Donnerstag, 20. März 2014

Rezension: Sascha Arango - Die Wahrheit und andere Lügen

Ein psychologischer Spannungsroman der Extraklasse
Henry ist ein erfolgreicher Schriftsteller. Er ist elegant, großzügig und sehr gefährlich. Denn Henry ist ein skrupelloser Hochstapler, der sich ein überaus angenehmes Leben geschaffen hat. Fatalerweise wird seine Geliebte von ihm schwanger. Nun müsste er seiner Frau alles erzählen. Aber muss er ihr wirklich alles sagen? Das würde seine Existenz vernichten. Einfacher wäre es, die Geliebte aus dem Weg zu räumen. Doch genau dabei passiert Henry ein nicht wieder gutzumachender Fehler.
Sascha Arango fragt, wo die Wahrheit endet und wo die Grauzone der Lügen beginnt. Dabei erzählt er die überaus spannende Geschichte von Henry, der schwindelfrei am Abgrund steht. Er zeigt uns einen Mann, der sich den Konsequenzen seines Tuns immer entziehen konnte bis er einen Schritt zu weit geht.
Erzählt wird zu 90% aus der Sichtweise von Henry, Die anderen Protagonisten kommen hin und wieder zu Wort.
Der Erzählstil ist sehr gewöhnungsbedürftig, sarkastisch, abstrus und auch humorvoll. Man darf hin und wieder schmunzeln, was dem ganzen einen besonderen Charakter verleiht. Ich denke bei diesem Buch werden sich die Meinungen teilen, da die Erzählweise nicht für jeden was ist und man das Buch erst verstehen muss.
Meine Meinung: Für mich kam das Buch nur schleppend in Gang. Henry ist eine Person wo man wirklich nicht weiss wo die Lügen aufhören und die Wahrheit beginnt. Ich musste mich desöfteren wirklich fragen.
Wer ist Henry eigentlich?
Ich habe es erst am Ende des Buches verstehen können. Dreiviertel des Buches war für mich etwas langatmig und emotionslos geschrieben. Erst im letzten Drittel kam ich auf meine Kosten. Und die Spannung steigerte sich ins Unermessliche. Aber was, das Buch für mich gut macht und als lesenwert erscheinen lässt, ist der Sinn der dahintersteht, denn der ist wirklich brilliant. Äußerst gut verpackt.
Aber leider konnte ich mich nicht ins Buch reinversetzen. Das ist zwar schade, aber tut dem ganzen trotzdem keinen Abbruch.
Für mich persönlich ist der Schreibstil nichts. Aber es ist ja auch keine einfache Lektüre. Hier steht an oberster Stelle: "Verstehen" Und das war für mich erst am Ende des Buches möglich und ich habe es verstanden.

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