Mittwoch, 1. Oktober 2014

Rezension: Johanna Friedrich - Winterfeldtstraße, 2.Stock




Seitenanzahl: 416
Verlag:  Marion von Schröder (30. September 2014)
ISBN-10:  3547712009
ISBN-13:  978-3547712001
Gebunden: 19,99€
Ebook: 16,99€








Quelle: amazon


Ein Buch das mich nicht restlos überzeugen konnte.
Zu wenig Tiefe und Leben.

Die Autorin:
Johanna Friedrich wuchs nahe Stuttgart auf und hat sich schon früh fürs Schreiben entschieden. Sie war lange als Journalistin tätig, bevor sie ihre Leidenschaft für Geschichte entdeckte. Mittlerweile verbringt sie viel Zeit in Bibliotheken, wo sie sich auf Zeitreisen begibt und ihre Bücher entstehen. Sie lebt in Hamburg, schätzt aber die Nähe zu Berlin, wo sie privat viel Zeit verbringt.
Quelle: Ullstein Verlag

Kurzbeschreibung:
Berlin, 1923. Charlotte Berglas ist im fünften Monat schwanger, als man ihren Mann Albert tot aus dem Landwehrkanal zieht. Es muss ein Unfall gewesen sein, davon ist sie überzeugt. Niemals hätte er sie in Zeiten der Not allein gelassen. Die Inflation hat das Angesparte vernichtet, Albert seine Arbeit in den Babelsberger Filmstudios verloren. Charlotte bleibt nur seine Kamera. Und die großzügige Wohnung, deren Zimmer schon bald von Untermietern bevölkert wird. Unter ihnen ist Theo von Baumberg, vermeintlicher Spross einer verarmten Gutsbesitzerfamilie und bestens vernetzt im quirligen Berlin. Gegen seinen Willen nimmt die junge Witwe in seinen Gedanken viel Platz ein, dabei lassen seine Pläne gar kein privates Glück zu. Charlotte ist ohnehin noch nicht über die zu früh verlorene Liebe hinweg. Die Bewohner der Wohnung in der Winterfeldtstraße erleben Höhen und Tiefen. Mittendrin kämpft Charlotte – für sich selbst und für die Zukunft ihrer kleinen Tochter Alice.

Aufbau und Handlung:
Charlotte erfährt im Jahre 1923 das ihr Mann Albert tot ist. Doch damit nicht genug, sie ist schwanger und Albert soll Selbstmord begangen haben, aber Charlotte kann das nicht glauben.
In der schwierigen Zeit gilt es, sie und ihre Tochter durchzubringen.
Als sie eine Wohngemeinschaft gründet, nimmt das Schicksal seinen Lauf...

Eigentlich mag ich solche Romane sehr gern.
Aber bei diesem bin ich doch etwas zwiegespalten.
Das ist wieder eins von diesen Büchern, die im nachhinein wirken müssen.
Die erste Hälfte empfand ich als sehr hölzern. Von Spannung keine Spur und völlig emotionslos.
Einfach kein Leben spürbar.
Ab der zweiten Hälfte wurde es besser.
Hin und wieder war ich auch  richtig im Buch drin und konnte Emotionen spüren.
Aber im großen und ganzen   hat sich die Geschichte anders entwickelt, als wie ich gedacht habe.
Überlebenskünstlerin Charlotte konnte ich nur wenig Sympathie entgegen bringen. Viele Entscheidungen die sie traf, konnte ich nicht nachvollziehen.
Bei Claire und dem Langen (Heinrich) hab ich sofort Leben gespürt, das waren so meine Lieblingsfiguren.
Ich habe mit ihnen mitgefiebert und mitgelitten. Besonders letzterer hatte es mir angetan.
Es tat mir von Herzen leid, was er durchmachen musste.
Die ganze Stuation damals und wie es geschildert wurde, fand ich sehr gut. Ich konnte mich richtig in die Situation reinversetzen. Das hat mir mit am besten gefallen.
Es ließ sich schön flüssig lesen und ich kam wirklich schnell voran.
Das Buch ist in 3 Teile unterteilt, sowas mag ich persönlich auch sehr gern.
Die Sichtweise erfolgt aus verschiedenen Perspektiven, was mir dabei geholfen hat vieles besser zu verstehen.
Was mir persönlich nicht so gut gefallen hat. ihrer Tochter Alice wurde zu wenig Beachtung geschenkt, da hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht.
Als ich aber das Cover sah, das ich wirklich sehr schön finde.
Habe ich einfach etwas anderes erwartet. Auch war ich überrascht, daß mich Charlotte so gar nicht interessiert und berührt hat. Einerseits war sie schon auf ihre Mitmenschen bedacht, aber andererseits empfand ich sie als ziemlich egoistisch.
Insgesamt gab es zu wenig Tiefe, Gefühl und Leben.
Es ist ein sehr vielschichtiges Buch, daß Raum für Vorstellungen lässt. So das sicher andere einen anderen Blickpunkt auf dieses Buch haben werden.
Von mir gibt es 3 von 5 Sternen.
Aus dem Grund, weil man nur schwer in das Buch reinkommt und die Personen nicht genug Tiefgründigkeit aufweisen.
Ich frage mich auch, was das zentrale an diesem Buch ist. Ist es die Zeit von damals oder Charlotte.
Ich weiss es einfach nicht.
Ob ich es empfehlen kann, weiss ich auch nicht.
Am besten jeder bildet sich seine eigene Meinung.
Die Geschmäcker sind sehr verschieden und einigen kann dieses Buch auch wieder herausragend gut gefallen.

Meine Meinung:
Ein Buch das mich zwiegespalten zurücklässt.
Es war schön, es zu lesen. Und ich habe Momente gehabt, in denen ich es am liebsten nicht zur Seite gelegt hätte.
Aber , ich hatte einfach etwas anderes bei diesem Buch erwartet und das wurde nicht erfüllt.
Was mir auch gut  gefallen hat, auch hier gab es ein Geheimnis, wenn auch anders als erwartet.
Es gibt Liebe, Schmerz aber auch Zurückweisung. Alles vor der Kulisse der damaligen Zeit.

1 Kommentar:

  1. Hallihallo liebe Susanne,

    ich habe dieses Buch vor kurzem auch erst gelesen und rezensiert und habe deine Rezension hier in meiner unter der Überschrift “Weitere Buchrezensionen” verlinkt. Ich hoffe, das ist okay für dich? Falls nicht, melde dich einfach kurz bei mir und ich lösche dich wieder raus, ja? ;)
    http://janine2610.blogspot.co.at/2015/07/rezension-winterfeldtstrae-2-stock.html

    Alles Liebe ♥,
    Janine

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