Montag, 28. April 2014

Rezension: Eva Almstädt - Ostseesühne


Autor: Eva Almstädt
Titel: Ostseesühne
Verlag: Bastei Lübbe
Seitenanzahl: 368
Erscheinungsdatum: 15.04.2014
ISBN -10: 340416928X
ISBN - 13: 978-3404169283

Nichts ist so wie es scheint

Inhalt:
  Im Feuerlöschteich auf einem Bauernhof entdeckt ein Postbote eine halb verweste männliche Leiche. Von den Bewohnern des Hofes, einem Ehepaar und seinem 16-jährigen als zurückgeblieben geltenden Sohn, fehlt jede Spur. Pia Korittki übernimmt die Ermittlungen - und findet heraus, dass vor Jahren ein merkwürdiges Gerücht im Dorf kursierte, dem jedoch nie jemand nachgegangen ist: Auf dem Hof soll damals ein Mädchen gefangen gehalten worden sein ...

Aufbau und Handlung:
Der Kriminalroman ist eine Reihe rund um die Ermittlerin Pia Korittke.
Dies ist ihr 9.Fall.
Eine Leiche wird gefunden und dann noch eine.
Alles deutet auf ein dunkles Familiengeheimnis hin.
Aber wo ist die Familie und ist es wirklich so einfach?
Die Spannung baut sich nur langsam auf.
Man hat das Gefühl, es geht anfangs alles etwas zu schnell.   
Die Autorin legt  plötzlich sämtliche Spuren die in verschiedene Richtungen laufen.
Nun liegt es an uns in welche Richtung wir gehen.
Die Spannung bis zum letzten Drittel hält sich konstant. Dennoch muss ich sagen, es ist eine unterschwellige Spannung die spürbar ist.
Das letzte Drittel baut dann massiv an Spannung auf und man wird ständig in andere Richtungen gelockt .
Der Showdown ist der Autorin sehr gut gelungen, allerdings war mir das Ende etwas zu konstruiert und zu schlüssig dargestellt. Ich hätte noch die ein oder andere Frage zu dem Tathergang gehabt.
Auch das Privatleben der Ermittlerin hielt sich im angemessenen Rahmen, es wurde nicht zu stark dargestellt, aber dennoch so, das es bei uns ein Kopfkino entstehen lässt.
Das macht die Ermittlerin sympathisch und lässt das ganze menschlicher und realer erscheinen.
Die Sichtweise der Protagonisten ändert immer wieder, aber wird so gut durchdacht dargestellt, daß man da auch keine Vermutung des Täters anstellen kann.

Meine Meinung:
Das ist mein 1.Buch der Autorin. Und ich bin doch nachhaltig erstaunt, wie gut mir dieses Buch gefallen hat.
Es war jetzt nicht so, daß ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Denn die Spannung gewann nur langsam an Fahrt. 
Jedoch steigerte es sich zum Ende hin ins unermessliche.
Zu meiner Schande muss ich gestehen, ich war vom Ende überascht und hab das so nicht vermutet.
Auch das Privatleben der Ermittlerin hat mir gut gefallen. Es war genau das richtige Maß.
Das einzig negative, was ich über das Buch sagen muss.
Mir war zuviel ins letzte Drittel reingepackt. Und es gab hier und da was, was mir nicht ausreichend erklärt wurde.
Aber sonst ein sehr genialer Kriminalroman, dem ich jedem wärmstens ans Herz legen kann. 
  

 

Donnerstag, 24. April 2014

Mein fertiges Bücherregal


endlich ist mein Bücherregal fertig,
 in natura sieht es noch viel schöner und größer aus.
Das Wichtigste, ich hab erstmal wieder Luft.

Rezension: Angelika Lauriel - Der Tod steht mir nicht

Ein amüsanter Roman mit Krimitouch,
 der alles joghurtleicht erscheinen lässt












Autor: Angelika Lauriel
Titel: Der Tod steht mir nicht
Seitenanzahl: 346
Verlag: Gmeiner Verlag
Erscheinungsdatum: 5.Februar 2014
Sprache: deutsch
ISBN - 10: 3839214882
ISBN - 13:  978-3839214886

Inhalt:
  Träge liegt Lucys Heimatstadt Saarlouis in der Sommerhitze. Doch Lucys Puls erhöht sich schlagartig, als sie eines Tages beim Joggen in ein Feld ätzenden Bärenklaus gestoßen wird. Kurz darauf wird sie Opfer weiterer perfider Anschläge. Den Tod vor Augen beginnt Lucy, zehn Ziele zu formulieren, die sie vor ihrer Ermordung noch unbedingt erreichen will. Während ihr Freund, Kommissar Frank Kraus, mit seinem Partner fieberhaft den Attentäter verfolgt, beginnt für Lucy ein Wettlauf gegen die Zeit. (Quelle: amazon.de)

Handlung und Aufbau:
Lucinda Schobers Leben könnte so herrlich joghurtleicht sein, wenn keine Mordanschläge auf Sie verübt werden würden.
Daraufhin schafft sich Lucy eine To-Do-Liste an.
Was Sie unbedingt noch erledigt will, bevor sie ermordet wird.
Schafft sie es?
Der Schreibstil ist sehr flüssig und amüsant zu lesen.
Der Krimiteil des Buches kommt nicht so stark hervor.
Vielmehr geht es um Lucy , ihr Leben und ihre Rivalen die sich darin befinden.
Es ist in keinster Weise vorhersehbar, wer der Attentäter ist.
Geschickt baut die Autorin zwischenzeitlich die Sichtweise des Täters ein. 
Sonst würde man glatt denken, Lucy bilde sich alles nur ein.
Nicht die Spannung lässt uns das Buch weiterlesen, sondern die herrlich erfrischend amüsante Schreibweise der Autorin.
Sie lässt uns in eine Welt eintauchen, in der es zwar ernst zugeht, man keinesfalls aber den Humor aus den Augen verlieren sollte.
Die wunderbare Schreibweise lässt uns alles hautnah miterleben.
Spannung, Humor, Überraschung - alles vorhanden.
Zum größten Teil wird aus Lucys Sichtweise erzählt.

Meine Meinung:
Ich habe es genossen, dieses Buch zu lesen.
Nahezu erfrischend, daß dem typischen Krimi seinen allzu ernsten Touch nimmt.
Es wäre vielleicht nicht schlecht, den Vorgänger zu lesen.
Da mir einige Vorkenntnisse gefehlt haben.
Mit sämtlichen Klischees wurde aufgewartet, was dem Buch seinen ganz eigenen Charme verleiht.
Ich habe 100%iges Lesevergnügen genossen.
Lediglich das Cover scheint nicht recht zum Buch zu passen.
Da es zu ernst wirkt und nicht recht zum Inhalt passen will.
Ist sicher nicht mein letztes Buch der Autorin.

Montag, 21. April 2014

Rezension: Jürgen Seibold - Kinder

Autor: Jürgen Seibold
Titel: Kinder
Seitenanzahl: 416
Verlag: Piper Tachenbuch
Erscheinungsdatum: März 2012
Preis: 9,99€
ISBN - 10: 3492273076
ISBN - 13: 978-3492273077



Inhalt: 
Annette und Rainer Pietsch leben mit ihren drei Kindern in der Nähe von Stuttgart. Sie sind glücklich verheiratet und mit ihrem Alltag mehr als zufrieden. Doch als nach den Sommerferien ein neues Schuljahr anfängt, beginnen die Kinder sich zu verändern. Der Familienfrieden wird bald vom immer aggressiveren Auftreten der Kinder erschüttert, und als schließlich ein Mitschüler unter seltsamen Umständen ums Leben kommt, beschleicht die Eltern ein schlimmer Verdacht ... Annette und Rainer Pietsch leben mit ihren drei Kindern in der Nähe von Stuttgart. Als nach den Sommerferien ein neues Schuljahr beginnt, richtet sich die Familie wieder im Alltag ein. Doch nach einigen Wochen beginnen sich die Kinder zu verändern. Sarah wird zunehmend abweisend, und auch Michael und Lukas entwickeln merkwürdige Verhaltensweisen. Der Familienfriede wird immer mehr von dem aggressiven Auftreten der Kinder erschüttert. Haben die Veränderungen etwas mit den beiden neuen Lehrern, Rosemarie und Franz Moeller, und deren ziemlich unkonventionellen pädagogischen Methoden zu tun? Als schließlich ein Mitschüler unter seltsamen Umständen ums Leben kommt, beschleicht die Eltern ein schlimmer Verdacht.
(Quelle: amazon )

Aufbau und Handlung:
Im wesentlichen zeichnet dieses Buch aus , was passiert wenn Schüler gedrillt, diszipliniert und manipuliert werden.
Es kristallisiert sich heraus welche Macht Lehrer über ihre Schüler haben.
Mobbing ist ein großer Aspekt dieses Buches, meiner Meinung nach ist dies ein großes Thema und hat nichts mit Disziplin zutun.
Dieses Buch beginnt gleich völlig spannungsgeladen. Die Spannung bleibt immer gleich, die Kursivtexte heizen das ganze noch auf, weil man unbedingt wissen möchte was dahintersteckt.
Der Autor macht gut klar, wie leicht Kinder zu manipulieren sind, jedoch fand ich dies nicht wirklich realistisch, denn so einfach kann es in meinen Augen nicht sein.
Eltern reagieren auch nicht immer so, wie es hier dargestellt wird.
Es ist für mich ein reines Fiktionsbuch und hat nicht wirklich viel mit der wirklichen Welt zutun.
Dennoch ist Mobbing ein großes Thema das auch in der realen Welt existiert.
Den Schluss des Buches fand ich wenig aufschlussreich, die Erlösung, die ich mir erhofft hatte trat leider nicht ein.
Dennoch kam der Grundaspekt rüber.
Es wird überwiegend aus der Sicht von Familie Pietsch geschildert.
Es kommen jedoch auch weitere diverse Protagonisten zu Wort.
Was ich durchaus gut finde, denn so kann man es aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.
Durch den sehr flüssigen Schreibstil, liest sich das Buch schnell weg.
Es ist in 10 Kapitel unterteilt.
Ein Psychothriller ist es in gewisser Weise schon, doch eher unterschwellig spürbar.
Es baut alles auf der psychologischen Ebene auf.


Meine Meinung:
 Ich habe dieses Buch in völliger Anspannung gelesen, ich war gefesselt, es hat mich nicht losgelassen und ich habe mit Familie Pietsch gelitten.
Dennoch hat mich das Ende unbefriedigt zurückgelassen.
Die Grundidee des Buch fand ich toll, dennoch eine wirkliche Auflösung, kam für mich nicht zustande.
Das Ende fand ich etwas an den Haaren herbeigezogen und wenig realitätsnah.
Man hätte das Schlussbild schlüssiger gestalten können, dann wäre dieses Buch ein echtes Highlight geworden.
Aber so ist es für mich ein durchschnittliches Buch.
Es ist ein Buch das mich trotz allem, nicht loslässt, vieles wird meiner Fantasie überlassen.
Dennoch würde ich es weiterempfehlen, da mir der zentrale Punkt des Buches sehr gut gefällt.

Samstag, 19. April 2014

Ich wünsch euch ein besinnliches und entspanntes Osterfest .
Vielleicht lest ihr ja auch, daß ein oder andere gute Buch

Rezension: Corinna Härtl - Böse Spiele

Autor: Corinna Härtl
Titel: Böse Spiele
Verlag: Sutton Verlag
Erscheinungsdatum: 7.03.2014
Seitenanzahl: 320
ISBN - 10: 3954003228
ISBN - 13: 978-3954003228
Preis: 12,99€ (Broschiert)




Inhalt: (Quelle:amazon )
Die Sozialarbeiterin Lena Borowski ist nicht gerade begeistert, als sie unvermittelt vom Jugendamt in ein Containerbüro im Spessartviertel, dem sozialen Brennpunkt Dietzenbachs, versetzt wird. Hier hat sie das Leid von vernachlässigten Kindern und verprügelten Frauen unmittelbar und ständig vor Augen. Statt ihr freies Wochenende zu genießen, lässt sie sich auch noch überreden, nach der wie vom Erdboden verschwundenen Schwägerin ihrer Jugendfreundin zu suchen. Sie findet tatsächlich eine Spur von Sabrina, doch die führt in einen SM-Club im Frankfurter Bahnhofsviertel. Als am Rande des Spessartviertels die Leiche einer offenkundig bei SM-Spielen getöteten Frau auftaucht, befürchtet Lena das Schlimmste. Cornelia Härtl präsentiert in ihrem Krimidebüt eine ganz neue Ermittlerin: keine toughe Kommissarin, sondern eine neugierige und empathische Sozialarbeiterin, die im Moment der Gefahr ihre Ängste überwindet und einem gefährlichen Netzwerk aus Sex, Gewalt, Prostitution und Politik die Stirn bietet.

Aufbau und Handlung:
Lena Borowski ist Sozialarbeiterin.
Sie wird   von ihrem altem Schulfreund Jürgen und ihrer Jugendfreundin Maja gebeten, nach dessen Schwester Sabrina zu suchen.
Sie ist verschwunden.
Hierfür muss Lena ins Rotlichtmilieu abtauchen. In eine Welt die ihr bis dahin gänzlich unbekannt war, was sie da zu sehen bekommt, lässt sich sprachlos zurück.
Zeitgleich hat sie in ihrem Beruf mit der kleinen Samantha zutun, dessen Schicksal ihr ans Herz geht.
Zudem muss sie privat auch erst noch zu sich selbst finden.
Da wird eines Tages eine Leiche gefunden.
Ist es Sabrina?
Erzählt wird zu 80% aus Lena´s Sicht.
Geschickt werden die Erzählstränge in der Schriftart unterteilt.
Die Geschichte kommt etwas holprig in Schwung, die Spannung ist nur unterschwellig spürbar.
Leider gibt es keinerlei Überraschungen.
Mit einem Krimi hat dieses Buch nicht viel zutun, erst im Schlussakt kommt etwas Thrill rein.
Der Schreibstil ist relativ flüssig, so das man gut vorankommt.
Der Autorin gelingt, den Leser in die Welt aus Sex, Gewalt, Prostitution und Poltik abtauchen zu lassen.
Man hat alles wahrhaftig vor Augen, so das alles realitätsnah und gut nachvollziehbar wird.

Meine Meinung:
Das Buch ließ sich ganz gut lesen, dennoch hab ich etwas anderen (von einem Krimi) erwartet.
Die Idee eine Sozialarbeiterin als Ermittlerin einzusetzen, ist nicht schlecht.
Jedoch hatte ich das Gefühl, mir wird die Arbeit einer Sozialarbeiterin gezeigt.
Die Geschichte der kleinen Samatha, fand ich sehr bewegend.
Für mich hatte dies alles nicht viel mit einem Krimi zutun, da haben auch die letzten Seiten nichts mehr wettgemacht.
Den Schlussakkord fand ich sehr gelungen, jedoch hätte man es besser über das ganze Buch dosieren sollen.
Auch hatte ich das Gefühl, Bisexualität und Lena´s Leben waren etwas vordergründig.
Für mich waren die Passagen, in Kursivschrift sehr spannend und interressant.
Zumal man nicht genau wußte, handelt es sich hier um die Vergangenheit oder die Gegenwart.

Fazit: Ein netter Roman , der uns zeigt, das jeder sein Päckchen zu tragen hat und nichts so ist wie es scheint.

Donnerstag, 17. April 2014

Interview mit May B. Aweley

Vor kurzem hatte ich das große Glück, das ich die beiden Thriller der mir bis dahin unbekannten Autorin May B. Aweley lesen durfte. Ich kann sagen, sie hat mich wahrlich von Hocker gerissen und ich bin überzeugt, man wird noch viel von Ihr hören.
Dadurch entstand auch mein Kontakt zu der Autorin und sie ist wirklich eine ganz, ganz Liebe.
Die mir geduldig meine Fragen beantwortet hat.
Dieses ist überhaupt mein 1.Interview und es herrscht eine ziemliche Aufregung in mir :)

Quelle:.amazon
Die Autorin

Biografie

Unter dem Pseudonym May Brooke Aweley
wagte die neugierige Berlinerin
den Sprung von schicksalhaften Geschichten
in die Welt der Thriller.
Seit ihrer Jugend ist sie dem Ruf
ihrer Passion zum Schreiben gefolgt.
Ihr Debüt, »Puppenbraut«, stürmte die eBook - Bestsellerliste
in kürzester Zeit.
May B. Aweley lebt in ihrer Wahlheimat Berlin,
wo sie heute die Vorzüge der ideenreichen Großstadt
mit ihrer Familie genießt.
Quelle: amazon

 
Ihre Bücher "Puppenbraut" und "Existenzlos"
Die Rezensionen zu diesen Büchern finden Sie auch auf meinem Blog

Interview mit May B. Aweley

Hallo, liebe May B. Aweley.
Ich danke dir jetzt schon herzlichst, daß Du dir die Zeit für mich genommen hast. 

1. Wie bist Du zum Schreiben gekommen und wann hast du damit begonnen?
Angefangen hat mein Weg zum Schreiben beim Lesen. Schon als Kind sah man mich entweder mit Jungs toben oder mit meiner kleinen Nase im Buch. Nie anders. Dann kam der große Bruch in der Pubertät. Umzug ins Ausland, nach Berlin!
Wahrscheinlich fühlt es sich so an, wenn man die prachtvollsten Farben des Regenbogens kennt und plötzlich blind wird. Mit einem Mal musste ich den Klang einer neuen Sprache schätzen lernen, also las ich wieder Unmengen von Büchern. Zunächst ging mir das Lesen stockend von der Hand, dann immer flüssiger. Ehe ich mich versehen konnte, schrieb ich mein erstes Buch: meine Diplomarbeit über die Tücken der Kommunikation zwischen Fachexperten und den Vertriebsverantwortlichen in Unternehmen. Darauf bin ich stolz und dankbar dafür.

Die deutsche, recht karge, adjektivsparsame Sprache erweckte meine Neugier für das geschriebene Wort.
Doch die Fachliteratur packte mich mäßig, auch wenn ich berufsbedingt noch einige Skripte erarbeitete, die ich als Dozentin zum Lehren verwendete.
Heute denke ich, dass der endgültige Schlüssel zum Schreiben in der Mutterkur lag, die ich mit den Kindern vor drei oder vier Jahren machte. An jenem Abend, als wir mit den teilnehmenden Müttern versammelt waren, um uns über das Leben mit Kleinkindern und Schwiegereltern auszutauschen, wusste ich es. Darüber musste ich unbedingt ein Buch schreiben! Wie witzig ein Leben mit einer Schwiegermutter sein kann.
Aber Thriller? Nein … Das konnte ich mir nicht vorstellen … Bis ich eine Kurzgeschichte in diesem Genre wagte. Heute lächle ich immer, wenn jemand sagt, dass etwas unmöglich sei.

2. Ich liebe ja gute Thriller und deine mag ich auch besonders gern.
Sie faszinieren und berühren mich.
Woher nimmst du deine Inspirationen für deine Bücher?
Meine Inspirationen kommen aus dem Leben heraus. Die Realität ist viel grausamer, daher versuche ich sie in meinen Büchern zu mildern. Meist entsteht eine Idee so, dass ich eine Reportage sehe, einer Unterhaltung lausche oder etwas Interessantes lese. Dabei denke ich daran, immer meine Augen und Ohren offen zu halten. Wenn die Idee da ist, versuche ich mir vorzustellen, wie es dazu kommen könnte. Und schon ist ein Plot fertig. Die Umsetzung kommt dann aus meiner Fantasiewelt.

3. Wie lange dauert es ungefähr von der Idee zum Buch und bis es dann fertig ist?
Sechs bis acht Monate brauche ich, bis mein Buch fertig ist. Zwei bis drei Monate für gründliche Recherche und dafür, dass die Idee reift. Weitere zwei bis drei dafür, dass das Buch fertig geschrieben wird. Dann kommen 1-2 Monate, die sehr mühsam sind. Mehrfache Endkorrektur. In dieser Zeit denke ich, dass ich das Schreiben nach diesem Buch aufgeben werde. Definitiv … Das passiert nach jedem Buch und gehört wohl dazu…

4. Wie wichtig ist eine Recherche für das Buch?
Auch wenn meine Bücher zur sog. leichten Kost zählen, steckt in jedem von ihnen so viel Recherche wie in meiner Diplomarbeit. In dieser Hinsicht bin ich eine Perfektionistin. Es ist mir wichtig, dass sich die Protagonisten "echt" oder besser "nachvollziehbar" verhalten; dafür brauche ich viele Informationen. Meine Bücher sind eher unblutig und bauen den Spannungsbogen über die ungreifbaren Ängste auf. Auch dazu ist ein umfangreiches psychologisches Wissen notwendig. Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich einige Fachexperten an der Hand habe, mit denen ich mein theoretisches Know-how auf Gültigkeit im wahren Leben prüfen kann.

5. Das Ermittlerduo Doreen und Raffaella Bertani aus deinem Werk "Puppenbraut" fand ich etwas unkonventionell.
 Wie kam es dazu die beiden zu wählen und wird man sie in anderen Büchern von Dir wiedersehen?
Die beiden Frauen waren zunächst ein Versuchsprojekt von mir. Wie würde die Welt auf ein gleichgeschlechtliches Paar reagieren? Wie lebt ein solches Paar? Hegen diese Frauen einen Kinderwunsch? Wie würde ich leben? Ich legte los; erschuf die Frauen und lies sie aufleben. Und war überrascht, wie unspektakulär und toll die beiden miteinander umgingen. Sie hatten tatsächlich einen Kinderwunsch und sie führten eine stinknormale Beziehung. Plötzlich begann mir dieses Projekt so viel Spaß zu machen, dass ich frustriert war, als ich mein "ENDE" schrieb. Also stellte ich mir die Frage, wie sich die beiden wohl kennengelernt haben könnten.
Nun… In meinem Buch stand, dass sie sich bei einem Fall von Menschenhandel lieben lernten, bei dem Doreen als Journalistin berühmt geworden ist. Somit entstand die Grundidee für das zweite Buch "Existenzlos". Jemand, der nur ein Buch von mir liest, wird hoffentlich zufrieden sein … Wer sie alle liest, wird die reinste Freude daran haben, dem einen oder anderen Charakter erneut über den Weg zu laufen.

6. Wie gehst du mit Feedback um? Sei es positiv oder negativ.
Ehrliches Feedback ist ein wichtiges Instrument, um besser zu werden. Dabei ist es zunächst unwichtig, ob es positiv oder negativ ist. Davon unterscheide ich die Meinung der Leute, die mich als Konkurrenz sehen und dies dann auf eine destruktive Art über Social Media-Foren oder meine Verkaufsplattform (Amazon) äußern müssen. Die Letzteren ignoriere ich.

Wer als Autor vor konstruktivem Feedback (positiv oder negativ) die Augen verschließt, beraubt sich der Möglichkeit, zu lernen, zu reifen und tatsächlich besser zu werden. Was ich nicht verhindern kann, ist, dass mein Herz vor Freude hüpft, wenn ich bei Amazon eine schöne Rezension lese, aus der ersichtlich ist, dass der Rezensent mein Buch gelesen, mir also etwas Zeit gewidmet hat. Unter uns gesagt…. Manche lese ich dann, wenn ich einen frustrierenden Autorentag habe, weil mir die Umsetzung vielleicht nicht so geglückt ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Dann sind sie Balsam für meine Seele und eine Motivation, die Szene nochmal zu überdenken.

7. Deine Bücher erscheinen ja bisher nur bei Amazon.
Ist es denn möglich, dass man sie in Zukunft auch bei anderen Anbietern erwerben kann?
Das wird aus verschiedenen Gründen etwas schwierig. Zunächst, weil Amazon meine Bücher als Print- und eBook-Version dem Leser zur Verfügung stellt. In diesem Fall grob mit einem Verlag vergleichbar. Auf dem Markt, der 70% Anteil des Gesamtmarktes an eBooks umfasst, kenne ich mich mittlerweile recht gut aus. Als selbstpublizierender Autor muss ich ohnehin Tücken der modernen Medien, wie Twitter, Facebook & Co. beherrschen, daher bleibt wenig Zeit, noch einen Vorstoß in neue Bücher-Märkte zu versuchen. Aber…. Nichts ist unmöglich.

8. Schreibst du schon an einem neuen Buch?
Im Prinzip ist es so, dass ungefähr in der Hälfte des aktuellen Buches die Idee für das neue entsteht. Warum? Weil die "alte" Idee bereits ausgeträumt ist … Das Schreiben gehört dann zur Routine. Dennoch mache ich nach jedem Buch einen Zwangsurlaub, damit mein Kopf für neue Eindrücke frei wird … Nach 2-3 Wochen meines Zwangsurlaubes ist der Kopf wieder von Altlasten befreit; ein neues Projekt kann mit einer neuen Recherche beginnen… Auch wenn ich mich gerade in meiner Ruhepause befinde, habe ich schon eine grobe Ahnung, worum es in meinem nächsten Buch gehen wird und welche von meinen Charakteren, sich über den Weg laufen werden.


9. Hast du einen bestimmten Ort, an dem Du deiner kreativen Ader freien Lauf lassen kannst?
Im Prinzip gibt es für die Ideen keine besonderen Orte. Schwimmen ist für mich sehr kreativ. Da ich die meiste Zeit mit dem Kopf unter Wasser bin und lediglich den eigenen Herzschlag wahrnehmen kann, langweilt sich mein Gehirn, das daran gewöhnt ist, dass ich im Alltag verschiedene Rollen wahrnehme: die einer Mutter, Autorin, Partnerin, Freundin, Managerin für die Bücher, Zuhörerin etc. Mein Kopf schaltet auf Routine und in der Fantasie beginnt eine Reise. Das Schreiben geschieht hingegen fast immer an meinem Lieblingsplatz: meinem Schreibtisch.

Das waren so tolle Fragen, dass es mir Spaß gemacht hat, sie zu beantworten. Nun sitze ich um 14:35 noch im Pyjama an meinem Schreibtisch (noch nie vorgekommen) und freue mich sehr, dass Du mich für dieses Interview gewählt hast. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bei Dir bedanken und hoffe, dass es Dir und dem Leser Spaß machen wird. 
 Vielen Dank. 
Deine May B. Aweley.

Montag, 14. April 2014

Rezension: Bernhard Aichner - Totenfrau

Autor: Bernhard Aichner
Titel: Totenfrau
Medium: Hardcover
Preis: 19,99€
Verlag: btb Verlag
Erscheinungstermin: 10.03.2014
Seitenanzahl: 448 Seiten
Sprache: deutsch
ISBN - 10: 3442754429
ISBN - 13:  978-3442754427

Inhalt: Blum ist Bestatterin. Sie ist liebevolle Mutter zweier Kinder, sie besticht durch ihr großes Herz, ihren schwarzen Humor und ihre Coolness. Blum fährt Motorrad, sie trinkt gerne und ist glücklich verheiratet. Blums Leben ist gut. Doch plötzlich gerät dieses Leben durch den Unfalltod ihres Mannes, eines Polizisten, aus den Fugen. Vor ihren Augen wird Mark überfahren. Fahrerflucht. Alles bricht auseinander. Blum trauert, will sich aber mit ihrem Schicksal nicht abfinden. Das Wichtigste in ihrem Leben ist plötzlich nicht mehr da. Ihr Halt, ihr Glück. Durch Zufall findet sie heraus, dass mehr hinter dem Unfall ihres Mannes steckt, dass fünf einflussreiche Menschen seinen Tod wollten.

Blum sucht Rache. Was ist passiert? Warum musste Mark sterben? Als sie die Antworten gefunden hat, schlägt sie zu. Erbarmungslos. Warum sie das tut? Warum sie dazu fähig ist? Die Antwort darauf liegt Jahre zurück.

Aufbau und Handlung: Es war einmal Brünhilde, als sie Mark kennenlernte war sie nur noch Blum.
Und das ist auch gut so.
Mit Mark fängt das Leben für Blum erst an.
Doch plötzlich wird er ihr genommen.
Und Blum sieht nur einen Ausweg - Rache

Erzählt wird aus der Perspektive von Blum.
Es ist eine Stakkatohafte Erzählweise,  die mit eingewebten Dialoge , harmonieren sehr gut.
Es geht hier nicht um Emotionen.
Es gibt knallharte Fakten, aber dennoch ist das Buch sehr berührend geschrieben.
Es scheint, als wollte uns der Autor nicht näher an Blum ranlassen.
Aber wir sehen sie trotzdem, sie ist hart, gnadenlos und berührend.
Zwischenzeitlich wird es auch grauenhaft und bestialisch und man möchte es eigentlich nicht an sich heranlassen.
Die kurzen Kapitel und die flüssige Schreibweise lässt uns das Buch schnell weglesen.
Die Spannung ist das ganze Buch über spürbar. Wir haben Angst, wir haben Gänsehaut, aber wir dürfen auch schmunzeln. Das macht das ganze etwas weicher und menschlicher.
Es gibt jetzt keine großen Überraschungen, aber kurz vor Schluss hat mich der Autor doch kurz geschockt.
Meines Erachtens ist das Buch so wie es ist gut.
Es soll den Leser unterhalten, in eine andere Welt abtauchen lassen.
Und das ist dem Autor exzellent gelungen.

Meine Meinung: Ich liebe Blum.
Sie ist eine Rachegöttin erster Klasse.
Auch wenn man keine Sympathien für sie entwickeln sollte, ich tue es trotzdem.
Sie übt auf mich eine Faszination aus , so das ich mit ihr mitfühlen und sie verstehen kann.
Den Schreibstil fand ich ganz große Klasse.
Hier wird nicht groß drumherum geredet, sondern es kommt gleich alles auf den Tisch.
Und mal ehrlich, wollen wir das nicht alle so?
Von mir eine klare Leseempfehlung, auch wenn vieles zu reibungslos und manches nicht nachvollziehbar war.

Freitag, 11. April 2014

Rezension: Barbara Claypole White - Der wilde Garten

Autor: Barbara Claypole White
Titel: Der wilde Garten
Seitenanzahl: 496
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Erscheinungstermin: 11.04.2014
Sprache: deutsch
Originaltitel: The Unfinished Garden
ISBN - 10: 3548286259
ISBN - 13:  978-3548286259
Preis: 9,99€

Inhalt:
Die Liebe ist so unberechenbar wie ein wilder Garten
Seit die junge Landschaftsgärtnerin Tilly ihren Mann auf tragische Weise verlor, lebt sie sehr zurückgezogen. Bis James vor ihrer Tür steht. Er leidet an einer Zwangsneurose. Mit Gärtnerei will er sie überwinden, und ausgerechnet die bezaubernd-chaotische Tilly soll ihm dabei helfen. Tilly ist wenig begeistert. Sie hat genug eigene Probleme, und ein ordnungsliebender Amerikaner ist das Letzte, was sie in ihrem Garten gebrauchen kann. Doch James bleibt hartnäckig, und plötzlich werden beide zwischen Rosen und Lavendel von der Liebe überrascht.

Aufbau und Handlung:  Erzählt wird wie Tilly James kennelernt, nachdem sie ihren Mann verloren hat, verschwendet sie daran natürlich überhaupt keinen Gedanken. Da sie an dessen Tod noch immer zu knabbern hat.
James jedoch hat ohne es zu wissen, sich gleich in Tilly verliebt und auch sie verschwendet immer mehr Gedanken an ihn.
Doch die beiden sind gegensätzlicher wie sie nicht sein können.
Tilly wühlt täglich im Dreck und James leidet unter einer Schmutz -Phobie.
Dann muss Tilly nach England ihre Mutter unterstützen , sie trifft dort ihre Jugendliebe wieder und James folgt ihr wenig später hinterher.
Doch die beiden fühlen sich immer mehr zueinander hingezogen.
Zwischendurch gilt es aber noch einige Hindernisse zu überwinden.
Erzählt wird aus der Sicht von Tilly und James, was sehr erfrischend ist, da man so beide Sichtweisen erfährt.

Meine Meinung:  Ich bin ja sonst eher Krimi und Thrillerleser. Eine Liebesgeschichte war für mich mal ganz erfrischend, man fühlt sich den beiden sofort nah. Ich muss gestehen, mich hat James sogar mehr in den Bann gezogen, ich konnt ihn sogar direkt vor mir sehen.
Den Schreibstil empfand ich einerseits als gut flüssig, aber andererseits streckenweise etwas langatmig.
Dennoch hat die Autorin ein gutes Gespür dafür , wie sie die Leser in den Bann schlagen kann und das ist ihr mit diesem Werk absolut gelungen.
Für mich hatte es etwas spritziges und erfrischendes.

Rezension: Jennifer McMahon - Winterpeople Wer die Toten weckt

Autor: Jennifer McMahon
Titel: Winterpeople - Wer die Toten weckt
Seitenanzahl: 394
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Originaltitel:  The Winter People
Erscheinungstermin: 10.03.2014
ISBN - 10: 3548286097
ISBN - 13:978-3548286099
Sprache: deutsch
Preis: 14,99€ 

Inhalt:Durch einen grausamen Mord verliert Sara ihre kleine Tochter Gertie. Ein Brief mit einem uralten Geheimnis hilft ihr, Gertie von den Toten zurückzuholen - für sieben Tage, in denen sie von ihrem geliebten Kind Abschied nehmen kann. Doch sie ahnt nicht, worauf sie sich einlässt. Denn manchmal finden die Toten nicht zurück. Und das Grauen hält Einzug in die Wälder von Vermont ...

Aufbau und Handlung: Erzählt wird die Geschichte von Sara und Gertie, die in der Vergangenheit begann und bis tief in die Zukunft reicht.
Der Mord an ihrer über alles geliebten Gertie bringt Sara dazu unfassbares zutun.
Erzählt wird in 2 Zeitebenen.
 In der Vergangenheit in der Zeit von Sara und in der Zukunft, wo es gilt alles aufzuklären.
Erzählt wird aus den Sichtweisen von verschiedenen Protagonisten, was es ermöglicht aus verschiedenen Perspektiven das Ganze zu betrachten und sich so sein eigenes Urteil bilden zu können.
Die Autorin hat es verstanden, die Spannung langsam aufzubauen, diese immer weiter zu steigern und alles zu einem großartigem Ende zu bringen. .
Sie hat dem Leser überlassen zu glauben, ob alles paranormal ist oder alles erklärbar erscheint.
Im letzten drittel lief alles zusammen , es wurde erklärt, aufgeklärt und neu geschaffen.
Ein großartiges Werk, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.
Es hat einen hohen Gruselfaktor, aber nicht übertrieben geschildert.

Meine Meinung: Ich bin ja jemand der alles mit Logik erklärt haben muss, mit Paranormalem kann ich nicht viel anfangen.
Dennoch hat mich das Buch von Anfang an, in den Bann geschlagen.
Ich konnte nicht eher ruhen, bis ich alles entschlüsselt hatte.
Jedoch eins ist klar: mit Logik wird man hier nicht weit kommen.
Die Personen waren für mich absolut realitätsnah geschildert, es entstand ein direktes Kopfkino.
Das ist eins der Bücher, wo ich sagen muss. So sollte es sein und auf keinen Fall anders.
Es war nicht zuviel und nicht zu wenig, absolut passend.
Was mir auch sehr gut zugesagt hat, der Leser konnte seiner Fantasie freien Lauf lassen, so kam man auf alle möglichen Gedankengänge.
Ein Buch das ich jedem empfehlen kann, ich denke , es hat das Zeug zum Bestseller.

Sonntag, 6. April 2014

Rezension: May B. Aweley - Existenzlos

Autor: May B. Aweley
Titel: Existenzlos
Seitenanzahl: 197
Preis: 8,95€
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Erscheinungstermin: 15.03.2014
Sprache: deutsch
ISBN - 10:  149734705X
ISBN - 13:  978-1497347052

Inhalt: Du öffnest die Augen.
Du weißt nicht, wer du bist.
Eine Frau ohne Namen, ohne Vergangenheit.
Kann das, was sie dir erzählen, deine Geschichte sein?
Vielleicht ist die simple Wahrheit, dass sie dich deiner wahren EXISTENZ beraubt haben!
 Die Polizistin Alicia Juárez wird im Central Park bewusstlos aufgefunden. Wie im nahegelegenen Krankenhaus später festgestellt wird, leidet sie an retrograder Amnesie.
Während sie versucht, ihrer Vergangenheit auf die Spur zu kommen, findet sie dunkle Geheimnisse.
Sie öffnet dabei Türen, die besser verschlossen geblieben wären...

Ablauf und Handlung: Die Polizistin Alicia wird bewusstlos aufgefunden, sie kann sich an nichts erinnern, sie leidet an retrogader Amnesie, ob sie sich jemals wieder an ihre Vergangenheit erinnern können wird, bleibt zweifelhaft.
Doch wer hat ihr das angetan?
Ein subtiler Thriller, der mit einer Frau beginnt, die sich an nichts erinnern kann, wird immer komplexer.
Die Spannung baut sich auch hier wieder sofort auf und der Blick auf die Tatsachen des Romans ist schauderhaft. Die menschliche Grausamkeit steigert sich auch hier ins unermessliche.
Der Kernpunkt dieses Thrillers ist erschreckend und macht das ganze sehr realitätsnah.
Dieser Thriller schafft es ohne großartige Gewaltszenen auszukommen, aber dennoch  bleibt dem Leser die Luft weg.
Die Autorin schafft es verschiedene Handlungsstränge miteinander zu verknüpfen . Den Leser mitunter leicht in die Irre zu führen und später ein schlüssiges Gesamtbild zu erstellen, so das auch wirklich keine Fragen offen bleiben.
Die flüssige und spannungsgeladene Schreibweise macht es leicht dieses Buch zu lesen, man möchte es am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen.
Die Sichtweise der Protagonisten ändert sich immer wieder.

Meine Meinung: Von dem Debüt "Puppenbraut" war ich schon sehr fasziniert und begeistert.
Und dieses Buch hat mich ebenso in seinen Bann gezogen, die Schreibweise ist deutlich reifer geworden.
Auch hier konnte ich wieder ein Kopfkino aufbauen, die ganze Story hat mich mitgerissen und nicht mehr losgelassen, bis ich das Ende entschlüsselt hatte und zufrieden das Buch zugeschlagen habe.
Schön fand ich, dass die Autorin verschiedene Blickwinkel auf die komplexe Geschichte eingebaut hat.
So konnte man sie von jeder Seite aus betrachten, was durchaus seinen Reiz hat.
Das macht das ganze noch menschlicher.
Ich kann es gar nicht erwarten, bis ihr nächstes Buch erscheint.
Es ist für jeden Thrillerfan was, der keine großartigen Gewaltszenen mag.

Rezension: Alice LaPlante - Ich darf nicht vergessen

Autor: Alice LaPlante
Titel: Ich darf nicht vergessen
Medium: Taschenbuch
Preis: 8,99€
Seitenanzahl: 315
Verlag: Goldmann
Erscheinungstermin:15.07.2013
Originaltitel: Turn of mind
Sprache: deutsch
ISBN - 10: 3442479215
ISBN - 13: 978-3442479214

Inhalt:  Ihre Freundin wurde ermordet, und sie kann sich an nichts erinnern.
Wem kann sie trauen, wenn sie nicht einmal weiß, wer sie selbst ist?

Amanda O‘Toole ist ermordet worden. Von ihrer rechten Hand wurden vier Finger fein säuberlich abgetrennt. Für ihre beste Freundin, die Chirurgin Jennifer White, wäre diese Art von Operation ein Kinderspiel. Aber Jennifer leidet an Demenz und weiß nicht mehr, was in der Nacht passierte, als Amanda starb. Immer öfter fehlen Jennifer die Erinnerungen, und immer öfter kann sie nicht einmal mehr sagen, wer sie selbst ist oder wem sie vertrauen kann. Sie will nicht vergessen, aber sollte sie es vielleicht besser?


Ablauf und Handlung: Es ist kein typischer Psychothriller, in erster Linie geht es um die Alzheimererkrankung von Dr.Jennifer White.
Der Mord, ist zwar Bestandteil dieses Buches, rückt jedoch etwas in den Hintergrund.
Es wird in verschiedenen Zeitebenen erzählt, je nachdem woran sich Jennifer gerade erinnert und in welcher Zeitepoche  sie sich gerade befindet.
Erzählt wird auch was für eine Freundschaft Jennifer und Amanda hatten.
Alles hat seine Schattenseiten auch die Freundschaft mit Amanda.
Erzählt wird alles aus der Sicht von Jennifer.
Das Buch ist in 4 Abschnitte unterteilt.
Der Schreibstil der Autorin ist einerseits flüssig, aber andererseits auch etwas langatmig.
Aber dennoch lässt es sich gut lesen.


Meine Meinung: Mir hat das Buch sehr gut gefallen.
Es ist in dem Sinne kein typischer Psychothriller.
Ein kleiner Thrill ist unterschwellig vorhanden.
Ich kann nicht sagen, das dieses ganze Buch absolut spannungsgeladen war, denn das war hier nicht der Fall.
Es war eher die verschiedenen Ebenen der Erkrankung Jennifers, die mich in den Bann gezogen haben.
Ich fand es unglaublich faszinierend, darüber zu lesen.
Es ist keine leichte Lektüre, ich musste zwischenzeitlich pausieren um das ganze zu verinnerlichen.
Also mit Sicherheit kein Buch für zwischendurch, man muss sich ihm ganz widmen können um es zu verstehen.
Aber auch der Mordfall hat seine Rolle erfüllt, es gibt am Ende noch eine Überraschung.
Mir war das jedoch weniger wichtig, weil sich das Buch eigentlich um die Erkrankung dreht.
Teilweise fand ich es etwas emotional, die verschieden Facetten gingen mir doch sehr an die Nieren.


Donnerstag, 3. April 2014

Rezension: Lucinda Riley - Die Mitternachtsrose

Originaltitel: The Midnight Rose

Kurzbeschreibung:
Von den verborgenen Geheimnissen eines englischen Herrenhauses zu der Pracht indischer Paläste
Innerlich aufgelöst kommt die junge amerikanische Schauspielerin Rebecca Bradley im englischen Dartmoor an, wo ein altes Herrenhaus als Kulisse für einen Film dient, der in den 1920er Jahren spielt. Vor ihrer Abreise hat die Nachricht von Rebeccas angeblicher Verlobung eine Hetzjagd der Medien auf die junge Frau ausgelöst, doch in der Abgeschiedenheit von Astbury Hall kommt Rebecca allmählich zur Ruhe. Als sie jedoch erkennt, dass sie Lady Violet, der Großmutter des Hausherrn Lord Astbury, frappierend ähnlich sieht, ist ihre Neugier geweckt.
Dann taucht Ari Malik auf: ein junger Inder, den das Vermächtnis seiner Urgroßmutter Anahita nach Astbury Hall geführt hat. Je mehr Rebecca aber in die Vergangenheit und in ihre Rolle eintaucht, beginnen Realität und Fiktion zu verwischen – und schließlich kommt sie nicht nur Anahitas Geschichte auf die Spur, sondern auch dem dunklen Geheimnis, das wie ein Fluch über der Dynastie der Astburys zu liegen scheint…

Handlung und Aufbau:
Dies ist die Geschichte von Anahita Chavan.
Die sowohl in der Vergangenheit als auch in dert Gegenwart spielt.
Es ist die Geschichte einer verhängnisvollen und tragischen Liebesgeschichte, die das Schicksal aller Menschen beeinflusst bis zum heutigen Tage.
An ihrem 100.Geburtstag übergibt Anahita ihrem Urenkel Ari ihre Lebensgeschichte.
Er soll ergründen, was mit ihrem Sohn geschah.
Ari begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit und deckt eine tragische Geschichte auf.
Die Sichtweise der Protagonisten wechselt immer wieder, aber im Mittelpunkt stehen Anahita und Rebecca.
Die Erzählweise von Vergangenheit und Gegenwart wechselt so geschickt, das man weiterlesen möchte und fasziniert ist.
Die Landschaftsbeschreibungen sind so real, daß man glaubt, sich mittendrin zu befinden.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und am Ende laufen alle Handlungsstränge zusammen und alles wird sehr schlüssig.

Meine Meinung:
Anahita und ihre Lebensgeschichte haben mich sehr fasziniert, ich habe mitgelitten und mitgeweint.
Ohne Zweifel kann ich sagen, Anahita war ein Engel ( einige Ecken und Kanten hätten sie für mich noch menschlicher gemacht) ,die ein tragisches Schicksal zu erdulden hatte.
Anfangs hatte ich etwas Probleme mit den ganzen Personen, aber das hat sich relativ schnell gelegt.
Ich hab alle Werke der Autorin bisher gelesen und finde dieses ist das Beste von Ihr und ohne Zweifel wird es ein Bestseller werden.

Rezension: Brigitte Pons - Celeste bedeutet himmelblau

Als im kleinen Örtchen Vielbrunn im Odenwald ein Bauer tot auf einem Feld gefunden wird, geht die Polizei zunächst von einem Unfall aus. Doch der junge Polizist Frank Liebknecht entdeckt sehr schnell Ungereimtheiten. Weil ihm niemand glauben will, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln - und gerät schon bald in einen Mahlstrom aus Verrat, Mord und fanatischer Verblendung ...

Aufbau und Handlung : Ein Mord erschüttert das Örtchen Vielbrunn, Polizist Frank Liebknecht ermittelt auf eigene Faust und was er da zutage bringt, ist unglaublich. Er begibt sich in fanatische Kreise und sticht in ein Wespennest. Er muss tief eintauchen, denn alles hat in der Vergangenheit begonnen und reicht bis in die Gegenwart. Wird Frank das Rätsel lösen können?

Frank ist ein etwas unkonventioneller Polizist, er schielt, liebt Musik und seine Locken. Aber er ist durchweg sympathisch, mir war es ehrlich gesagt zuviel Frank in diesem Buch und etwas zu wenig vom Mordfall.

Man hätte auch die ortsansässige Polizei mehr einbeziehen können, die anderen wirkten nur wie im Schatten. Ich hoffe das wird im nächsten Fall anders. Man konnte kein Gefühl für die restlichen Polizisten entwickeln.

Der Anfang war spannend gestaltet, man wusste jedoch nicht wo das alles hinführen sollte, wenn man auch in einigen Abschnitten schon ein Gefühl und eine Ahnung dafür bekam. In der Mitte flachte es merklich ab. Zum Ende hin wurde es wieder sehr spannend, allerdings wurde mir im letzten drittel zuviel reingepackt, es ging einfach Knall auf Fall. Wirkte auf mich etwas überhastet. Man hätte es besser dosierter auf das ganze Buch verteilen sollen. Mit Überraschungen wurde auch aufgewartet, auch wenn es für mich keine waren, so kann es anderen Lesern da ganz anders ergehen.

Die Sichtweise der Protagonisten wechselt immer wieder, zu 80% betrachten wir alles aus Franks Blickwinkel


 Meine Meinung: Ein solider Krimireiheneinstieg um den Ermittler Frank Liebknecht. Hat mir recht gut gefallen, aber wie gesagt, ich hätte gern weniger Frank, dafür mehr Fall und Teamarbeit.
Ansonsten durchaus eine Leseempfehlung wert, ich werd auf jeden Fall, dranbleiben und bin gespannt, wie sich alles entwickeln wird.

Mittwoch, 2. April 2014

Rezension: Marko Hautala - Schatteninsel

 Autor: Marko Hautala

Titel: Schatteninsel
Format: Taschenbuch
Seiten: 301
Sprache: deutsch
Verlag: dtv
Erscheinungsdatum:  1.03.2013
ISBN - 10: 3423214260
ISBN - 13:  978-3423214261
Originaltitel: Torajyvät
Preis: 9,95 €

Inhalt: Es scheint prächtig zu laufen in Jennis und Aarons Ehe. Aaron ist ein erfolgreicher Politiker, seine junge Ehefrau hat in ihrem aufgeweckten kleinen Sohn Miro ihre Lebensaufgabe gefunden. Da erhalten sie eine Einladung von Aarons erwachsenem Sohn Markus, einem Historiker, der, seit er bei einem Autounfall eine schwere Gehirnverletzung davongetragen hat, zurückgezogen auf einer einsamen Insel lebt.Die Zusammenkunft ist die letzte Chance auf Aussöhnung, denn Jenni war früher Markus’ Freundin, und die Heirat mit seinem Vater hat tiefe Gräben in die Familie gerissen. Von Anfang an steht das Familientreffen unter einem unheilvollen Stern. Zu spät erkennen Jenni und Aaron, in welcher Gefahr sie schweben ...

Ablauf und Handlung: Die Handlungsstränge zwischen Vergangenheit und Gegenwart wechseln immer wieder. Man hat das Gefühl im Zentrum steht eigentlich nur der Aberglaube, der dem Leser aber nicht wirklich klargemacht wird, man kann nicht richtig reinfinden ins Buch. Alles wirkt irgendwie völlig unzusammenhängend. Es ist nichts richtig greifbar.
Es wird zu 80% aus der Sicht von Jenni erzählt.
Wer aber meint, man hätte es hier mit einem Psychothriller zu tun, der irrt gewaltig.
Der Schreibstil ist langatmig und schleppend und man hat mitunter Mühe überhaupt voranzukommen.
Das Buch ist in 6 Abschnitte unterteilt.

Meine Meinung: Das ist eins dieser Bücher, die ich am liebsten abgebrochen hätte, aber ich habe trotzdem weitergelesen. Ich hatte Hoffnung das es noch besser wird.
Ein Psychothriller war es nicht. Man hatte einen Aberglauben und der hat sich in die Zukunft ausgebreitet, das wollte uns zumindest der Autor klarmachen, in meinen Augen ist das aber nicht wirklich gut gelungen.
Es hätte gutgetan, wenn man mehr aus Markus´ Blickwinkel erfahren hätte, denn er sollte wahrscheinlich im Zentrum stehen.
Die Story war einfach zu langatmig, keine Spannung vorhanden und der Thrill war leider überhaupt nicht vorhanden.
Für mich eine abstruse, an den Haaren herbeigezogene Geschichte, die schlecht umgesetzt wurde.
Man hätte mehr aus der Story rausholen können.