Donnerstag, 17. April 2014

Interview mit May B. Aweley

Vor kurzem hatte ich das große Glück, das ich die beiden Thriller der mir bis dahin unbekannten Autorin May B. Aweley lesen durfte. Ich kann sagen, sie hat mich wahrlich von Hocker gerissen und ich bin überzeugt, man wird noch viel von Ihr hören.
Dadurch entstand auch mein Kontakt zu der Autorin und sie ist wirklich eine ganz, ganz Liebe.
Die mir geduldig meine Fragen beantwortet hat.
Dieses ist überhaupt mein 1.Interview und es herrscht eine ziemliche Aufregung in mir :)

Quelle:.amazon
Die Autorin

Biografie

Unter dem Pseudonym May Brooke Aweley
wagte die neugierige Berlinerin
den Sprung von schicksalhaften Geschichten
in die Welt der Thriller.
Seit ihrer Jugend ist sie dem Ruf
ihrer Passion zum Schreiben gefolgt.
Ihr Debüt, »Puppenbraut«, stürmte die eBook - Bestsellerliste
in kürzester Zeit.
May B. Aweley lebt in ihrer Wahlheimat Berlin,
wo sie heute die Vorzüge der ideenreichen Großstadt
mit ihrer Familie genießt.
Quelle: amazon

 
Ihre Bücher "Puppenbraut" und "Existenzlos"
Die Rezensionen zu diesen Büchern finden Sie auch auf meinem Blog

Interview mit May B. Aweley

Hallo, liebe May B. Aweley.
Ich danke dir jetzt schon herzlichst, daß Du dir die Zeit für mich genommen hast. 

1. Wie bist Du zum Schreiben gekommen und wann hast du damit begonnen?
Angefangen hat mein Weg zum Schreiben beim Lesen. Schon als Kind sah man mich entweder mit Jungs toben oder mit meiner kleinen Nase im Buch. Nie anders. Dann kam der große Bruch in der Pubertät. Umzug ins Ausland, nach Berlin!
Wahrscheinlich fühlt es sich so an, wenn man die prachtvollsten Farben des Regenbogens kennt und plötzlich blind wird. Mit einem Mal musste ich den Klang einer neuen Sprache schätzen lernen, also las ich wieder Unmengen von Büchern. Zunächst ging mir das Lesen stockend von der Hand, dann immer flüssiger. Ehe ich mich versehen konnte, schrieb ich mein erstes Buch: meine Diplomarbeit über die Tücken der Kommunikation zwischen Fachexperten und den Vertriebsverantwortlichen in Unternehmen. Darauf bin ich stolz und dankbar dafür.

Die deutsche, recht karge, adjektivsparsame Sprache erweckte meine Neugier für das geschriebene Wort.
Doch die Fachliteratur packte mich mäßig, auch wenn ich berufsbedingt noch einige Skripte erarbeitete, die ich als Dozentin zum Lehren verwendete.
Heute denke ich, dass der endgültige Schlüssel zum Schreiben in der Mutterkur lag, die ich mit den Kindern vor drei oder vier Jahren machte. An jenem Abend, als wir mit den teilnehmenden Müttern versammelt waren, um uns über das Leben mit Kleinkindern und Schwiegereltern auszutauschen, wusste ich es. Darüber musste ich unbedingt ein Buch schreiben! Wie witzig ein Leben mit einer Schwiegermutter sein kann.
Aber Thriller? Nein … Das konnte ich mir nicht vorstellen … Bis ich eine Kurzgeschichte in diesem Genre wagte. Heute lächle ich immer, wenn jemand sagt, dass etwas unmöglich sei.

2. Ich liebe ja gute Thriller und deine mag ich auch besonders gern.
Sie faszinieren und berühren mich.
Woher nimmst du deine Inspirationen für deine Bücher?
Meine Inspirationen kommen aus dem Leben heraus. Die Realität ist viel grausamer, daher versuche ich sie in meinen Büchern zu mildern. Meist entsteht eine Idee so, dass ich eine Reportage sehe, einer Unterhaltung lausche oder etwas Interessantes lese. Dabei denke ich daran, immer meine Augen und Ohren offen zu halten. Wenn die Idee da ist, versuche ich mir vorzustellen, wie es dazu kommen könnte. Und schon ist ein Plot fertig. Die Umsetzung kommt dann aus meiner Fantasiewelt.

3. Wie lange dauert es ungefähr von der Idee zum Buch und bis es dann fertig ist?
Sechs bis acht Monate brauche ich, bis mein Buch fertig ist. Zwei bis drei Monate für gründliche Recherche und dafür, dass die Idee reift. Weitere zwei bis drei dafür, dass das Buch fertig geschrieben wird. Dann kommen 1-2 Monate, die sehr mühsam sind. Mehrfache Endkorrektur. In dieser Zeit denke ich, dass ich das Schreiben nach diesem Buch aufgeben werde. Definitiv … Das passiert nach jedem Buch und gehört wohl dazu…

4. Wie wichtig ist eine Recherche für das Buch?
Auch wenn meine Bücher zur sog. leichten Kost zählen, steckt in jedem von ihnen so viel Recherche wie in meiner Diplomarbeit. In dieser Hinsicht bin ich eine Perfektionistin. Es ist mir wichtig, dass sich die Protagonisten "echt" oder besser "nachvollziehbar" verhalten; dafür brauche ich viele Informationen. Meine Bücher sind eher unblutig und bauen den Spannungsbogen über die ungreifbaren Ängste auf. Auch dazu ist ein umfangreiches psychologisches Wissen notwendig. Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich einige Fachexperten an der Hand habe, mit denen ich mein theoretisches Know-how auf Gültigkeit im wahren Leben prüfen kann.

5. Das Ermittlerduo Doreen und Raffaella Bertani aus deinem Werk "Puppenbraut" fand ich etwas unkonventionell.
 Wie kam es dazu die beiden zu wählen und wird man sie in anderen Büchern von Dir wiedersehen?
Die beiden Frauen waren zunächst ein Versuchsprojekt von mir. Wie würde die Welt auf ein gleichgeschlechtliches Paar reagieren? Wie lebt ein solches Paar? Hegen diese Frauen einen Kinderwunsch? Wie würde ich leben? Ich legte los; erschuf die Frauen und lies sie aufleben. Und war überrascht, wie unspektakulär und toll die beiden miteinander umgingen. Sie hatten tatsächlich einen Kinderwunsch und sie führten eine stinknormale Beziehung. Plötzlich begann mir dieses Projekt so viel Spaß zu machen, dass ich frustriert war, als ich mein "ENDE" schrieb. Also stellte ich mir die Frage, wie sich die beiden wohl kennengelernt haben könnten.
Nun… In meinem Buch stand, dass sie sich bei einem Fall von Menschenhandel lieben lernten, bei dem Doreen als Journalistin berühmt geworden ist. Somit entstand die Grundidee für das zweite Buch "Existenzlos". Jemand, der nur ein Buch von mir liest, wird hoffentlich zufrieden sein … Wer sie alle liest, wird die reinste Freude daran haben, dem einen oder anderen Charakter erneut über den Weg zu laufen.

6. Wie gehst du mit Feedback um? Sei es positiv oder negativ.
Ehrliches Feedback ist ein wichtiges Instrument, um besser zu werden. Dabei ist es zunächst unwichtig, ob es positiv oder negativ ist. Davon unterscheide ich die Meinung der Leute, die mich als Konkurrenz sehen und dies dann auf eine destruktive Art über Social Media-Foren oder meine Verkaufsplattform (Amazon) äußern müssen. Die Letzteren ignoriere ich.

Wer als Autor vor konstruktivem Feedback (positiv oder negativ) die Augen verschließt, beraubt sich der Möglichkeit, zu lernen, zu reifen und tatsächlich besser zu werden. Was ich nicht verhindern kann, ist, dass mein Herz vor Freude hüpft, wenn ich bei Amazon eine schöne Rezension lese, aus der ersichtlich ist, dass der Rezensent mein Buch gelesen, mir also etwas Zeit gewidmet hat. Unter uns gesagt…. Manche lese ich dann, wenn ich einen frustrierenden Autorentag habe, weil mir die Umsetzung vielleicht nicht so geglückt ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Dann sind sie Balsam für meine Seele und eine Motivation, die Szene nochmal zu überdenken.

7. Deine Bücher erscheinen ja bisher nur bei Amazon.
Ist es denn möglich, dass man sie in Zukunft auch bei anderen Anbietern erwerben kann?
Das wird aus verschiedenen Gründen etwas schwierig. Zunächst, weil Amazon meine Bücher als Print- und eBook-Version dem Leser zur Verfügung stellt. In diesem Fall grob mit einem Verlag vergleichbar. Auf dem Markt, der 70% Anteil des Gesamtmarktes an eBooks umfasst, kenne ich mich mittlerweile recht gut aus. Als selbstpublizierender Autor muss ich ohnehin Tücken der modernen Medien, wie Twitter, Facebook & Co. beherrschen, daher bleibt wenig Zeit, noch einen Vorstoß in neue Bücher-Märkte zu versuchen. Aber…. Nichts ist unmöglich.

8. Schreibst du schon an einem neuen Buch?
Im Prinzip ist es so, dass ungefähr in der Hälfte des aktuellen Buches die Idee für das neue entsteht. Warum? Weil die "alte" Idee bereits ausgeträumt ist … Das Schreiben gehört dann zur Routine. Dennoch mache ich nach jedem Buch einen Zwangsurlaub, damit mein Kopf für neue Eindrücke frei wird … Nach 2-3 Wochen meines Zwangsurlaubes ist der Kopf wieder von Altlasten befreit; ein neues Projekt kann mit einer neuen Recherche beginnen… Auch wenn ich mich gerade in meiner Ruhepause befinde, habe ich schon eine grobe Ahnung, worum es in meinem nächsten Buch gehen wird und welche von meinen Charakteren, sich über den Weg laufen werden.


9. Hast du einen bestimmten Ort, an dem Du deiner kreativen Ader freien Lauf lassen kannst?
Im Prinzip gibt es für die Ideen keine besonderen Orte. Schwimmen ist für mich sehr kreativ. Da ich die meiste Zeit mit dem Kopf unter Wasser bin und lediglich den eigenen Herzschlag wahrnehmen kann, langweilt sich mein Gehirn, das daran gewöhnt ist, dass ich im Alltag verschiedene Rollen wahrnehme: die einer Mutter, Autorin, Partnerin, Freundin, Managerin für die Bücher, Zuhörerin etc. Mein Kopf schaltet auf Routine und in der Fantasie beginnt eine Reise. Das Schreiben geschieht hingegen fast immer an meinem Lieblingsplatz: meinem Schreibtisch.

Das waren so tolle Fragen, dass es mir Spaß gemacht hat, sie zu beantworten. Nun sitze ich um 14:35 noch im Pyjama an meinem Schreibtisch (noch nie vorgekommen) und freue mich sehr, dass Du mich für dieses Interview gewählt hast. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bei Dir bedanken und hoffe, dass es Dir und dem Leser Spaß machen wird. 
 Vielen Dank. 
Deine May B. Aweley.

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