Menschen möchte ich nicht über den Weg laufen.
Aber auch die Opfersicht wurde sehr gut dargestellt.
Aber die Autorin bringt uns auch Teneriffa und seine Leute sehr gut rüber.
Die Lebensweise und wie es ist, dorthin auszuwandern.
Viele Menschen gehen ja mit sowas recht blauäugig um.
Hat mir persönlich sehr gut gefallen , das mal veranschaulicht zu bekommen.
Aber wer hier einen Thriller erwartet, ist auf dem Holzweg.
Es handelt sich hier um einen Roman, um Geheimnisse und Verbrechen.
Mir hat er sehr gut gefallen, gerade weil er so ist, wie er ist.
Ich kann Ihn nur weiterempfehlen.
Probiert es aus und bildet euch einfach eure eigene Meinung.

Meine Meinung:
Eine sehr guter Roman mit einem sehr interessantem und ernstem Thema, daß glaubhaft umgesetzt wurde.
Mir persönlich waren Jeremias und Laura am liebsten. Die beiden mochte ich von Anfang an, sehr gern.
Jeremias wurde sehr gut dargestellt. Und zu einigen Personen fällt mir einfach nur ein.
Es ist nichts so wie es scheint.
Dieser Roman hat Sonnen- wie auch Schattenseiten.
Jedoch ist es kein Buch das man mal ebenso nebenbei lesen kann, man muss sich darauf einlassen und eintauchen in diese Welt.
Einfach sehr gut umgesetzt und vor allem wartet er mit einer Überaschung auf, die selbst ich nicht vermutet hätte.
Eine klare Empfehlung meinerseits.